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Stadt Traunreut will die TuS-Halle übernehmen

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Traunreut will TuS-Halle übernehmen
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Um dem TuS Traunreut finanziell aus der Patsche zu helfen, beabsichtigt die Stadt Traunreut, die TuS-Halle mit Kadlez-Halle zu übernehmen. Der Verein würde dadurch sofort um die für die Sporthallen anfallenden Unterhaltskosten und Tilgungsleistungen entlastet werden. (Foto: Rasch)

Traunreut – Um den TuS Traunreut zu entlasten, möchte die Stadt Traunreut die vereinseigene TuS-Halle mit Kadlez-Halle zum Null-Tarif übernehmen. Der größte Sportverein der Stadt mit über 2400 Mitgliedern würde so nach Auffassung der Stadtverwaltung sofort um geschätzte 60.000 Euro pro Jahr entlastet werden. Zudem müsste damit die Stadt alle notwendigen Unterhalts- und Baumaßnahmen übernehmen. Ein erstes Signal, die Halle kostenlos auf die Stadt zu übertragen, setzte der Hauptausschuss in einem einstimmigen Beschluss.


Um die Zuschüsse für die Kadlez-Halle nicht zurückzahlen zu müssen, soll diese Halle alleine vom TuS genutzt werden. Die große TuS-Halle würde dann auch allen anderen Sportvereinen im Stadtgebiet zur Verfügung stehen.

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Bürgermeister Klaus Ritter ist überzeugt: »Wir helfen dem TuS am allermeisten, wenn wir die Hallen übernehmen.« Zunächst muss aber abgewartet werden, ob der TuS das Angebot auch annimmt. Es gibt es noch viele offene Fragen, die bis Juli geklärt werden sollen. Erst dann will der Stadtrat eine Entscheidung treffen.

Ursprünglich stand der Zuschuss-Antrag des Sportvereins in der Sitzung nicht auf der Tagesordnung. Wegen der Jahreshauptversammlung des TuS Traunreut am gestrigen Freitag, sollte der Antrag aber eilig und öffentlich behandelt werden, um dem Verein den Vorschlag der Stadt zu unterbreiten.

Fraktionsvorsitzende kurzfristig informiert

Wie berichtet, hatte der TuS bei der Stadt für die nächsten drei Jahre einen Zuschuss von jährlich 100.000 Euro beantragt. Nach eigenen Angaben stehen dem Verein in nächster Zeit für die Sanierung der TuS-Halle und anderer Liegenschaften geschätzte Kosten von rund 3,2 Millionen Euro bevor. Die Stadtverwaltung vertrat jedoch die Ansicht, dass trotz des städtischen Zuschusses beim TuS eine von ihm nicht zu stemmende Belastung verbleibt und schlägt vor, dass die vereinseigenen Hallen kostenlos auf die Stadt übertragen werden. Von diesem Vorschlag wurden die Fraktionsvorsitzenden erst am vergangenen Montag informiert, was in der Sitzung scharf kritisiert wurde.

Vom Grundsatz her konnte das Gremium die Schützenhilfe mittragen. Es sei etwas Brauchbares, das einer Lösung näher komme, sagte Ernst Ziegler (SPD). Zweiter Bürgermeister und Sportreferent Hans Peter Dangschat (CSU) sprach von einer »Rettung, aber keiner Entlastung«. Schwierigkeiten werde es beim TuS weiter geben, da ist er sich sicher. Massive Kritik übte er an der Vorgehensweise des Bürgermeisters: Er warf Klaus Ritter vor, dem Stadtrat den Vorschlag einer Übernahme der Hallen bis auf den letzten Drücker vorenthalten und ihn als Sportreferent auch nicht in die Gespräche mit eingebunden zu haben. Außerdem vermisse er konkrete Zahlen, was zum Beispiel die Sanierung der Halle koste. Bisher liege hier nur eine grobe Kostenschätzung vor.

Ritter wies die Kritik zurück und erinnerte daran, dass im Januar alle Fraktionssprecher zu einem Gespräch beim TuS eingeladen waren. Ende März sei dann der Zuschuss-Antrag des TuS in der Stadtverwaltung eingegangen. Bei einem weiteren Gespräch mit der Vorstandschaft habe man sich dann über weitere Lösungen unterhalten. »Ich finde den Vorschlag gut und wir brauchen zwingend eine Lösung für den TuS«, betonte Ritter. Man sei zeitlich wegen der Hauptversammlung des TuS sehr unter Druck gewesen.

Als einer der geschäftsführenden Vorsitzenden des TuS Traunreut ging auch Roger Gorzel (Bürgerliste) mit dem Bürgermeister hart ins Gericht. Er kritisierte die Vorgehensweise, quasi über Nacht kurz und knapp einen Vorschlag zu unterbreiten, ohne den Verein davon in Kenntnis zu setzen: »Sie haben den TuS nicht eingeweiht«, tadelte Gorzel und mahnte an, daraus seine Konsequenzen zu ziehen. Ritter erklärte, dass es seine Pflicht sei, zunächst den Stadtrat zu informieren und dann erst an den TuS heranzutreten. »Ich darf nicht zuerst den Verein fragen.«

»Wir müssen dem TuS helfen«

Nach Ansicht von Konrad Unterstein (FW) sei eine Übernahme der Hallen durch die Stadt unumgänglich, damit sich der Verein wieder neu aufstellen könne. »Wir nehmen dem TuS damit eine große Last von den Schultern.« Sein Fraktionskollege Alfred Wildmann schloss sich dem an: »Wir müssen dem TuS helfen«, forderte er.

Auch Reinhold Schroll und Hans Kneffel (CSU) sind grundsätzlich bereit, den Vorschlag mitzutragen. Beide forderten jedoch, die Entscheidung nicht übers Knie zu brechen. »Wir müssen sowohl dem TuS als auch uns mehr Zeit einräumen, um uns zu beraten«, schlug Schroll vor. ga