Stille-Nacht-Kapelle in Oberndorf als Vorbild

Bildtext einblenden
Ernst Mitterer hat ein Hobby: Er baut Krippen.

Ernst Mitterer aus Traunreut baut Krippen – Seine Bastelarbeiten sind in der Stadt zu sehen


Traunreut – Seit mehreren Jahren zeigt Ernst Mitterer aus Traunreut immer auf dem Christkindlmarkt seine selbst gebauten Krippen. Weil die Veranstaltung Corona-bedingt ausfiel, musste und muss er sich heuer etwas anderes einfallen lassen, um seine Werke präsentieren zu können. Sie sind in diesen Tagen und Wochen in Schaufenstern in der Stadt zu sehen. Insbesondere die Stille-Nacht-Kapelle steht im österreichischen Oberndorf.

Anzeige

2018 gedachte man weltweit der Entstehung des bekanntesten Weihnachtsliedes vor damals 200 Jahren. Ernst Mitterers Frau Renate erhielt zu diesem Anlass eine kleine Stille-Nacht-Kapelle geschenkt und brachte ihren Mann auf die Idee, diese nachzubauen. Für die allererste Ausfertigung nahm er das Geschenk, das seine Frau erhalten hatte, als Vorlage. Später fuhr das Ehepaar mehrere Male nach Oberndorf und schaute sich die Kapelle genauestens an. »Sie sollte so originalgetreu wie nur möglich aussehen«, betont der Kripperlbauer.

Inzwischen hat er bereits acht kleinere und zwei große Kapellen gemacht, eine davon steht bei ihm daheim im Wohnzimmer, eine andere im Schaufenster der Sternapotheke in Traunreut. Wie in der Originalkapelle in Oberndorf sind in seiner nachgebauten die Sitzbänke mit roten Polsterauflagen versehen. Der Weihwasserkessel rechts neben dem Eingang und der Kerzenleuchter neben dem Altar stimmen mit dem Original überein ebenso wie der Spruch an der Tür, die Treppe und die Laternen am Aufgang. Die Fensterbilder, auf denen die beiden Macher des Weihnachtslieds, Joseph Mohr und Franz Gruber, gezeigt werden, hat Ernst Mitterer abfotografiert und auf die Fenster seines Nachbaus geklebt.

Doch die schönsten Krippen und Kapellen nutzen nichts, wenn man keine Möglichkeit hat, sie zu zeigen. So kam der Kripperlbauer auf die Idee, sie in Schaufenstern in der Stadt zu präsentieren. Drei Apotheken, Optik Ritter/Straßer, die Blumengalerie und Farben Baumgartner in Oderberg zeigten sich bereit, ein Fenster für eine der Krippen zur Verfügung zu stellen, wo sie die Kunden und auch Spaziergänger bestaunen können.

An einen besonderen Auftrag vor zwei Jahren erinnert sich Mitterer noch heute gerne. Ein Ehepaar aus Ebersberg hatte Figuren für eine Krippe mit selber genähten Kleidern im Laufe der Jahre gesammelt und brauchte nun das passende Umfeld dazu. Da die Figuren relativ groß waren, musste auch die Krippe entsprechende Ausmaße bekommen, damit die Proportionen passen.

Bildtext einblenden
Auch im Hause Mitterer steht eine handgefertigte Krippe mit viel Zubehör. (Fotos: P. Mix)

An einem Adventswochenende 2018 machte sich das Ehepaar aus Ebersberg auf den Weg durch Südostoberbayern und klapperte Märkte ab auf der Suche nach der passenden Krippe. Als die beiden schon auf dem Heimweg waren, bat die Frau ihren Mann noch einen Abstecher zum Christkindlmarkt in Traunreut zu machen, von dem sie gelesen hatte. Dort gefiel den beiden die große Ausstellungskrippe von Ernst Mitterer dermaßen gut, dass sie unbedingt so eine haben wollten. Die Maße passten nicht für ihre Figuren und so versprach ihnen der Traunreuter, eine Krippe nach Maß für sie anzufertigen. Er bekam einen genauen Plan des Platzes, wo diese im Heim des Paares stehen sollte, und machte sich ans Werk. Die Kunden waren überglücklich, als sie ihre Krippe erhielten, und schickten zum Dank ein Foto davon in ihrem Wohnzimmer.

Unterstützt wird Ernst Mitterer in seinem Hobby von seiner Frau Renate, die ihm mit Ideen für passende Deko-Elemente hilft oder mit ihm bei Spaziergängen geeignetes Material sammelt. Sie betont: »Jetzt in dieser dunklen Zeit sind die Krippen besonders wichtig, sie geben den Menschen Freude, der Glaube hilft ihnen.«

Generell gehe der Trend seit einigen Jahren mehr in Richtung orientalische Krippen, stellen beide fest. Aber auch typisch alpenländische Häuser und einfache Ställe hat Ernst Mitterer in seinem Fundus. In diesem Jahr, wo er keine neuen Krippen gebaut hat, da er schon ahnte, dass es mit dem Absatz auf dem Christkindlmarkt nichts werden könnte, stellte er vermehrt Zubehör her. Als Erinnerung an seine eigene Kindheit machte er beispielsweise kleine Schnitzlbänke mit Hobel und allem, was dazu gehört. mix


Mehr aus Traunreut
Einstellungen