Bildtext einblenden
Vorsitzender Christian Stoib (von links) ehrte Ernst Ziegler, Johannes Bär, Hans Tröndlin und Ruth Tröndlin für 50 Jahre Mitgliedschaft in der SPD. (Foto: P. Mix)

SPD Traunreut zeichnete »einst engagierte Jusos« aus

Traunreut – Bei der Jahreshauptversammlung des SPD-Ortsvereins Traunreut standen neben den Berichten der Vorstandschaft auch Ehrungen für langjährige Genossen und eine Genossin auf der Tagesordnung.


Der Traunreuter Ortsverein besteht seit 70 Jahren. Seit 50 Jahren sind vier Personen bereits Mitglieder, die nun im Rahmen der Versammlung Urkunden und goldene Anstecknadeln erhielten: Ruth Tröndlin, Hans Tröndlin, Johannes Bär und Ernst Ziegler waren »einst engagierte Jusos« und blieben der Partei bis heute treu. »Willi Brandt und sein Warschauer Kniefall dürfte damals das Zugpferd gewesen sein, warum ihr der SPD beigetreten seid«, mutmaßte der Vorsitzende Christian Stoib.

In seinem Rückblick konnte Stoib nur wenige Veranstaltungen aufzählen. Die Mitglieder blieben jedoch trotz des Lockdown in Kontakt und hielten regelmäßige Online-Stammtische ab, bei denen vielfältige Themen diskutiert wurden. Der SPD Ortsverein führte auch die »1. Traunreuter Online Faschingsparade« durch, die großen Anklang fand. Wie Stoib berichtete, soll diese Aktion 2022 erneut stattfinden, egal, ob der Faschingszug dann wieder möglich ist oder nicht.

Die Wanderung »links bergauf« mit Bärbel Kofler, eine Veranstaltung mit der Landesvorsitzenden Ronja Endres und das Sommerfest konnte der Ortsverein heuer trotz Corona durchführen. Zufrieden zeigte sich Stoib mit dem Ergebnis der Bundestagswahl in Traunreut, wo die SPD bei den Zweitstimmen 17 Prozent erreichte und damit vor AFD und Grünen lag. Gerti Winkels musste in ihrem Kassenbericht für 2020 allerdings ein Minus in Höhe von rund 4000 Euro vermelden, das vor allem durch die Kosten für den Kommunalwahlkampf entstanden ist.

In seinem Grußwort nannte Kreisvorsitzender Sepp Parzinger vier große Themen, denen sich der Kreisvorstand widmen möchte. Ihm geht es vor allem um »gute Arbeit«, denn: »Jeder fünfte Beschäftigte in unserem Landkreis arbeitet zu Niedriglohnbedingungen.« Zum Erhalt besonders der Industriearbeitsplätze im nördlichen Landkreis gehört laut Parzinger auch die Energiesicherheit. Bei der Erzeugung erneuerbarer Energien könne der Landkreis noch besser werden und sich klarer fokussieren.

Ein weiteres Thema ist bezahlbares Wohnen. In Traunreut sei hier schon einiges angestoßen worden. Es fehle aber generell an einem Überblick. Deshalb wäre es wichtig, eine Wohnraumbedarfserhebung für den ganzen Landkreis zu erstellen. Bezahlbarer und gut ausgebauter ÖPNV sei gerade auch im Hinblick auf die Umwelt wichtig und schließlich seien die Kliniken, Gesundheit und Pflege generell ein wichtiges Thema. »Die Klinikstandorte müssen erhalten bleiben«, forderte Parzinger. In Sachen Pflege sei der neue Pflegestützpunkt schon mal ein guter Ansatz.

Parzinger betonte: »Die SPD ist derzeit im Aufwind. Wir sollten das nutzen in Bezug auf die Mitgliederentwicklung und ganz gezielt Leute ansprechen. Wir brauchen neue, junge Leute in der Partei.« Auch Ernst Ziegler ist dieser Meinung: »Die Orientierungslosigkeit mancher jungen Menschen sollten wir konstruktiv nutzen und sie für uns gewinnen.« In der Diskussion um das Thema Umwelt erklärte Stoib: »Jeder kann klein bei sich selber anfangen und etwas dafür tun.«

mix

Mehr aus Traunreut