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Virtueller Festakt: 50 Jahre Kindergarten St. Georgen

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Seit 50 Jahren gibt es in St. Georgen einen Kindergarten. Dieses Jubiläum wurde jetzt im Rahmen eines Video-Festakts gefeiert. (Foto: Stadt Traunreut)

Traunreut – Seit 50 Jahren gibt es in St. Georgen einen Kindergarten. Georg Reithmaier, Bürgermeister der früheren Gemeinde Stein, legte im Juli 1969 dem Gemeinderat sein Konzept vor. Am 1. März 1971 ging der neue Kindergarten mit 66 Kindern in Betrieb.


Da ein Fest mit Kindern und Eltern aber derzeit nicht möglich ist, gab es erstmals in der Geschichte der Stadt Traunreut einen virtuellen Festakt. Im Sitzungssaal des Rathauses verfolgten die Mitarbeiterinnen des Kindergartens mit dem nötigen Abstand die Feier über vier große Monitore. Die restlichen Gäste waren jeweils vom eigenen PC aus zugeschaltet.

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Bürgermeister Hans-Peter Dangschat würdigte Kindergartenleiterin Silvia Arndt und ihr Team für deren »herausragenden Einsatz für die Kleinsten in der Stadt, die sie mit Umsicht, Liebe, Sorgfalt, Verantwortungsbewusstsein erziehen und ihnen wichtige Werte vermitteln«. Sie seien Garantinnen dafür, dass die Kinder später gerne an die wunderbaren Jahre in »ihrem« Kindergarten zurückdenken.

Für eine Stadt wie Traunreut sei Familienfreundlichkeit ein wichtiger Standortfaktor. Generell sei man hier mit den Schulen und 13 Kindertagesstätten, davon fünf in städtischer Hand, sehr gut aufgestellt. Die Kitas würden nicht nur Wissen vermitteln, sondern die Fantasie fördern und die Entwicklung sozialen Verhaltens.

Im Kindergarten St. Georgen gab es in den 50 Jahren seines Bestehens drei Leiterinnen: von Beginn an bis 1977 Inge Fech, von 1978 bis 2002 Hildegard Nestl und seit 18 Jahren ist es Silvia Arndt. Nestl ist bereits verstorben. Fech gratulierte mit einer Videobotschaft. Kinder seien das »schönste Gut auf der Welt« und es sei ein großes Geschenk, sie betreuen zu dürfen.

Silvia Arndt zeigte sich froh, dass zumindest in dieser Form eine kleine Feier stattfinden konnte. Sie hatte sich bei ehemaligen Kindergartenkindern umgehört und festgestellt, dass manches noch immer so ist wie vor vielen Jahren: »Unsere Erfahrungen und die Lehren des Lebens beruhen darauf, was wir frühzeitig gelernt haben.«

Schon in frühen Jahren lernten die Buben und Mädchen in den Kitas beispielsweise, mit anderen Kindern auszukommen, dass man Heimweh oder die Sehnsucht nach der Mama auch mal aushalten kann, dass man mit anderen teilen und auch mal zurückstecken kann, wie wichtig faires Spielen ist und dass alle Dinge ihren Platz haben, dass man die Hände gründlich wäscht und ruhig auch mal Langeweile haben darf.

In einer Bilderschau mit selbstgedichtetem Lied stellte sich das Team des Kindergartens St. Georgen vor, und in einem Rückblick gab es einen Einblick in die Geschichte der Einrichtung.

Als Gratulanten schickten auch die Fraktionssprecher aller im Stadtrat vertretenen Parteien und die Leiterinnen der übrigen städtischen Kindertagesstätten kurze Videogrüße.

Besonders die Stadträte aus dem Gebiet der ehemaligen Gemeinde Stein sind, wie Sepp Winkler von der Bürgerliste betonte, stolz auf »ihren« Kindergarten und kennen ihn nur zu gut, weil sie entweder wie Markus Schupfner selbst oder ihre Kinder dort betreut worden sind.

Elternbeiratsvorsitzende Sabrina Rohlik lobte die stets hervorragende Zusammenarbeit mit dem Team. Kinder wie Eltern erinnerten sich immer wieder gerne an die schönen Feste, die man regelmäßig miteinander feiert. Mit einem Video gratulierten aktuelle und ehemalige Kindergartenkinder.

Nach einem Tag der offenen Tür ging der neue Kindergarten am 1. März 1971 in Betrieb. Leiterin Inge Fech stand damals schon ihre spätere Nachfolgerin Hildegard Nestl zur Seite. Angemeldet waren gleich zu Beginn 66 Kinder, davon 14 Ganztagskinder, 49 vormittags und drei nachmittags. Damals kostete ein Ganztagsplatz 45 Mark, ein Halbtagsplatz 35. Für Spielgeld und Mittagessen kam jeweils eine Mark hinzu.

Architekt Hainz aus Obing schuf ein Gebäude, das jederzeit erweitert oder verkleinert werden konnte. Der Kindergarten war damit der erste in Bayern in dieser Montagebauweise. Die Kosten beliefen sich auf rund 339 000 Mark.

1978 wurde der Kindergarten durch die Eingemeindung zum städtischen Kindergarten. 1979 absolvierte Silvia Arndt ein Vorpraktikum im Kindergarten, heute leitet sie ihn. Mit 89 Kindern platzte der Kindergarten 1986 aus allen Nähten, sodass im Schlafraum ein dritter Gruppenraum eingerichtet wurde. In der Folge fiel der Beschluss für einen Neubau, denn neben dem Platzmangel war das Dach undicht. Während des Baus wurden die Kinder im Jugendzentrum untergebracht und bezogen im Juni 1989 ihren neuen Kindergarten. 2002 ging Hildegard Nestl in den Ruhestand und Silvia Arndt folgte ihr als Leiterin.

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