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Auf dem Rathaus Altbau in Traunreut befindet sich seit rund 10 Jahren eine 10 kWp-PV-Anlage. Die CSU-Fraktion des Traunreuter Stadtrats fordert jetzt den Ausbau von PV-Anlagen auf städtischen Gebäuden. (Foto: Rasch)

Stadt Traunreut soll sich Gedanken über PV-Anlagen machen

Traunreut – Dass die städtischen Liegenschaften über ein großes Potenzial an Flächen für PV-Anlagen verfügen, geht aus einer Auflistung aller Gebäude hervor. Die Verwaltung hatte auf Antrag der CSU-Stadtratsfraktion recherchiert, auf welchen der insgesamt 47 städtischen Gebäuden PV-Anlagen installiert sind. Außerdem sollte eruiert werden, welches Volumen im Falle einer Installierung die Anlagen haben könnten und mit welchen Kosten zu rechnen sei. 


Neben der Ermittlung von möglichen Förderungen und ob Anlagen auf städtischen Dachflächen auch an private Investoren vermietet werden könnten, forderte die CSU eine Priorisierung der ersten fünf städtischen Gebäude, auf deren Dächern eine PV-Anlage möglichst schnell und möglichst wirtschaftlich errichtet werden könnte. Aus Sicht der CSU sollte eine Offensive in Sachen Photovoltaik-Anlagen angestoßen werden. Die Stadt Traunreut sollte hier eine Vorbildfunktion bei der Errichtung von PV-Anlagen auf den Dächern übernehmen, fordert die CSU. Die anvisierten Klimaziele könnten nur durch den Ausbau erneuerbarer Energieträger erreicht werden, heißt es in der Begründung. In vielerlei Hinsicht habe Traunreut hierbei schon Zeichen gesetzt. So werde in der Kernstadt eine moderne Geothermie-Anlage betrieben, aber auch die Wasserkraft sei weiter ausgebaut worden.

Wie die Untersuchungen, die in der jüngsten Bauausschusssitzung vorgestellt wurden, ergeben haben, sind lediglich fünf städtische Gebäude mit einer PV-Anlage ausgestattet: Auf dem k1 und in der Kläranlage Traunreut befinden sich jeweils eine 30 kWp-Anlage und auf dem Altbau des Rathauses eine 10 kWp-Anlage. 2018 wurde auf der Halle des städtischen Bauhofs eine 99 kWp-Anlage installiert und auf dem Gebäude der Stadtwerke eine Anlage mit 48 kWp. Zu den städtischen Gebäuden ohne PV-Anlagen wurde mitgeteilt, dass eine Überprüfung hinsichtlich einer zusätzlichen Auflast durch die PV-Anlagen bei jedem einzelnen Projekt noch überprüft werden müsse. Grundsätzlich wären aber viele Objekte mehr oder weniger geeignet. Beispielsweise der Rathaus-Erweiterungsbau, die Feuerwehrgerätehäuser, die Schulen oder das »Schneckenhaus« (neue Kindertagesstätte an der Kolpingstraße). Bedingt möglich wären PV-Anlagen zum Beispiel auf dem Verwaltungsgebäude der Stadt-werke, auf dem Vereinskindergarten oder auf der städtischen Lagerhalle in der Kolpingstraße.

Bei einer 30kWP-Anlage auf dem Rathaus-Erweiterungsbau in der Südtiroler Straße geht man von 60 000 Euro aus. Eine 20 kWp-Anlage auf dem Feuerwehrgerätehaus in Sankt Georgen würde mit 40 000 Euro zu Buche schlagen und eine 50 kWp-Anlage auf dem Dach der Carl-Orff-Grundschule Traunwalchen würde rund 100 000 Euro kosten. Mit rund einer Million Euro wäre man bei einer 500 kWp-Anlage dabei, die auf weiteren Hallendächern am städtischen Bauhof möglich wären.

Nicht möglich wäre beispielsweise das Dach des Hallenbads und der Doppelturnhalle an der Adalbert-Stifter-Straße wegen zu vieler Oberlichter, das Nebengebäude an der Carl-Orff-Schule Traunwalchen oder das VHS-Gebäude in der Marienstraße.

Derzeit keine Förderungen möglich

Die Kämmerei teilt in einer Stellungnahme mit, dass nach derzeitigem Stand der Dinge die Stadt kein Förder- und Zuschuss-Programm für die Errichtung von PV-Anlagen auf den Dächern der städtischen Liegenschaften in Anspruch nehmen könne. Aktuell würden nur Privatimmobilien und Immobilien zu Wohnzwecken gefördert.

Weiter wies die Verwaltung darauf hin, dass der deutsche Städte- und Gemeindetag aktuell eine Neuauflage eines 100 000-Dächer-Programms für Kommunen fordere. Es stünden Förderungen in Höhe von insgesamt fünf Milliarden Euro für ein Sofortprogramm zur Installation solcher PV-Anlagen im Raum. Bürgermeister Hans-Peter Dangschat erklärte hierzu deutlich, dass der städtische Haushalt derzeit PV-Anlagen ohne Förderung nicht stemmen könne.

Hinsichtlich einer Vermietung der Dachflächen an private Investoren soll nach Angaben der Verwaltung noch eine konkrete Abstimmung und Beratung mit der Energieagentur Südost-bayern GmbH erfolgen. In der Vergangenheit seien bereits verschiedene Anfragen zur Anmietung der städtischen Dachflächen an die Stadt gerichtet worden, hieß es. Da die Investoren jeweils eine Laufzeit von circa 20 Jahren angefragt hatten und seitens der Stadt nicht sichergestellt werden konnte, dass keine Reparatur- oder Sanierungsarbeiten an den Dächern durchgeführt werden müssen, seien die Dachflächen nicht vermietet worden. Ausfallzahlungen wären ansonsten die Folge gewesen.

Die Antwort auf die Frage der CSU, auf welchen fünf städtischen Gebäuden eine PV-Anlage möglichst schnell und möglichst wirtschaftlich errichtet werden könnte, lautete, dass im Haushalt 2022 bereits zwei Maßnahmen eingestellt sind: Auf dem neuen Technikgebäude des Freibads soll eine 60 kWp-Anlage installiert werden und auf dem Dach des Rathaus-Erweiterungsbaus eine 30 kWp-Anlage. Die Prioritätenliste wird fortgeführt von Anlagen auf dem »Schneckenhaus«, auf dem Dach der Werner-von-Siemens-Mittelschule, auf dem Lehrerwohnhaus in Sankt Georgen und auf der Grundschule Sankt Georgen. Der Antrag des CSU-Vorsitzenden Bernhard Seitlinger, respektive die klare Darstellung und Ermittlung möglicher Flächen, auf denen PV-Anlagen möglich wären, wurde vom Bauausschussgremium begrüßt und man sollte an dem Thema unbedingt dran bleiben, so der Tenor.

Eine Beschlussfassung sei derzeit nicht erforderlich. Über die Ergebnisse der Gespräche mit der Energieagentur Südost-bayern GmbH werde wieder berichtet und das weitere Vorgehen festgelegt.

ga

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