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Stadt Traunreut bleibt bei ihrem »Nein«

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Der Traunreuter Stadtrat lehnt nach wie vor eine Schließung des Bahnübergangs am Rauschbergweg in Matzing ab. In der jüngsten Sitzung wurde die Haltung der Stadt einmal mehr durch einen einstimmigen Beschluss bekräftigt. Nach den Vorstellungen der Bahn sollte der Bahnübergang für den motorisierten Verkehr geschlossen werden und nur noch für Fußgänger und Radfahrer offen bleiben. (Foto: Rasch)

Traunreut – Der Traunreuter Stadtrat bleibt hartnäckig und lehnt eine Schließung des Bahnübergangs an der Rauschbergstraße in Matzing weiterhin ab. Wie mehrfach berichtet, beabsichtigt die DB RegioNetz Infrastruktur gmbH, Südostbayernbahn, den Bahnübergang an der B304 zu ertüchtigen und den Bahnübergang am Rauschbergweg für den motorisierten Verkehr zu schließen und mit einer Umlaufsperre für Fußgänger und Radfahrer auszurüsten.


Die Bahn will den Übergang an der B304 mit einer Lichtzeichenanlage und Halbschranken ertüchtigen und mit der Stilllegung des Übergangs am Rauschbergweg grundsätzlich einen Kreuzungspunkt wegbringen und damit einen möglichen Kollisionspunkt entfernen.

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Um die Verbindung für die Anlieger westlich der Bahn weiterhin zu ermöglichen, sollte nach den Vorstellungen der Bahn der Feldweg, der als Rad- und Wirtschaftsweg ausgewiesen ist und sich zum Teil auf Nußdorfer Gemeindegebiet befindet, entsprechend ausgebaut werden.

Der Feldweg führt an einem Holzverarbeitungsbetrieb vorbei und schließt im Süden an die Staatsstraße 2096 (Chieming-Traunreut) an. Seitens der Bahn wäre geplant, den Wirtschaftsweg auf 3,50 Meter auszubauen und zusätzlich beidseitige Bankett-Streifen einzubauen. Für die Begegnung von zwei Fahrzeugen wären zwei Ausweichstellen vorgesehen.

Der Vorschlag der Bahn war zuletzt Anfang des Jahres im Stadtrat behandelt und einstimmig abgelehnt worden. Gleichzeitig wurde einer Fristverlängerung des Antrags der Bahn bis zum 24. November zugestimmt. In einem Schreiben hat die Bahn jetzt die Stadt Traunreut erneut um eine Zustimmung der Planung gebeten. Doch der Stadtrat hält an seiner Entscheidung fest, dass der Bahnübergang in keinem Fall stillgelegt werden soll. Eine Schließung des Bahnübergangs, respektive ein Ausbau des Wirtschaftswegs würden auch den Interessen der Stadt Traunreut widersprechen. Denn westlich der Bahnlinie plant die Stadt über kurz oder lang ein Gewerbegebiet. Auch deshalb wurde schon Anfang des Jahres davor gewarnt: »Wenn einmal zu ist, ist für immer zu.«

Nach Auffassung von Bürgermeister Hans-Peter Dangschat ginge dabei eine wichtige Notausfahrt für Rettungsfahrzeuge und dergleichen verloren: »Ich lehne den Antrag ab, weil ich eine Schließung für nicht sinnvoll halte«, sagte Dangschat. Verkehrsreferent Roger Gorzel (Bürgerliste) vertrat die Meinung: »Das kostet nur Geld und die Bahn wird nicht schneller und nicht langsamer.« Sein Vorschlag, mit der Bahn eine Verkehrsschau zu organisieren, um sich gemeinsam vor Ort ein Bild zu machen, wurde im Protokoll notiert. »So lange in dem Zug nicht mehr Leute mitfahren, erübrigt sich für mich die Diskussion«, erklärte Paul Obermeier (FW).

Reinhold Schroll und Hans Kneffel (beide CSU) bezweifelten, dass eine Schließung zwingend notwendig ist und dadurch der Zug an Schnelligkeit gewinnen könnte. Da sich der Bahnübergang in unmittelbarer Nähe des Matzinger Bahnhofs befindet, müsse der Zug ohnehin in Schrittgeschwindigkeit fahren und es nicht notwendig abzubremsen, so Schroll. Deshalb werde er seine Meinung, den Bahnübergang nicht zu schließen, nicht ändern. Aus Sicht von Kneffel mache das nur Sinn, wenn der Bahnhof Matzing aufgelassen würde. Dies sei aber offenbar nicht der Fall, zumal in den Bahnhof investiert worden sei. ga


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