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Stadtwerke beteiligen sich am Erdgasnetz

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Der Geschäftsführer der Energienetze Bayern GmbH (ENB), Anton Erb (links), sowie der Leiter der Traunreuter Stadtwerke, Frank Wachsmuth (rechts), haben am Dienstag im Beisein von Bürgermeister Klaus Ritter einen Kooperationsvertrag bezüglich eines Erwerbs und Betriebs des Gasnetzes in Traunreut unterzeichnet. (Foto: Rasch)

Traunreut – 1981 wurde in der Stadt Traunreut mit der Erdgasversorgung begonnen. Mittlerweile wurden im Stadtgebiet über 50 Kilometer Leitungen verlegt und es werden über 700 Gebäude und Industriebetriebe mit Erdgas versorgt.


Nach fast nunmehr vier Jahrzehnten soll die Erdgasversorgung neu strukturiert werden. So werden sich die Stadtwerke Traunreut zum 1. Januar 2021 am Erdgasnetz in der Stadt Traunreut mit 50 Prozent beteiligen. Am Dienstag haben dazu die Vertreter der Stadt Traunreut und der Energienetze Bayern GmbH einen Kooperationsvertrag unterzeichnet. Mit der Neuausrichtung könne die fast 40-jährige Partnerschaft zukunftsfähig ausgebaut werden, erklärten Bürgermeister Klaus Ritter sowie der Leiter der Stadtwerke, Frank Wachsmuth, und der Geschäftsführer der Energienetze Bayern GmbH (ENB), Anton Erb, bei der Vertragsunterzeichnung im Büro der Stadtwerke.

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Wie berichtet, hatte sich der Stadtrat bereits im vergangenen Jahr für eine Beteiligung am Erdgasnetz in den nächsten 20 Jahren ausgesprochen. Der jetzt unterzeichnete Kooperationsvertrag ist der Startschuss für das weitere Verfahren. Die bereits ermittelten Kosten der Stadt für die Beteiligung am Erdgasnetz liegen bei 1,17 Millionen Euro, die zu 40 Prozent durch Eigenmittel der Stadtwerke und zu 60 Prozent fremdfinanziert werden sollen. Die Stadtwerke erhalten dafür von der Stadt eine Einlage in Höhe von 474.000 Euro, die laut Stadtratsbeschluss im Haushalt 2020 einzuplanen sind.

Betriebsführung obliegt den Stadtwerken

Nach Angaben von Bürgermeister Ritter werden sich der kalkulatorisch berechneten Erträge bei vier Prozent bewegen. Die kaufmännische Betriebsführung der Kooperationsgesellschaft obliegt dann den Stadtwerken Traunreut. Diese werden auch im Bereich Netzvertrieb unterstützend tätig werden, um für die Traunreuter Kunden eine noch bessere Beratungsinfrastruktur zu bieten. Das bedeutet, dass neben dem Regional-Center der Energienetze Bayern an der Garchinger Straße sich die Bürger ab dem Start der Gesellschaft auch bei den Stadtwerken beraten lassen können. Leichtere Erreichbarkeit und noch mehr Kundennähe seien die positiven Effekte, sagte der ENB-Geschäftsführer.

Über Investitionen, die zum Beispiel den Ausbau des Erdgasnetzes betreffen, werden die Partner ab 2021 gemeinsam entscheiden. Der technische Betrieb verbleibt bei den Energienetzen Bayern, die das Erdgasnetz von der Kooperationsgesellschaft pachten und somit auch künftig Netzbetreiber sein werden.

Der Netzbetreiber ist bereits jetzt gut für die Zukunft aufgestellt und bringt seine ganze Kompetenz in die neue Gesellschaft mit ein: Die Entgelte für die Netznutzung, die von jedem Kunden mit dem Erdgaspreis zu bezahlen sind, seien nach Angaben von Erb aufgrund einer vorbildlichen Netzbetriebseffizienz die zweitgünstigsten in ganz Bayern. Durch das Pachtverhältnis werde gewährleistet, dass diese sehr günstigen Netzentgelte der Energienetze Bayern den Gasverbrauchern in Traunreut auch nach der Neustrukturierung der Erdgasversorgung erhalten bleiben.

Die erfolgreiche, abermalige Zertifizierung des Technischen Sicherheitsmanagements (TSM) sei ein weiterer Baustein für eine sichere und optimal aufgestellte technische Infrastruktur. Auch die Erfahrung, welche der Netzbetreiber auf 9500 Kilometer Leitung in seinem Versorgungsgebiet, verteilt auf 280 Konzessionsgemeinden, 365 Tage im Jahr beweise, komme den Erdgaskunden in Traunreut weiterhin in vollem Umfang zugute.

Mit der Beteiligung am Erdgasnetz bauen die Stadtwerke ab 2021 ihre Betriebszweige weiter aus: Neben der Trinkwasserversorgung und Abwasserentsorgung sowie der Fernwärmeversorgung, sind die Stadtwerke seit rund zwei Jahren auch für die Traunreuter Bäder zuständig. Ab dem kommenden Jahr werden sich die Stadtwerke auch am Stromnetz beteiligen. Hier sollen 51 Prozent die Stadtwerke halten und 49 Prozent die Bayernwerk AG. ga