Trauer um Fischer-Brosi

Bildtext einblenden
Brosi Fischer ist im Alter von 84 Jahren plötzlich verstorben. (Foto: Rasch)

Traunreut – Trauer um ein Traunreuter Urgestein: Ambros Fischer ist im Alter von 84 Jahren verstorben. Nach Angaben seiner Familie ist er nach einem kurzen Krankenhausaufenthalt am vergangenen Sonntag für immer friedlich eingeschlafen. Der Fischer-Brosi, wie er allgemein genannt wurde, und seine Pferde waren in der Stadt Traunreut eine Institution – und das über 50 Jahre lang.


Mit seinem plötzlichen Tod verlieren nicht nur seine Familie einen Vater und Opa, sondern auch viele Menschen und Pferdesportbegeisterte einen guten Freund. Auf seiner idyllisch gelegenen Anlage mit Pferdestall und Reitplatz in den Traunreuter Traunauen trafen sich nicht nur Ross und Reiter. Auch mit seinen vielen Spezln verbrachte er dort viele unbeschwerte Stunden. Beim Brosi war jeder willkommen.

Anzeige

Mit seinen geliebten Pferden in der Natur zu leben und das einen Katzensprung von der Stadt entfernt, war sein großes Geschenk, auf das er nie und nimmer verzichten wollte. Bei seinen Pferden war er glücklich: »Ich tät alles wieder so machen und nix anders«, hatte er im Gespräch mit dem Traunsteiner Tagblatt anlässlich seines 80. Geburtstags noch voller Überzeugung geäußert. Bis zuletzt strahlte er eine ungemeine Lebensfreude aus, hatte immer einen Scherz auf den Lippen und blickte optimistisch in die Zukunft. Auch wenn er sich gewünscht hat, dass es einmal »ganz schnell gehen sollte« – er hätte noch so gerne gelebt.

Geboren und in einer kinderreichen Familie aufgewachsen in Hub in der Gemeinde Chieming, arbeitete Brosi Fischer zunächst auf dem elterlichen Hof mit. 1960 heiratete er seine vor sechs Jahren verstorbene Frau Erna und zog nach Traunreut. Die beiden bekamen zwei Töchter. Zunächst arbeitete er als Mechaniker bei der Firma Herkt in Traunreut und später bis zu seiner Rente bei der Firma Heidenhain.

Seine Liebe zu Pferden entdeckte er nach seiner Fußballkarriere beim FC Traunreut und beim TuS Traunreut, mit dem er es sogar in die Bezirksliga schaffte. Ein Leben ohne Pferde war für ihn unvorstellbar. Der frühere Turnierreiter war auch bekannt für seine züchterischen Leistungen. Zwei seiner Pferde brachten es sogar bis ins Bundes-Championat.

Über den Pferdesport hinaus hatte er auch ein großes Herz für die Kinder und Jugendlichen, die auf seiner Anlage immer gern gesehen waren. So war er auch dem erfolgreichen Traunreuter Box-Profi Serge Michel, alias the »Bavarian Sniper«, in seiner Jugend ein wichtiger Ratgeber.

Sein Herz schlug aber auch für Menschen, die nicht auf der Sonnenseite des Lebens standen. So veranstaltete er auf seiner Anlage zugunsten der Kinderkrebsforschung Reitturniere und saß ebenfalls für soziale Zwecke über 40 Jahre lang immer wieder als Nikolaus und als Sankt Martin im Sattel. Dass seine Enkelin Sophie den Pferdebetrieb in seinem Sinne weiterbetreibt, darauf war er besonders stolz.

ga


Mehr aus Traunreut
Einstellungen