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Und wieder schließt ein Geschäft

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Traunreut: Tapeten- und Teppichbodenland TTL
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Die TTL-Filiale in Traunreut gehört der Vergangenheit an. Die Restposten, die nach dem Totalausverkauf noch übrig sind, sollen in andere Filialen verteilt werden. (Foto: Rasch)

Traunreut – Dass in der Stadt Traunreut immer mehr Geschäfte schließen und der Leerstand nicht beseitigt werden kann, ist nicht allein der aktuellen Situation geschuldet. Auf dem ehemaligen BayWa-Areal im Gewerbegebiet Nordost sind in den letzten Jahren viele Läden weggebrochen. In unmittelbarer Nachbarschaft schließt ganz aktuell jetzt das Tapeten- und Teppichbodenland TTL an der Trostberger Straße für immer seine Pforten.


Wie die TTL/TTM- Zentrale im oberfränkischen Hallstadt auf Anfrage mitteilte, habe der Standort in Traunreut nicht mehr den Anforderungen des Unternehmens entsprochen. »Leider ist es uns nicht gelungen, einen besseren Platz für unsere Filiale in Traunreut zu finden«, heißt es in einer Pressemitteilung.

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Ob der Raumausstatter mit bundesweit rund 100 Fachmärkten bezüglich eines neuen Standorts in Traunreut mit der Stadt Traunreut Kontakt aufgenommen hat, ist nach Angaben der Zentrale nicht bekannt. »Inwieweit unsere Objektabteilung mit der Stadt gesprochen hat, entzieht sich meiner Kenntnis«, so die Presseabteilung. Auf Nachfrage bei der Stadtverwaltung teilte Bürgermeister Hans-Peter Dangschat mit, dass im vergangenen Jahr ein sogenanntes Leerstandsmanagement für Gewerbeimmobilien eingerichtet worden sei, in dem potenzielle Gründer, Nachfolger und Ideenbringer mit Vermietern und Grundstücksinhabern zusammengebracht werden. Ob der Raumausstatter in die Datenbank des Traunreuter Leerstandsmanagements mit aufgenommen wurde, konnte auf Nachfrage des Traunsteiner Tagblatts beim Stadtmanagement kurzfristig nicht beantwortet werden.

Seit dem Umzug des BayWa-Bau- und Gartenmarkts von der Waginger Straße an die Trostberger Straße steht diese Immobilie größtenteils seit nunmehr sechs Jahren leer. Die Eigentümerin des Grundstücks, die GRB FMZ Fünf Ltd. Co.KG aus Frankfurt, hatte zuletzt vor zwei Jahren bei der Stadt einen vorhabenbezogenen Bebauungsplan eingereicht, und unter der Berücksichtigung der sogenannten »Traunreuter Liste« konkrete Pläne vorgelegt. Die Rede war von einem Fachmarkt für Tierfutter und Tierbedarf sowie von einem Gartenbaumarkt und einem Fachmarkt für Möbel, Betten und Einrichtungsgegenständen. »Wir haben seit dem Antrag von der Grundstücksinhaberin nichts mehr gehört. Die Inhaberin ist nicht wirklich greifbar«, erklärte Dangschat. Auch an der Kantstraße stehen seit geraumer Zeit die Geschäftsräume eines ehemaligen Reisebüros leer. Für die Immobilie hat die Stadt Traunreut ihr Vorkaufsrecht gezogen.

Nach Angaben des Bürgermeisters führe die Stadt hier einen Rechtsstreit mit dem jetzigen Besitzer. »Wir haben den Rechtsstreit in erster Instanz auch gewonnen und gehen davon aus, dass wir uns gütlich einigen können«, so Dangschat. Wie berichtet, soll über den Zugang des ehemaligen Reisebüros ein neuer Durchgang von der Kantstraße zur Munastraße geschaffen werden.

Wie jetzt ebenfalls bekannt wurde, hat auch der Rollladen-, Markisen- und Jalousiebetrieb Ehr in Traunreut seine Pforten geschlossen. Das seit über 45 Jahren in Traunreut ansässige Unternehmen, hat zum 1. August dieses Jahres mit der Firma GGH Salzmann GmbH Metall- und Rollladenbau Nußdorf fusioniert. Nach Angaben von Barbara Ehr, musste der Betrieb in Traunreut mangels Fachkräften geschlossen werden.

Gerer: Internet ist eine große Konkurrenz

Als Vertreter des Einzelhandelsverbands Bayern sorgt sich der frühere Traunreuter Stadtrat Christian Gerer grundsätzlich um den Fortbestand der Geschäfte. Die Corona-Krise spalte den Einzelhandel in Gewinner und Verlierer. Tatsache sei, dass für viele Branchen das Internet eine große Konkurrenz sei. Laut einer Umfrage der Bekleidungsbranche hätten 85 Prozent der Befragten, die zum ersten Mal im Netz bestellt hätten, erklärt, wieder über das Internet einzukaufen. »Dieser Umsatz fehlt dann den Geschäften«, so Gerer. Die jetzige Situation und die Kurzarbeit beschleunigen das Konsumverhalten. Veranstaltungen wie Hochzeiten, Schulabschlüsse und andere Großveranstaltungen könnten nicht stattfinden und somit hielten sich die Kunden auch beim Kauf von Bekleidung zurück. ga


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