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Traunreuter Stadtfest trotz Regens sehr gut besucht

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Nachmittags, als sogar zwischendurch die Sonne rauskam, herrschte auf den Straßen Traunreuts reger Betrieb. (Fotos: Mix)

Traunreut – Das Traunreuter Stadtfest ist jedes Jahr ein großer Anziehungspunkt für die Bürger aus der Stadt und der näheren Umgebung. Das wurde auch am Samstag deutlich, als trotz des unbeständigen Wetters Tausende Besucher ins Stadtzentrum kamen und sich die gute Laune nicht verderben ließen.


Während die aufgestellten und immer wieder nass gewordenen Tische und Bänke größtenteils leer blieben, flanierten die Gäste durch die Kantstraße und über den Rathausplatz und genossen das vielfältige Angebot. Auch Freunde der Stadt Traunreut aus den drei Partnerstädten nahmen am Fest teil.

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Die zahlreichen Fieranten des Stadtfests hatten am Samstag schon tagsüber beim Aufbau immer wieder mit Regenschauern zu kämpfen. Beim Start um 15 Uhr war es dann jedoch trocken und im Laufe des Nachmittags kam sogar die Sonne zum Vorschein. Besonders Familien mit Kindern hatten ihren Spaß und fanden jede Menge Spiel und Unterhaltung.

Traunreuter Vereine traten auf und Stadtkapelle sowie Blaskapelle Traunwalchen spielten geschützt unter den Dächern auf. Auch beim Kinderflohmarkt neben dem Postamt war was los, obwohl manche Stände zur Sicherheit mit Folie abgedeckt waren. Trotz des Wetters wollte beispielsweise Walter Fackler keinen Rückzieher machen. Er bot verschiedenes Kinderspielzeug und Kinderkleidung an und meinte: »Wenn sich die Stadt schon solche Mühe macht und dieses großartige Fest aufzieht, dann komm' ich auch.«

Ein einziger Fierant sagte ab

Lediglich ein einziger Fierant, der Thüringer Bratwurst angeboten hätte, sagte am Samstag kurzfristig ab, wie Organisatorin Frauke Tränkner berichtete. Sie hatte ihre Nachfolgerin an der Seite, die sie beim Fest schon tatkräftig unterstützte. Christina Berger ist seit zwei Wochen in der Stadtverwaltung angestellt und übernimmt künftig die Aufgaben von Frauke Tränkner, die im September in den wohlverdienten Ruhestand geht.

Für ihr letztes Stadtfest hätte sie sich zwar schöneres Wetter gewünscht, aber ihre Erwartungen wurden weit übertroffen: »Ich selber würde ja bei so einem Wetter nicht rausgehen, wenn ich nicht müsste.« In Zukunft wird sie die Feste in der Stadt als Gast besuchen und aus einer ganz anderen Warte betrachten.

Am Nachmittag hofften die Besucher noch, dass es trocken bleibt, »das wäre schon schön, gegen die Kälte kann man sich ja entsprechend warm anziehen«, wie das Ehepaar Schindler betonte. Die Hoffnung wurde allerdings nicht erfüllt, denn am Abend gab es mehrere heftige Regenschauer. Jeder suchte dann möglichst schnell Unterschlupf in einem Zelt, unter einem der großen Sonnenschirme oder unter den Glasdächern an beiden Seiten des Rathausplatzes.

Im Bierzelt an der Marktstraße, wo die Schlossbrauerei Stein für die Getränke sorgte und der Wirt des Mühlwinkler Hofs aus Bergen aufkochte, wurde es während des Regens zumindest vorübergehend ziemlich voll. Die zahlreichen Essens- und Getränkestände machten an diesem kühlen Abend zwar weniger Umsatz als in anderen Jahren, zeigten sich aber dennoch zufrieden. »Ich bin jetzt zum fünften Mal hier und hatte schon sehr gute Jahre. Heuer ist es halt mal weniger«, meinte eine Standbetreiberin, die Crepes und Fischsemmeln im Angebot hatte.

Für die drei Musikkapellen, die am Abend auf den unterschiedlichen Bühnen aufspielten, ergab sich heuer eine völlig ungewohnte Konstellation. Sie spielten die meiste Zeit vor leeren Tischreihen, da ihre Zuhörer etwas weiter entfernt unter Dächern Schutz suchten und von dort zuhörten. Nach und nach trauten sich aber auch einzelne vor die Bühnen und besonders auf dem Rathausplatz feierten die jungen Leute zur Musik von »Nirwana« ab. Die Tanzgruppe Riddim Cubes zeigte bereits am Nachmittag ihr Können auf der Bühne an der Kantstraße. Es gab den ganzen Tag über verschiedene Tanzvorführungen verschiedener Gruppen.

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Die Formation »Riddim Cubes« zeigte den Tanz, mit dem sie heuer Europameister wurde.

Wer es lieber bayrisch gemütlich mochte, konnte vom Bierzelt an der Marktstraße aus der »Hopfen & Malzmusi« zuhören und in der Kantstraße wagten sogar einige Besucher ein Tänzchen auf der Straße zu den Oldies, die »Timeless Acoustic« zum Besten gaben. Trotz des regnerischen und kalten Wetters hielten die beiden Gruppen in der Kantstraße und am Rathausplatz durch bis Mitternacht beziehungsweise kurz davor und hatten auch bis zum Schluss noch einige Zuhörer.

Polizei war erstmals mit Bodycams unterwegs

Die Bilanz aus Sicht der Polizei war dieses Jahr noch erfreulicher als im Vorjahr. Am Stadtfest selber sei es lediglich zu einem Widerstand gegen Polizeibeamte gekommen und ein 16-jähriger Traunreuter habe bis zum Veranstaltungsende in Gewahrsam genommen werden müssen, teilte die Polizei in einer Presseerklärung mit. »Es mussten neun Platzverweise gegen Personen ausgesprochen werden. Dies sind 20 Platzverweise weniger als im Vorjahr.«

Unterstützt wurden die Beamten der Polizei Traunreut vom Operativen Ergänzungsdienst aus Traunstein. In diesem Jahr waren die Einsatzkräfte mit sogenannten Bodycams ausgestattet. Es habe sich gezeigt, dass die Wortwahl gegenüber den Einsatzkräften viel freundlicher gewesen sei als im Vorjahr.
Nur ein 19-jähriger Traunreuter habe sich von der Kamera nicht davon abbringen lassen, die Einsatzkräfte nach einer Streitigkeit mit einem anderen Besucher zu beleidigen. Bei der anschließenden Kontrolle sei dieser dann die Einsatzkräfte angegangen und habe Widerstand geleistet. »Er wurde in Gewahrsam genommen und durfte die Nacht in der Zelle verbringen«, teilte die Polizei mit.

Ein 16-jähriger Traunreuter habe den zuvor ausgesprochenen Platzverweis ignoriert und sei ebenfalls in Gewahrsam genommen worden. Ein Erziehungsberechtigter habe ihn abgeholt, so die Polizei. mix/fb