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Traunreut ist Fairtrade-Stadt

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Bürgermeister Klaus Ritter (von links) nahm die Verleihungsurkunde entgegen von Carina Bischke und dankte der Steuerungsgruppe mit Helga Zembsch, Maria Gantner, Brigitte Reitmaier, Ana Ianc, Margit Ermel und Bernd Vilsmaier für ihre Arbeit. (Foto: P. Mix)

Traunreut – Jetzt ist es amtlich: Traunreut ist Fairtrade-Stadt. Bürgermeister Klaus Ritter nahm bei der Auszeichnungsfeier im k1 die Urkunde und den offiziellen Titel in Empfang. Die Steuerungsgruppe hat es innerhalb eines Jahres nach dem positiven Stadtratsbeschluss für eine Bewerbung geschafft, alle Kriterien für den Titel zu erfüllen.


Helga Zembsch (Grüne) berichtete, wie die Idee zur Beteiligung an der Fairtrade-Kampagne zustande kam. Bei einer kommunalpolitischen Tagung im November 2016 ging es um die Enzyklika »Laudato si« als Auftrag von Kommunalpolitikern für gemeinwohlorientiertes Handeln. Die Stadträtin beschäftigte in dem Zusammenhang besonders die Aussage von Papst Franziskus »diese Wirtschaft tötet«.

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Sie kam im Laufe der Tagung mit der Idee des fairen Handels in Berührung und sah darin eine Möglichkeit, Wirtschaft und Handel gerechter zu gestalten. »Das Konzept Fairtrade setzt sich zum Ziel, einen bedeutenden Entwicklungsbeitrag zu leisten und das Leben der an der Produktion beteiligten Menschen und Familien in den Anbauländern zu verbessern.« Der Traunreuter Stadtrat beschloss am 16. Februar 2017 auf ihren Antrag hin einstimmig, an der Kampagne teilzunehmen. Um die Voraussetzungen für den Titel zu schaffen, wurde eine Steuerungsgruppe eingerichtet, die in den Folgemonaten unermüdlich unterwegs war und Unterstützer der Idee sammelte.

Fairtrade-Referentin Carina Bischke hatte die Urkunde für Traunreut dabei und lieferte einige aktuelle Zahlen der 2009 ins Leben gerufenen Kampagne. In 15 Ländern gibt es demnach 2000 »fairtrade-towns«, deutschlandweit ist Traunreut die 531. Fairtrade-Stadt und gleichzeitig die 93. in Bayern. »Fairer Handel ist kein Allheilmittel gegen Ungerechtigkeit, er trägt aber dazu bei, die Position der Produzenten zu stärken.« Traunreut habe die geforderten Kriterien mehr als erfüllt und besonders freue es sie, dass zwei Schulen und einige Kindergärten in der Stadt an der Kampagne teilnehmen. »Die Stadt Traunreut übernimmt hier Verantwortung und Vorbildfunktion und ich hoffe, sie findet noch viele Nachahmer«, so Carina Bischke. Sie übergab die offizielle Urkunde im Namen von Transfair an Bürgermeister Klaus Ritter.

Dieser hob hervor, dass der Titel nicht nur stolz mache, sondern verbunden sei mit dem Auftrag, sich auch weiterhin Gedanken zu machen, wie man fairen Handel in der Stadt vorantreiben kann. Für ihn persönlich bedeute dies, fair umzugehen mit allen Beteiligten nach dem Motto »global denken und regional handeln«. In der Region solle man all das einkaufen, womit die heimische Landwirtschaft gestützt werden kann. Kaffee, Kakao und solche Artikel, die hier nicht hergestellt werden, seien am besten über fairen Handel zu erwerben.

Musikalisch umrahmt wurde die Auszeichnungsfeier von den Söhnen Traunreuts und einer Tanzlmusi der Walter-Mohr-Realschule, Bastian Pusch führte durch das Programm. Die Trommelgruppe des Johannes-Heidenhain-Gymnasiums empfing die Besucher gleich zu Beginn und Realschüler stellten spielerisch in Form kleiner Szenen die Bedeutung von fairem Handel am Beispiel von Kaffee und Bananen dar. mix