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Eine aktuelle Baustelle der Stadtwerke Traunreut befindet sich in Steineck. In dem nordöstlich der Kernstadt Traunreut gelegenen Ortsteil wird derzeit die Straßenentwässerung ertüchtigt, bevor neue Wasserleitungen verlegt werden. (Foto: Rasch)

Stadtwerkeleiter Wachsmuth gibt Entwarnung: Keine Wasserknappheit in Traunreut

Traunreut – Zuviel Trockenheit im Sommer. Wird Wasser in Traunreut zur knappen Ressource? Auf diese Frage von Stadtrat Hans Kneffel (CSU) im Rahmen der Zwischenbericht-Vorlage der Stadtwerke im Werkausschuss konnte Stadtwerkeleiter Frank Wachsmuth Entwarnung geben. Derzeit sei genügend Wasser vorhanden, was sich aber in Zukunft ändern könnte, sagte Wachsmuth.


Die Pegelstände der Brunnen würden auf keine Verknappung hindeuten, versicherte Wachsmuth. Gespräche über sogenannte Notverbunde mit Nachbar-Versorgern, sprich, wer im Notfall wen versorgen könnte, würden aber geführt.

Der Halbjahresbilanz 2022 der Stadtwerke, die Wachsmuth in einer Kurzfassung präsentierte, ist zu entnehmen, dass die Wasserfördermenge im ersten Halbjahr gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 1,7 Prozent und gegenüber dem ersten Halbjahr 2020 um 0,9 Prozent gesunken sei. Das sei eine übliche Schwankungsbreite, zumal im ersten Halbjahr tendenziell weniger Wasser für Gartenbewässerung verbraucht werde als im zweiten Halbjahr. Die Fördermengen könnten zum Jahresende wie in den Vorjahren wieder leicht aufholen.

Während der Wasserverbrauch und die Abwassermenge vom Verbraucher nur bedingt zu beeinflussen und nicht substituierbar sind, ist die Wärmemenge generell witterungsbedingten Schwankungen unterworfen. Der Wärmebezug und die werkseigene Erzeugung seien im ersten Halbjahr gegenüber dem Vorjahreszeitraum um knapp sechs Prozent gesunken. Nachdem der Wärmeabsatz 2021 gegenüber 2020 um 11 Prozent gestiegen sei, liege auch darin keine unerwartete Schwankung, so Wachsmuth. Der Verbrauch der Industriekunden werde in der zweiten Jahreshälfte deutlich anziehen. Von daher sei davon auszugehen, dass die Absatzmengen und die Erlöse des Wirtschaftsplans erreicht werden.

Laut Planansätzen zu 50 Prozent erreicht worden seien die Umsatzerlöse im Hallen- und Freibad. Im Hallenbad habe es kaum Corona-Beschränkungen gegeben und im Franz-Haberlander-Freibad keine. Die Umsatzerlöse für die Bäder verliefen jedoch nicht linear: Saisonkarten für das Freibad werden überwiegend in der ersten Jahreshälfte verkauft und die Karten für das Hallenbad eher in der zweiten Jahreshälfte. Auch die Abrechnungen mit den Schulen und Vereinen würden überwiegend in der zweiten Jahreshälfte abgewickelt.

Weiter heißt es in dem Zwischenbericht, dass es bei den Aufwendungen bisher keine erheblichen Mehrungen gebe und auch für das zweite Halbjahr keine konkreten Anpassungen absehbar seien. Die Stromkosten seien bis Ende dieses Jahres fix, die Wärmebezugskosten unterlägen zu über 80 Prozent festen Regeln und die Personalkosten seien tariflich gebunden.

Die Konsequenzen der Ukraine-Krise können nach Angaben der Stadtwerke noch nicht eindeutig beziffert werden. Materialengpässe sowie Engpässe bei Dienstleitern und gestiegene Preise am Markt seien jedoch spürbar. Ein Baustopp musste aber bisher nicht angeordnet werden. Alle Ausschreibungen konnten bedient werden, wobei sich die gestiegenen Preise bemerkbar gemacht hätten. Ob sich insbesondere die Fernwärmekunden aus Angst vor Preissteigerungen zurückhalten werden, könne erst nach Ablesung der Jahresverbrauchsmengen eindeutig festgestellt werden.

Die Stadtwerke gehen davon aus, dass im laufenden Wirtschaftsjahr keine Neuverschuldung notwendig wird. Laut den Berechnungen sollen rund 690.000 Euro Schulden getilgt und damit der Schuldenstand auf 4,4 Millionen Euro reduziert werden.

Abschließend teilte Wachsmuth mit, dass sowohl die internen als auch die externen Kosten soweit stabil blieben, dass im Tätigkeitsbereich kein bestandsgefährdendes technisches und/oder kaufmännisches Risiko entstehe. Die Versorgungs- und Entsorgungssparten seien krisensicher und die Sparte Bäder über eine Ausgleichszahlung der Stadt Traunreut abgesichert. Auch bei der Sparte Stromnetz sei derzeit kein bestandsgefährdendes Risiko erkennbar.

ga

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