Silvester einmal ganz anders

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Traunreuts Bürgermeister Hans-Peter Dangschat verbringt den Abend in trauter Zweisamkeit mit seiner Frau Bianca. (Fotos: Rasch)

Traunreut – Wie feiern die Traunreuter heuer ins neue Jahr hinein? Das Traunsteiner Tagblatt hat nachgefragt


Ein rauschendes Fest am Silvesterabend fällt diesmal aus. Große Partys oder Bälle in Traunreut wird es nicht geben. Es werden keine Böller und Raketen verkauft. Wie machen es sich die Familien zum Jahreswechsel trotzdem schön? Fünf Personen aus zwei Haushalten dürfen sich ja treffen. Oder wird einfach ganz in Ruhe allein gefeiert? Das Traunsteiner Tagblatt hat sich umgehört.

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Bürgermeister Hans-Peter Dangschat und sein Stellvertreter Reinhold Schroll stoßen virtuell und bei Rac­lette auf das neue Jahr an. »In den vergangenen Jahren hat schon fast traditionell keine Silvesterparty in unserer Wohnung stattgefunden, weil man von unserem Balkon aus sehr schön das große Feuerwerk in Traunreut sehen kann«, sagt Dangschat.

In diesem Jahr sei einfach alles anders; kein Feuerwerk und keine Gäste, denn die müssten ja schon um 21 Uhr zu Hause sein. »Meine Frau Bianca und ich werden deshalb den Abend alleine verbringen. Um Mitternacht schalten wir uns virtuell mit Freunden und Bekannten zu einer Videokonferenz zusammen, um so auf das neue Jahr anzustoßen.«

Reinhold Schroll feiert mit der Schwester seiner Frau Rosmarie und deren Mann. Es gibt Raclette, verriet er. »Wir werden wohl beim Schafkopfen das Jahr dann gemütlich ausklingen lassen und ins neue Jahr mit einem Glas Sekt starten.«

Stadträtin Andrea Haslwanter will das verrückte Jahr hinter sich lassen und in ein hoffentlich besseres Jahr 2021 starten. Ganz nach der Parole: »Auf nimmer Wiedersehen 2020. Willkommen 2021«, wie sie uns auf einem Foto demonstrierte. Sie trifft sich im engsten Kreis: »Ich feiere mit einer Freundin – grillen, Lagerfeuer und gute Musik.«

Bei der Familie Pfeffer-Alversammer in Traunwalchen wird Silvester in der Werkstatt des Nachbarn gefeiert. »Dieses Jahr feiern wir im kleinsten Kreis in der eigenen Werkstatt mit selbst gemachter Bosna und anschließendem Whiskey-Cola an der Feuerschale im Garten«, teilte Rita Pfeffer mit.

In Hörzing laufen an Silvester die Uhren anders: »Wir treffen uns schon am Nachmittag mit Freunden und stellen dann einfach die Uhr um ein paar Stunden vor! Um acht ist bei uns Mitternacht und um neun sind alle brav zuhause«, schäkert Tina Rücker. »Ein bisschen anders als sonst, aber wichtig ist es doch nur, ein paar Stunden im engsten Kreis mit lieben Freunden zu verbringen. Wir freuen uns schon sehr drauf!«

Mit vier kleinen Kindern unter zehn Jahren war an Silvester bei der Familie Janetzky in Walchenberg auch in den letzten Jahren keine große Party angesagt. So wird es auch heuer beim gemütlichen Beisammensein innerhalb der Familie bleiben. »Wir werden eine Wanderung durch den Wald machen, Bleigießen, Spiele spielen und lange essen«, erklärt die vierfache Mama Magdalena. »Wie gut, dass wir die Zeit, in der wir jung und ungebunden waren, genutzt haben. Für die Jugendlichen tut es mir leid, dass sie so eingeschränkt werden.«

Auf einen ruhigen Silvesterabend hofft auch die Polizei. Auf Nachfrage bei der Polizeistation Traunreut werde an Silvester im Rahmen der Allgemeinverfügung auf öffentlichen Plätzen kontrolliert. »Wir werden permanent präsent sein«, sagte der Stellvertretende Stationsleiter, Polizeihauptkommissar Christian Scholz, dem Traunsteiner Tagblatt.

Ein generelles Verbot für das Abfeuern von Silvesterböllern auf den Privatgrundstücken gebe es zwar nicht. Aber hier müsse die Grenze zum Nachbarn strikt eingehalten werden. Auch dürfe im eigenen Garten auf das neue Jahr angestoßen werden. ga


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