Von Energiewende bis Laptop-Klasse

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Durchaus kritische Fragen stellten die Jugendlichen in der ersten Bürgerversammlung in Traunreut, die sich speziell an junge Erwachsene richtete. (Foto: Mix)

Traunreut – Bürgermeister Hans-Peter Dangschat stellte sich bei den diesjährigen Bürgerversammlungen zuerst den Fragen der jungen Stadtbürger. In der Jugendbürgerversammlung am Montagnachmittag zeigten sich die jungen Leute interessiert und hatten einige Fragen an das Stadtoberhaupt.


Der Bürgermeister ging in seinem Bericht vor allem auf Jugendthemen ein, um mehr Zeit zu haben für die anschließenden Fragen. Er erläuterte eingangs, dass ein »Pumptrack« geschaffen werden soll. Offen sei derzeit noch die Frage wo. Das Jugendzentrum solle künftig von einem freien Träger betrieben werden, eine entsprechende Ausschreibung erfolge nach dem notwendigen Stadtratsbeschluss. »Das JUZ ist eine feste Säule der Kinder- und Jugendarbeit in der Stadt«, betonte Dangschat. Er könne sich vorstellen, dass ein Träger gleichzeitig »aufsuchende« Jugendarbeit in Form eines Streetworkers übernimmt. Momentan ist das JUZ wegen der beschränkten Personalsituation nur Dienstag und Freitag von 17 bis 21 Uhr geöffnet. Ziel sei es aber, wieder an vier bis fünf Tagen pro Woche zu öffnen.

Zur Frage eines Schülers, ob es dieses Jahr wieder einen Christkindlmarkt in der Stadt geben wird, gab Christian Ehinger bekannt, dass die Planungen bereits auf Hochtouren laufen. Es müsse aber erst noch ein endgültiger Beschluss der Ministerpräsidentenkonferenz abgewartet werden, unter welchen Bedingungen solche Veranstaltungen durchgeführt werden können. Er verriet schon so viel, dass der Markt dieses Jahr an der Eichendorffstraße zwischen den Bäumen auf der Grünfläche angesiedelt sein soll und es bereits ein vielfältiges Angebot von 17 Hüttenbetreibern gibt. Neu wird sein, dass der Christkindlmarkt an allen vier Adventwochenenden stattfindet und bereits am Donnerstag mit einem »Unplugged Konzert« beginnt.

Den Wunsch nach Outdoor Fitnessgeräten für die Jugend will der Bürgermeister mitnehmen und verwies darauf, dass es bereits an mehreren Standorten Fitnessgeräte gibt, die wohl eher von Senioren genutzt werden. Man könnte aber auch an anderen Plätzen welche aufstellen, an denen sich die Jugend mehr aufhält.

»Warum darf man nicht immer auf den TuS-Platz?«, wollte ein Schüler wissen. Das seien die Regeln der Sportvereine, die meist nur Mitglieder auf den Platz lassen, das müsse man respektieren. Die Frage nach Laptop-Klassen an der Mittelschule muss der Bürgermeister an die Schulleitung verweisen, die solche Entscheidungen trifft. Die Stadt unterstütze die Schulen, für die sie Sachaufwandsträger ist, lediglich bei der notwendigen Ausstattung.

Neue Geschäfte für junge Leute in der Stadt würde sich eine Schülerin wünschen. Der Bürgermeister dazu: »Wir sind immer wieder mit jungen Marken im Gespräch und versuchen, sie nach Traunreut zu holen.« Der Trend gehe aber eher dahin, dass die Ketten lieber in Großstädten Geschäfte eröffnen. Grundsätzlich unterstütze die Stadt aber Eigentümer von leerstehenden Läden bei der Suche nach neuen Mietern.

Auf die Frage nach einem Jugendcafé verwies Dangschat auf den geplanten Neubau von Stadtbücherei und VHS, wo auch ein Lese- oder Jugendcafé eingerichtet werden könnte. Derzeit sei man allerdings noch bei der genauen Standortauswahl für ein solches Gebäude.

Dass an der Kreuzung St. Georgen/Weisbrunn ein Spiegel fehle zur besseren Einsicht und die Beleuchtung der Straße zwischen Traunreut und St. Georgen schwach sei, nimmt der Bürgermeister mit als Themen für die nächste Verkehrsschau. Allerdings gehe man grundsätzlich dazu über, außerorts nicht alle Straßen zu beleuchten, »wir reduzieren da eher«. Als sicherer Weg sei aber der Fußweg zwischen Weisbrunn und St. Georgen an der Hangkante gut beleuchtet. Von einer Schülerin angesprochen wurde auch, dass die Busse, mit denen sie morgens von St. Georgen in die weiterführenden Schulen nach Traunreut fahren, immer sehr voll seien, oft müssten sie darin stehen. Der Bürgermeister will die Anregung an das Landratsamt als zuständige Behörde weiterleiten.

Auf die Frage nach dem Nahverkehr verkündete das Stadtoberhaupt, dass der Citybus, der nur »überschaubar« genutzt wird, mit seinen großen Dieselbussen nach Ende des Vertrages nicht weiterlaufen soll. Stattdessen könnte man eventuell einen Rufbus einrichten mit einer entsprechenden App. Eine Bürgerbefragung zum Thema laufe derzeit auf der Internetseite der Stadt. Auch mit dem Thema Energie befasst sich die Jugend und ein Schüler wollte wissen, ob für die abgelehnten Windräder im Siebeneichenforst eine andere Art der regenerativen Energieversorgung geplant sei.

Laut Bürgermeister Dangschat ist die Stadt bereits sehr gut aufgestellt vor allem mit der Geothermie als wichtigem Energieträger. Noch besser könne man aber in Sachen Photovoltaik werden und auch die noch fehlenden städtischen Gebäudedächer damit versehen. Außerdem werde die Fahrzeugflotte der Stadt kontinuierlich auf E-Technik umgestellt. »Wir können da als Stadt einen großen Beitrag leisten und haben auch eine gewisse Vorbildfunktion«, meint Bürgermeister Dangschat.

Mehr Blumen auf den Grünflächen wünscht sich eine Schülerin und erhielt als Antwort, dass der Stadtgärtnermeister schon jetzt sehr intensiv daran arbeitet, in der Stadt viele Hecken und Blühflächen für Vögel und Insekten zu schaffen. Allerdings seien nicht immer alle Flächen dafür von der Bodenbeschaffenheit her geeignet.

Einen »Fußballkicker«, Basketballkörbe und überdachte Tischtennisplatten würden sich Jugendliche laut ihren Wortmeldungen wünschen sowie auch einen Club, wo sie abends hingehen können. Der Bürgermeister dazu: »Das ist nicht Aufgabe einer Stadt.« Die könne nur Betreiber unterstützen, wenn sie nach einer Lokalität suchen. Soweit es die Lage zulässt, würden aber wieder Konzerte auf der Burg in Stein stattfinden und auch die Felsenkellerpartys in der Schlossbrauerei, die vor allem junge Leute besuchen.

mix


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