Traunwalchner Landwirte unterstützen den Circus King und liefern Futter

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Aufgrund der Corona-Auflagen muss der Circus King weiterhin in Traunreut ausharren. Um den Circus unter die Arme zu greifen, lieferten die Traunwalchner Landwirte Heu und Stroh für die Tiere. (Foto: Rasch)

Traunreut – »Wenn jeder ein bisserl was gibt, tut's keinem weh und dem Circus ist geholfen.« Das dachte sich eine bunte Mischung aus Haupt- und Nebenerwerbslandwirten der ehemaligen Gemeinde Traunwalchen. Ein Traktor nach dem anderen, mit Heu- und Strohballen beladen, bog auf die Wiese unmittelbar gegenüber dem Circus King ein, der in den vergangenen Wochen in Traunreut gastierte und eigentlich seine Zelte schon abbrechen wollte.


Durch die Corona-Auflagen ist der Circus jedoch gezwungen, bis auf Weiteres in Traunreut auszuharren. Damit der Circus einigermaßen über die Runden zu kommt, haben sich die Landwirte aus Traunwalchen zusammengetan, um ihm mit Heu und Stroh ein wenig unter die Arme zu greifen. Als man erfahren habe, dass der Circus Unterstützung brauchen könnte, habe man »ganz spontan reagiert«, sagte der Schweinebauer Franz Janetzky aus Walchenberg dem Traunsteiner Tagblatt.

Leonardo Kaiser, der Neffe des Circus-Direktors, freute sich riesig über die Hilfe der Landwirte. »Mir fehlen die Worte bei so viel Hilfsbereitschaft«, so Kaiser, der nicht nur für die Tiere und fürs Aufbauen zuständig ist, sondern auch als Stuhlakrobat in der Manege auftritt. Das Futter sei zu einem sehr guten Zeitpunkt gekommen, weil momentan auch noch das Stromaggregat ausgefallen sei und eines angemietet werden musste. Aus der Fahrzeugflotte seien von Unbekannten auch zwei Lkws angefahren worden, ohne dass sich der Verursacher gemeldet habe.

Für die 15-köpfige Circus-Familie und die rund 50 Tiere sind es sehr schwierige Zeiten. Sie sind auf Spenden angewiesen. »Wir sind über jede Spende dankbar«, so Kaiser. Vom Staat bekämen sie keine Unterstützung, weil sie nicht »systemrelevant« seien. Seines Wissens hätten von 150 Circus-Familien in Deutschland lediglich drei Hilfen bekommen, die sie aber wieder zurückzahlen mussten. Angesichts der verschärften Corona-Auflagen in Österreich ist das Gastspiel in Salzburg beim Weihnachtscircus fraglich. Dass der Grundstücksbesitzer den Circus King über die Gastspielzeit hinaus auf seinem Grundstück an der Trostberger Straße campieren lässt, begrüßt die Schaustellerfamilie sehr.

ga


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