Theaterfabrik in Traunreut ist jetzt barrierefrei

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Wie andere Mitglieder hat sich auch Adalbert Huber ehrenamtlich ins Zeug gelegt, um die Theaterfabrik barrierefrei zu machen. Eingerichtet ist ein neuer Treppenlift. (Foto: Mix)

Traunreut – Die Theaterfabrik im Gewerbegebiet Nordost ist jetzt barrierefrei zu erreichen. Die Monate der Schließung nutzte der Verein, um die Räumlichkeiten auf Vordermann zu bringen und umfangreiche Umbauarbeiten vorzunehmen.


Bisher hatten gehbehinderte Gäste hin und wieder die Treppe in die Räume im ersten Stock hinaufgetragen werden müssen, damit sie am Kulturprogramm der Theaterfabrik teilnehmen konnten. Nun können sie bequem mit einem Treppenlift die Stufen überwinden.

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Neu gestaltet sind die Toiletten, in denen alles kontaktlos abläuft von der WC-Spülung bis zum Wasserhahn am Waschbecken. In den Toiletten setzten Mitglieder Ideen um. Es lohnt sich der Blick zur Decke, die in jeder Kabine anders gestaltet ist, einmal mit einer überdimensionalen Spielkarte, ein andermal mit einer Gitarre oder einem Dominospiel.

Mathias Mollner freut sich sehr über das Engagement und die Kreativität der ehrenamtlichen Vereinsmitglieder, die viele Stunden in die Arbeiten investierten. »Es macht Spaß, zu sehen, wie sie sich reinhängen. Die Theaterfabrik hat dadurch eine ganz besondere Note bekommen, das gibt es so nur bei uns«, betont er. Um lange Schlangen beim Anstehen für ein Getränk zu vermeiden, wurde außerdem eine weitere Theke aufgebaut. Große Bildschirme informieren die Besucher, ein neues, moderneres Kassensystem wurde installiert und es gibt eine zweite VIP-Lounge.

Möglich waren all die Umbauarbeiten durch die Förderung vom Bundesministerium Kultur und Medien (BKM). »Ohne das BKM wäre das alles niemals möglich gewesen«, so Mollner.

Für die noch anstehende Vergrößerung der Bühne werden aktuell noch Sponsoren gesucht. Von der Stadt Traunreut bekam die Kultureinrichtung bisher keinerlei finanzielle Unterstützung. Und wenn jetzt nicht bald wieder Einnahmen in die Kasse kommen, wird es eng. Schließich laufen Fixkosten wie Miete auch im Lockdown weiter.

»Wir brauchen auf absehbare Zeit wieder ein volles Haus«, erklärt Mollner. Und er ist sich sicher, dass das mit dem vorhandenen Hygienekonzept und dem verbesserten Infektionsschutz auch möglich ist.

Neben Veranstaltungen, mit denen der Vereinsvorsitzende frühestens im April wieder rechnet, soll es auch weitere Kulturpartnerschaften geben. »Wir haben schöne Räume und die nötige Technik«, stellt er fest und will diese gerne für Musiker, Chöre, Vereine und sonstige Interessenten zur Verfügung stellen. Auch Projekte mit den Traunreuter Schulen kann sich der Kulturschaffende gut vorstellen. Wiederbelebt werden soll das Theatercafé, in dem es die Möglichkeit eines Auftritts für lokale Künstler im kleinen Kreis gibt. Die Leseecke, in der bisher nur eine überschaubare Zahl an Büchern zur Verfügung steht, soll noch ausgebaut werden.

Eigentlich steht man bereits in den Startlöchern. Wann es aber endlich wieder losgehen kann, steht vorerst noch in den Sternen. Bei den aktuellen Inzidenzwerten im Landkreis erwartet Mollner nicht, dass es noch im März so weit sein wird.

mix


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