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Traunreuter Paar hält seit 60 Jahren fest zusammen

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Renate und Albert Graef heirateten 1959 in Agnetheln. Am heutigen Samstag feiert das Paar Diamantene Hochzeit.

Traunreut – Renate und Albert Graef gaben sich am 16. Februar 1959 in Agnetheln in Siebenbürgen auf dem Standesamt das Ja-Wort. Am heutigen Samstag feiern sie somit das Fest der Diamantenen Hochzeit in Traunwalchen. Die kirchliche Trauung fand damals im Mai statt.


Die Eheleute Graef wuchsen beide im gleichen Ort in Siebenbürgen auf, »der eine rechts vom Harbach, der andere links davon«. Und irgendwann funkte es zwischen den beiden. Geheiratet haben sie 1959 eigentlich, weil sie dann bessere Aussichten auf die Zuweisung einer eigenen Wohnung in ihrer Heimatstadt hatten. Sie bekamen jedoch trotz Hochzeit keine Wohnung und hatten später auf dem Grundstück der Eltern von Albert Graef ihr eigenes Haus.

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1979 wanderten sie mit ihren drei Kindern Anita, Dieter und Gerhard aus und kamen nach Traunreut, wo bereits die Eltern von Albert waren. Renate Graef ist gelernte Buchhalterin und arbeitete in der Stadt zunächst bei Siemens, später im Wilhelm-Löhe-Heim im Büro. Albert Graef lernte ursprünglich Hutmacher, war dann aber in der alten Heimat vorwiegend in seinem zweiten Beruf als Elektriker tätig. Krankheitsbedingt konnte er jedoch schon früh nicht mehr arbeiten und wurde Frührentner. Er trug danach mit Heimarbeit zum Einkommen der Familie bei. Ein schwerer Schicksalsschlag traf das Paar, als der jüngste Sohn Gerhard 1993 tödlich verunglückte.

Trotz der schweren Prüfungen durch die Krankheit von Albert und den Verlust des Sohnes verlor das Paar niemals seine Lebensfreude und den Optimismus. »Sie haben immer das Gute in allen Dingen gesehen und ihren Humor nicht verloren, egal wie schwer es auch war«, betonen ihre Kinder.

Für Renate Graef war die Musik immer wichtig in ihrem Leben, sie sang begeistert im Chor der Siebenbürger Landsmannschaft mit. Außerdem liebt sie es, die ganze Familie zu bekochen und bei keinem Fest fehlt ihr begehrter Kuchen. Albert Graefs Hobby war schon immer die Gärtnerei gewesen, er hatte zudem früher Tauben und die ganze Familie wurde mit dem versorgt, was der eigene Garten an Obst und Gemüse hergab. Der Vater half den Kindern auch, soweit es ihm möglich war, beim Hausbau, legte die Außenanlagen an. Gerne und oft hat das Paar außerdem die vier Enkelkinder betreut, als sie noch klein waren, hat viele Ausflüge mit ihnen gemacht.

Heute sind beide mit 80 und 86 Jahren gesundheitlich nicht mehr so ganz auf der Höhe, lassen sich aber trotzdem nicht unterkriegen. Sie halten wie in den vergangenen 60 Jahren fest zusammen und stützen sich gegenseitig.

Leidenschaftlich gerne spielen sie Rummy Cup. Sie besuchen die Veranstaltungen der Landsmannschaft oder hören die Enkel, wenn sie bei Konzerten in der Stadt mitspielen. mix