Bildtext einblenden
Im Schaufenster des ISG-Spielparadieses stehen diese bunten Stühle. (Foto: Mix)

Upcycling-Projekt der ISG-Jugendhilfe für ausgemusterte Stühle aus dem Mehrgenerationenhaus

Traunreut – Das Mehrgenerationenhaus bekam im Januar neue Stühle und es stellte sich die Frage, »wohin mit den alten«? Rasch entstand die Idee, aus den alten Stühlen etwas Neues zu gestalten und es wurde ein Upcycling-Projekt entwickelt mit dem Motto »Jedem einen Platz in unserer Mitte geben«.


Die alten Stühle wurden in den vergangenen Monaten von Traunreuter Familien kunstvoll gestaltet und sind nun in einigen Läden und Einrichtungen ausgestellt. Die meisten Projektteilnehmer sind bei der ISG-Jugendhilfe oder dem Mehrgenerationenhaus angebunden. Bei einem Sommerfest im Spielparadies der ISG zu deren zehnjährigem Bestehen wurde das Projekt entsprechend gewürdigt.

Künstlerisch betätigt hat sich bei dem Projekt neben anderen Sabrina Rudolph. Die 26-Jährige fand nach der Trennung vom Vater ihres Kindes Hilfe und Unterstützung bei einer Familienhelferin der ISG und wurde von dieser auch auf die Aktion aufmerksam gemacht. »Ich hab' schon früher gemalt und in letzter Zeit verstärkt«, erzählt die junge Mutter eines Sohnes. »Ich bin richtig stolz, dass ich hier was geschaffen habe.« Drei Stühle sind ihr Werk. Einen sehr bunten hat sie dem Thema Frieden gewidmet mit einem großen Peace-Zeichen, um auf die aktuelle Situation in der Ukraine aufmerksam zu machen. Der zweite verweist auf die Natur im Wald. Ein Baum aus Pappmaché, ein Wurzelgesicht und kleine Figuren sind darauf zu finden. Dem dritten Stuhl hat sie den Titel »Home sweet home« gegeben. Er ist nach ihren eigenen Worten »ziemlich kitschig« mit viel Pink und Glitzer. Für Sabrina Rudolph steht fest, dass jeder »seinen« Platz hat, »er muss ihm nicht erst zugewiesen werden«.

Laut Projektleiterin Catrin Jell von der ISG waren fast 30 Künstler eifrig bei der Sache, darunter auch Kinder und Jugendliche zusammen mit ihren Eltern. Bei einzelnen Werken könne man genau die Emotionen sehen, die bei den Künstlern vorherrschten und die diese beim kreativen Tun ein Stück weit verarbeiten konnten. Es sei überhaupt nicht schwer gewesen, die Familien zum Mitmachen zu bewegen: »Die Stühle sind reißend weggegangen.«

Traunreuts Bürgermeister und Schirmherr Hans-Peter Dangschat bedankte sich bei allen Beteiligten. Er hob hervor, dass der Titel des Projekts sehr gut in die aktuelle Zeit passt: »Der Krieg in der Ukraine hat den gesellschaftlichen Zusammenhalt auch in unserer Stadt auf die Probe gestellt. Umso wichtiger ist es, deutlich zu machen, dass bei uns jeder einen Platz hat.«

Angela Auer vom Mehrgenerationenhaus drückte ihre Freude aus, dass aus den alten Stühlen etwas so schönes Neues entstanden ist: »Ich hätte nie gedacht, dass so wundervolle, zauberhafte Stühle entstehen.«

Seit zehn Jahren gibt es die ISG-Jugendhilfe, die von Cornelia Streitwieser gegründet wurde und von ihr bis heute mit viel Herz geleitet wird. In mehreren Bereichen sind die Mitarbeiter tätig, machen Präventivarbeit, mit der sie schon im Vorab Probleme abfangen können – sie stehen für Integration, Elternbildung, Stärkung der Familien allgemein. Denn: »Glückliche Kinder und Eltern bedeuten auch eine glückliche Stadt Traunreut«, wie Teammitglied Helene Tekeser betont und weiter sagt: »Wir sind stolz und glücklich, dass wir so vielen Menschen in Traunreut Unterstützung geben können«.

mix

Mehr aus Traunreut