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Sportwetten nicht erlaubt: Ausschuss untersagt weiteren Automaten-Betrieb

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Sportwetten-Automaten entsprechen weder den Zielen der Traunreuter Stadtkern- Sanierung, noch sind sie laut Bebauungsplan zulässig. Deshalb hat der Bauausschuss die Genehmigung für einen Weiterbetrieb der bereits in einem Hotel an der Kantstraße aufgestellten Wettannahme-Terminals untersagt. (Foto: Rasch)

Traunreut – Sportwetten-Automaten entsprechen weder den Zielen der Sanierung des Traunreuter Stadtkerns, noch sind sie laut Bebauungsplan zulässig. Deshalb hat der Bauausschuss des Stadtrats in einer Sitzung die Genehmigung für einen Weiterbetrieb der in einem Hotel an der Kantstraße bereits aufgestellten Automaten verweigert. Nach Ansicht von Bürgermeister Hans-Peter Dangschat sei für das Areal eine Verschlechterung zu befürchten. Ein Raum mit Automaten sei kein attraktiver Dienstleister, sagte Dangschat.


Christian Stoib (SPD) wurde angesichts der Corona-Pandemie noch deutlicher: »In Zeiten von Kurzarbeit sollte sowas generell nicht genehmigt werden«, forderte Stoib.

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Nach Angaben der Stadtverwaltung hatte die HOCA-Betriebs GmbH einen Antrag auf eine Nutzungsänderung eines Hotelkiosks und eines Hotelzugangs in Räume zur Aufstellung von Sportwetten-Automaten gestellt. Die Räume neben der leer stehenden »Trauna-Passage« seien bereits eingerichtet und die Automaten seien auch schon betrieben worden. Zum Weiterbetrieb bedürfe es nach Angaben des Betreibers aber einer bauaufsichtlichen Genehmigung.

Der betreffende Bereich ist als Mischgebiet ausgewiesen und wurde schon vor rund 20 Jahren von der Stadt zum Sanierungsgebiet erklärt – mit dem Ziel, den Stadtkern, zu dem auch das »Trauna-Zentrum« mit seiner Passage gehört, für Bewohner und Besucher der Stadt attraktiv zu gestalten und mit Leben zu erfüllen.

Nach Ansicht der Verwaltung sei aber ein Raum mit Automaten kein attraktiver Dienstleister und Laden. Vielmehr sei davon auszugehen, dass sich in der Passage zum derzeitigen Leer-Stand auch noch ein sogenannter »Trading-Down-Effekt« einstellen werde. Das Vorhaben könnte zudem Bezugsobjekt für weitere derartige Gewerbetreibende werden, sodass für das Areal eine Verschlechterung zu erwarten sei, befürchtet die Verwaltung.

Nachdem die Räume, in denen die Wettannahme-Terminals derzeit aufgestellt sind, keiner anderen Funktion dienen, handle es sich nach Auffassung der Verwaltung um eine Vergnügungsstätte, die laut Bebauungsplan dort nicht zulässig ist. Deshalb schlug die Verwaltung vor, das gemeindliche Einvernehmen sowie eine sanierungsrechtliche Genehmigung zu verweigern.

Auf Anfrage von Michael Mollner (LiZ) erklärte die Verwaltung, die Entscheidung werde jetzt dem Landratsamt Traunstein mitgeteilt, das dem Betreiber die Nutzung der Wettannahme-Terminals untersagen werde. ga


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