Stadtbild deutlich aufgewertet

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Das Museum »DASMAXIMUM« klagte während des Ausbaus der Fridtjof-Nansen-Straße über Probleme. Durch die Baustelle wurde unter anderem monatelang keine Post zugestellt. (Foto: Rasch)

Traunreut – Bis auf kleinere Restarbeiten, die in das kommende Frühjahr verlegt worden sind, ist der Ausbau der Fridtjof-Nansen-Straße in Traunreut abgeschlossen. Schon jetzt ist deutlich erkennbar, dass durch den Ausbau das Stadtbild deutlich aufgewertet wurde.


Bis es aber soweit war, mussten nicht nur private Anlieger, sondern auch die Geschäfte Unbequemlichkeiten wie schlechte Erreichbarkeit oder den vorübergehenenden Wegfall von Parkplätzen und nicht zuletzt viel Lärm und Staub vor ihrer Ladentüre in Kauf nehmen. Das alles gehört zwar jetzt der Vergangenheit an. Rückblickend beklagen die Geschäfte aber Einbußen von bis zu 20 Prozent während der Bauphase. Vom Ausbau der Straße betroffen war auch das Museum »DASMAXIMUM«, das über »Mordsprobleme« klagte.

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Nach Angaben von Museumsleiterin Dr. Birgit Löffler sei dem Museum zugesichert worden, dass das Gelände während der Bauphase immer von drei Seiten zugängig sei; das sei aber nicht der Fall gewesen. »Es gab einen riesen Ärger unter den Besuchern. Die Leute sind planlos herumgeirrt.« Auch die Feuerwehrzufahrt sei drei Monate verschlossen gewesen. Bei einem Einsatz hätte die Feuerwehr über die Gartenstraße anfahren und zunächst noch ein Tor aufsperren müssen, um auf das Gelände zu gelangen. Sowohl von der Stadtverwaltung als auch vom Baustellenleiter sei sie trotz mehrfacher Anmahnung der Situation immer nur vertröstet worden, betonte Löffler gegenüber dem Traunsteiner Tagblatt.

Aus der Stadtverwaltung habe es geheißen, dass infolge der Baumaßnahmen mit Beeinträchtigungen nun mal zu rechnen sei. Sorgenfalten bereitete der Kunsthistorikerin im Nachhinein auch die Tatsache, dass die Post nicht zugestellt worden ist. »Wir haben monatelang keine Post bekommen. Irgendwann sind dann mehrere Zustellungen auf einmal im Briefkasten gelandet.« Bei all den Unannehmlichkeiten ist Birgit Löffler jetzt froh, dass die Baumaßnahme abgeschlossen und der Weg auf das Gelände wieder frei ist. Vor allem auch deshalb, weil in nächster Zeit große Kunsttransporte anstehen. Lobend erwähnte sie auch, dass durch den Ausbau der Straße vor dem Museum ein ansprechender, gepflasterter Platz mit Bäumen und Bänken geschaffen werde.

Dass bei einer derartigen Straßenbaumaßnahme Beeinträchtigungen gibt, sei völlig normal, sagt Peter Huber von der gleichnamigen Orthopädie Schuhtechnik. Über empfindliche Umsatzeinbußen klagten er und seine Frau Gabi aber nicht. »Wir haben viele Kunden von auswärts, die uns wegen der fehlenden Parkmöglichkeiten schon mal gemieden haben. Auch bei der Laufkundschaft machten sich kleinere Einbußen bemerkbar.« Im Großen und Ganzen könnten sie sich aber nicht beklagen. »Wenn uns was sauer aufgestoßen ist, haben wir uns gleich beim Ansprechpartner in der Stadtverwaltung gemeldet«, so Huber. Ein Fleißkärtchen verteilte er an die Bauarbeiter: »Die Bauarbeiter haben sehr fleißig gearbeitet und das bei sengender Hitze.« Ein Extra-Lob zollte er den Pflasterarbeitern.

Auch aus der Bäckereifiliale Kotter gab es Lob für die Arbeiter. »Die Bauarbeiter waren alle freundlich«, sagte Claudia Lindhuber. Sie und ihre Mitarbeiterinnen sind jetzt froh, dass der Lärm vor der Haustür ein Ende hat und alles wieder seinen gewohnten Weg geht. »Die Baustelle hat uns natürlich beeinträchtigt. Vom Umsatz her haben wir das g'scheit gespürt«, sagte Lindhuber ein. Mit Umsatzeinbußen hatte auch das Weinhaus Schmidtner zu kämpfen. Bemerkbar gemacht hätte sich der rückläufige Umsatz vor allem in den Sommermonaten, so Jutta Schmidtner. Sie sprach von Einbußen um die 20 Prozent, wenn nicht mehr. »Wir haben unseren Damen sogar Zwangsurlaub gegeben und uns selber rein gestellt.« Sie bedauerte vor allem den langen Zeitraum von April bis Dezember. Mit dem Resultat ist Jutta Schmidtner grundsätzlich zufrieden: »Die Straße wirkt jetzt klarer und großzügiger.«

Durch die zusätzlich fehlenden Parkplätze, die in der Adventszeit dem Christkindlmarkt auf dem Rathausplatz weichen mussten und der Baustelleneinrichtung für die Rathausplatzpflasterung, waren die Stellplätze rund um den Rathausplatz in den letzten Wochen ohnehin sehr knapp. Auf diese Situation wies auch Herbert Trieb von Optik Hörgeräte Trieb hin. »Im Prinzip waren wir nicht ganz so betroffen, weil wir an der Ecke liegen. Die Leute sind ganz gut rein gekommen.« Kleinere Beschwerden und leichte Verständigungsschwierigkeiten habe es zwar gegeben. Als einen »Segen« bezeichnete er den im Zuge des neuen Gehwegbaus geschaffenen, barrierefreien Zugang zu seinem Geschäft. ga

 


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