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Traunwalchner Bücherei schließt Pforten

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Obwohl sie die Schließung der Pfarrbücherei Traunwalchen traurig stimmt, hat Ingrid Jaksch ein Lächeln übrig. Jaksch hat 40 Jahre lang die kleine Bibliothek im Keller des katholischen Kindergartens geleitet. (Foto: Rasch)

Traunreut – An den nächsten zwei Wochenenden können in der Pfarrbücherei Traunwalchen noch Bücher ausgeliehen werden. Dann ist Schluss: Nach über 50 Jahren wird die Bibliothek im Keller des katholischen Kindergartens aufgelöst. Deshalb sollten bis spätestens Sonntag, 25. November, alle entliehenen Medien wieder zurückgegeben werden. Mehrere Faktoren spielen nach Angaben der Pfarrei eine Rolle, dass die Bücherei für immer geschlossen wird.


Rückläufige Ausleihzahlen und fehlendes Personal sowie Brandschutzauflagen seien ausschlaggebend gewesen, die Bibliothek zu schließen, sagte der Verwaltungsleiter im Pfarrverband Traunreut, Traunwalchen und St. Georgen, Michael Hofmann, dem Traunsteiner Tagblatt. Die aktuellen Richtlinien für den Brandschutz im Keller des Gebäudes hätten einen Fluchtweg vorgeschrieben. Außerdem seien, insbesondere bei den Kindern, die Entleihungen in den letzten Jahren rapide zurückgegangen. Dies bestätigt auch das Team um die Büchereileiterin Ingrid Jaksch, die ihr Amt nach 40 Jahren niedergelegt hat. Ein Nachfolger oder eine Nachfolgerin für die langjährige Büchereileiterin konnte laut Hofmann nicht gefunden werden. »In der Summe haben diese drei Faktoren letztendlich zu der Entscheidung geführt, die Bücherei aufzulösen.«

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Jaksch und ihre Mitstreiterinnen Hermine Lex, Resi Schallinger und Michaela Huber bedauern die Auflösung: »Es ist schon traurig«, sagte Michaela Huber. Man habe aber in den letzten Jahren feststellen müssen, dass die Entleihungen stetig rückläufiger geworden seien. Vor allem von den Kindern sei die Bücherei kaum noch angenommen worden. »Früher haben wir noch viele Kinder gehabt, die uns beim Einsortieren der zurückgebrachten Medien geholfen haben. Das gibt es heute nicht mehr«, bedauern die freiwilligen Helferinnen, die auch schon bis zu 25 Jahre für die Bücherei ehrenamtlich tätig sind.

Was mit dem Bestand der rund 2500 Medien (Bücher und CDs) passiert, steht bislang noch nicht fest. Die Möglichkeit, sich bis zum endgültigen Aus noch Medien auszuleihen, besteht noch an diesem und am nächsten Wochenende, samstags von 18.15 bis 19 Uhr und sonntags nach dem Pfarrgottesdienst bis 11 Uhr. Bis zum 25. November sollten aber alle entliehenen Medien wieder zurückgebracht werden.

Von der Schließung der Bücherei sind auch die ehrenamtlichen Helferinnen des Freundeskreises Rumänienhilfe betroffen. Auch sie müssen bis Ende Dezember den Raum im Keller des Kindergartens räumen, den ihnen die Pfarrei kostenlos zur Verfügung gestellt hat. Seit 20 Jahren sortieren Maria Siglreithmeier und Resi Helmel Bekleidung für die Rumänienhilfe. Zweimal pro Woche werden die gespendeten Kleidungsstücke und Schuhe lose angeliefert. Siglreithmeier und Helmel sortieren die Ware, verpacken sie sauber in Kartons, die sie sich in Geschäften besorgen, und stellen die fertig verpackten Kartons dann wiederum zur Abholung bereit. Bis zu acht Stunden pro Woche sind sie damit beschäftigt. Wenn Not am Mann ist, werden sie von weiteren Helferinnen unterstützt. Dass sie nach so langer Zeit jetzt raus müssen, ist für sie höchst bedauerlich. Trotz intensiver Suche konnte bislang kein geeigneter Raum gefunden werden. Helmel liebäugelte mit den nach dem Auszug der Traunwalchner Feuerwehr leer gewordenen Räumen im bisherigen Feuerwehrhaus, das sich unmittelbar gegenüber dem Kindergarten befindet. Wie berichtet, werden dort aber Ausstellungsstücke für ein geplantes Stadtmuseum gelagert.

Zwischenzeitlich hatte sich eine Übergangslösung aufgetan, die sich jedoch wieder zerschlagen hat. Von der Familie Ramsauer wurde den Damen unentgeltlich ein Raum in der Talmühle angeboten. Allerdings befindet sich dieser Raum im ersten Stock. Ein Treppauf und Treppab wurde von der großen Mehrheit der Helferinnen als ungeeignet empfunden. Bis Ende Dezember haben sie jetzt noch Zeit, einen geeigneten, möglichst ebenerdigen und kostenlosen Raum zu finden. Ansonsten müsste die ehrenamtliche Tätigkeit eingestellt werden. »Der Raum muss nicht unbedingt in Traunwalchen sein«, betonen Helmel und Siglreithmeier. ga