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Traunreuter Ludwig Schwankl wurde 90 Jahre alt

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Immer noch rüstig ist Ludwig Schwankl, der am Samstag seinen 90. Geburtstag feierte. (Foto: P. Mix)

Traunreut – Ludwig Schwankl feierte am Samstag im Kreise seiner Familie und Freunde den 90. Geburtstag. Seit 1954 lebt er in St. Georgen, stammt aber ursprünglich aus Niederbayern.


Geboren wurde er am 25. August 1928 in Socking im damaligen Landkreis Vilshofen und lebte bis zur Einschulung bei seinen Großeltern. Als er in die Grundschule kam, zog der Bub zu seiner Mutter, dem Stiefvater und den drei jüngeren Geschwistern nach Aicha vorm Wald.

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Anstelle der siebten Klasse machte Wig, wie er von seinen Freunden nur genannt wird, ein Landwirtschaftsjahr auf einem Bauernhof, »das war damals so üblich« und arbeitete danach als Automechaniker bis zu seiner Einberufung. Mit 15 Jahren kam er zum Arbeitsdienst und weiter zur Wehrmacht. Zunächst war er in Passau bei der Flugabwehr stationiert, später in Salzburg. Wieder daheim aus dem Krieg wollte er sich bei den Behörden melden, um Lebensmittelkarten zu bekommen, da nahmen ihn die Amerikaner noch schnell gefangen und behielten ihn drei Monate.

In den harten Nachkriegsjahren arbeitete der junge Mann in der Landwirtschaft und auf dem Bau, was sich gerade so ergab. Es wurde aber immer schwieriger für ihn, in der niederbayerischen Heimat Arbeit zu finden, und er zog weg von daheim auf der Suche nach einem Job. 1954 landete er im Chiemgau, war zunächst kurz im Hotel Post in Trostberg als Hausmeister tätig und fand dann eine Anstellung im Siemens-Leuchtenwerk in Traunreut. Dort blieb Ludwig Schwankl bis zum Renteneintritt 1987.

In St. Georgen fand er schon bald ein Zimmer zur Miete und lernte auch seine spätere Ehefrau Eleonore kennen. Das Paar bekam vier Kinder, zwei Söhne und zwei Töchter, und heute gehören zur Familie sechs Enkel. Ludwig und Eleonore übernahmen das Elternhaus der Frau und richteten es sich nach und nach mit viel Eigenleistung für ihre Familie passend her.

Neben dem Schichtdienst im Leuchtenwerk war der handwerklich sehr geschickte und vielseitige Ludwig Schwankl immer noch bei Landwirten und Fuhrunternehmern in der Nachbarschaft als Aushilfe tätig. Er packte stets ohne Zögern mit an, wo Hilfe benötigt wurde. Er ist immer noch Mitglied in sechs St. Georgener Ortsvereinen und nimmt gerne an deren Veranstaltungen teil. Zusammen mit seiner Gattin ging der Jubilar einer besonderen Leidenschaft nach: Beide suchten oft und gerne Schwammerl. Außerdem unternahmen sie den einen oder anderen schönen Ausflug mit den Vereinen und er war 30 Jahre lang als Schiedsrichter beim Fußball im TSV Stein/St. Georgen tätig.

Von seiner Frau musste der Senior schon 2006 Abschied nehmen. Wig Schwankl lebt mit seinem ältesten Sohn Ludwig und Schwiegertochter Gitti im Haus und auch die drei anderen Kinder wohnen nicht weit entfernt und schauen immer mal beim Vater nach dem Rechten. mix