Straßen waren das Hauptthema bei der Bürgerversammlung

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Der Bahnübergang in Stein wurde in der Bürgerversammlung in St. Georgen thematisiert. Der Verkehr wurde links über einen Behelfsübergang geleitet. (Foto: Mix)

Traunreut – Die dritte Bürgerversammlung diese Woche in der Aula der Sonnenschule in St. Georgen war am Mittwochabend, den 13. Oktober, sehr gut besucht und die Bürger zeigten mit ihren Fragen reges Interesse am Geschehen in der Stadt und dem Bereich der ehemaligen Gemeinde Stein.


Bürgermeister Hans-Peter Dangschat ging in seinem Bericht vor allem auf Themen ein, die Hörpolding, St. Georgen und Stein betreffen. Baubeginn für die große Hochwasserschutzmaßnahme in Hörpolding soll nun nach längerer Planungsphase im Frühjahr 2022 sein. Mit einem Abschluss der Arbeiten sei dann im Frühjahr 2023 zu rechnen. Auf Wunsch von Bürgern aus St. Georgen soll ein Kinderspielplatz in der Siedlung an der Traun errichtet werden. Die Stadt ist laut Bürgermeister Dangschat auf der Suche nach einem geeigneten Platz und bereits mit dem TSV Stein/St. Georgen im Gespräch, ob auf dessen Gelände eine Möglichkeit besteht.

Der Radweg von St. Georgen nach Anning ist beinahe fertiggestellt und soll voraussichtlich am 16. November offiziell eingeweiht werden. Für eine Fortführung des Ausbaus der Straße von Haßmoning bis Pattenham seien bereits erste Gespräche mit Grundstücksbesitzern geführt worden. Auch über den Anbau am Feuerwehrhaus St. Georgen informierte das Stadtoberhaupt. Dieser sei notwendig, um das bestellte, neue Löschfahrzeug der Freiwilligen Feuerwehr unterzubringen. Veranschlagte Kosten für den Anbau sind 300 000 Euro.

Der Bürgermeister ging auch auf die Vorstellung der B 304 neu (Wir berichteten) durch das Staatliche Bauamt ein und betonte erneut, dass die Stadt Traunreut laut eines Stadtratsbeschlusses dieser Maßnahme nur zustimmen wird, wenn auch die Situation an der Kreuzung in St. Georgen verbessert wird. Ansonsten werde die Stadt im Zuge des Planfeststellungsverfahrens entsprechende Einwände einbringen. Hans-Peter Dangschat meinte aber auch, man müsse jetzt erst einmal abwarten, ob die neue Regierung in Berlin so eine große Maßnahme überhaupt noch befürwortet.

Bei diesem Punkt hakte Stella Erler aus St. Georgen ein und bat den Bürgermeister, nicht erst auf das Planfeststellungsverfahren zu warten, sondern sich schon jetzt deutlich gegen die Pläne zur neuen Bundesstraße zu wenden und eine neue Untersuchung der Trasse zu fordern. »Der Verlauf wird sonst später nicht mehr geändert«, ist ihre Meinung. Das Ganze schaue zwar harmlos aus, die Auswirkungen könnten aber verheerend sein, wenn man an die jüngsten Unwetterkatastrophen in Westdeutschland denkt. »Der Trassendamm quer durch das Alztal riegelt im Falle von Extremniederschlägen das Alztal zu 90 Prozent ab. Die Ahr entwässert ein Niederschlagseinzugsgebiet von 900 Quadratkilometer. Das Einzugsgebiet der Alz und der Traun beträgt 2100 Quadratkilometer. Man muss also realistischerweise davon ausgehen, dass dieses Risiko bei uns weitaus größer ist, als es im Ahrtal jemals war.«

Bürgermeister Dangschat erläuterte, dass man erst die genauen Unterlagen des Planfeststellungsverfahrens abwarten müsse, um dann konkrete Einwendungen gegen bestimmte Punkte vortragen zu können. Es bringe jetzt nichts, Kontakt zum Bundesverkehrsministerium aufzunehmen, das dem Staatlichen Bauamt den Auftrag zur Planung gegeben hat. Dangschat betonte aber auch: »Das wirklich Unsinnige an der Planung ist, dass St. Georgen so bleibt, wie es ist und bei der jetzt schon gefährlichen Kreuzung keine Änderung erfolgt. Das darf so nicht passieren.«

Reinhard Piehler schlug vor, bei der B 304 neu die vorgesehene Querung der »Waginger Straße« Staatsstraße 2104 genau anzuschauen. Man solle diese so gestalten, dass die meisten Autos und Lastwagen dort bereits Richtung Traunreut geleitet werden und nicht erst bis nach St. Georgen fahren. Auch in der jetzigen Situation sei es besser, den Verkehr über diese Staatsstraße nach Traunreut zu dirigieren.

Eine schriftliche Bürgeranfrage drehte sich um die Schaltung der Ampelanlage in Stein und die unübersichtliche Abzweigung an der Ecke Kolping-/Porschestraße in Traunreut. Für den Bürgermeister ist es nicht neu, dass hier Probleme bestehen und er werde beide Punkte erneut bei der nächsten Verkehrsschau mit aufnehmen lassen.

Eine weitere Anfrage befasste sich mit aktuellen Bauarbeiten der Bahn am Übergang in Stein. Dort war wie schon einmal im Frühjahr während der nicht angekündigten Arbeiten zeitweise die Ein- und Ausfahrt in die Siedlung nicht möglich, wie Anwohner monierten. Der Bürgermeister wusste noch nichts von Arbeiten am Bahnübergang und versprach, dies bei der Bahn vorzubringen. Dass die Anwohner über Behinderungen durch Bauarbeiten nicht informiert werden, könne nicht sein. Grundsätzlich sei eine zweite Zufahrt zum Wohngebiet im Traunfeld dringend notwendig. Elke Reif wollte in dem Zusammenhang wissen, ob ein Wohngebiet Traunfeld III noch aktuell sei. Laut Bürgermeister Dangschat sei eine solches derzeit weder im Flächennutzungsplan eingetragen, noch gebe es entsprechende Beschlüsse. Ihm wäre ein solches Wohngebiet schon wichtig, aber Voraussetzung dafür sei die zweite Zufahrtsmöglichkeit und die Zustimmung betroffener Grundstücksbesitzer.

Ausfahrt aus Irising weiter schwierig

In Bezug auf die St. Georgener Kreuzung erinnerte Georg Gröbner daran, dass bereits mehrmals vom Siedlerverein und dem Arbeitskreis Verkehr ein Licht-signal auf der Irsinger Seite gefordert wurde. Die Ausfahrt aus der Siedlung sei sehr schwierig. Der Bürgermeister konnte dazu nur sagen, dass die Bahn das nicht zulässt. Da er aber auch einsehe, dass ein Signal an der Stelle hilfreich wäre, bringe er den Punkt bei Gesprächen mit den Verantwortlichen immer wieder vor.

Als »großen Murks« bezeichnete Wast Siglreithmayer die Gegebenheiten an der Abzweigung nach Neudorf bei der neu gestalteten Gemeindeverbindungsstraße von Hörpolding nach Haßmoning. Die neue Straße liege dort tiefer als früher und größere Fahrzeuge wie Lastwagen oder Busse hätten dort Probleme, auf die Straße einzubiegen. Der Bürgermeister versprach, sich die Stelle anzusehen.

Die Frage, ob noch Bewerbungen für das Baugebiet Stocket möglich sind, musste er verneinen. Am Interessensverfahren nahmen schon über 800 Bewerber teil, unter denen die rund 100 entstehenden Parzellen dann verteilt werden müssen. Auch die Anfrage, ob die Siedlung Fasanenjäger an die Geothermie angeschlossen werden könnte, wurde vom Bürgermeister und von Frank Wachsmuth von den Stadtwerken verneint. Technisch wäre es zwar jederzeit machbar, eine Leitung bis dorthin zu verlegen. Die hohen Kosten sprächen aber nicht dafür und auch die zu geringe Abnahmemenge, die von den Ein- bis Zweifamilienhäusern in der Siedlung zu erwarten wäre. »Wenn dann müssten sich alle an den Ausbaukosten beteiligen, das ist nicht realistisch«, so Frank Wachsmuth.

Christian Lehr sagte, Traunreut sei inzwischen nicht mehr größte Stadt im Landkreis und von der Kreisstadt überholt worden sei (Anm. d. Red: Nach Angaben des Landratsamts ist derzeit noch Traunreut die größte Stadt im Landkreis, eine Vorausberechnung des Bayerischen Landesamts für Statistik sieht Traunstein in Zukunft als größte Stadt im Landkreis, ohne hier einen genauen Zeitpunkt zu nennen). »Der Zuzug lässt zu wünschen übrig. Was kann man machen, um die Stadt für Neubürger attraktiver zu machen«, lautete seine Frage. Als Hauptgrund nannte der Bürgermeister den fehlenden Wohnraum. »Wir brauchen massiven Geschoßwohnungsbau und bezahlbaren Wohnraum.« Die Verwaltung denke daher über geförderten Wohnbau nach.

In Bezug auf attraktive Geschäfte in der Stadt sieht Dangschat beispielsweise bei der Belegung des alten BayWa-Geländes eine positive Entwicklung. In der nächsten Zeit kämen dort einige neue Geschäfte hin. Die großen Modehäuser gebe es aber in Städten vergleichbarer Größe immer weniger, das funktioniere nicht mehr. mix


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