weather-image
21°

Silbernes Ehrenzeichen für Kommandant Stefan Helmel

4.0
4.0
Traunreut
Bildtext einblenden
Für 20 Jahre aktiven Dienst bei der Freiwilligen Feuerwehr Traunwalchen wurde Kommandant Stefan Helmel (rechts) von Bürgermeister Klaus Ritter mit dem Feuerwehrehrenabzeichen in Silber ausgezeichnet. (Foto: Rasch)

Traunreut – Während sich die Einsätze der Freiwilligen Feuerwehr Traunwalchen 2018 im Vergleich zum Vorjahr fast halbierten, waren die Floriansjünger gleich zu Beginn dieses Jahres gefordert: Der Katastrophenfall, der für den Landkreis Traunstein inzwischen offiziell eingestellt wurde, war auch für die Traunreuter Stadtfeuerwehren eine Ausnahmesituation. Für den Einsatz der Wehren, die wegen des Schneechaos' auch in die südlichen Gemeinden des Landkreises abberufen wurden, gab es bei der Jahreshauptversammlung der Traunwalchner Feuerwehr im Pfarrheim von Bürgermeister Klaus Ritter viel Lob.


»Leistungen verdienen allerhöchsten Respekt«

Er habe auch selbst bei den Einsätzen viel gelernt, sagte Ritter. Die Präsenz und die Ausgeglichenheit der Einsatzkräfte verdienten größten Respekt und seien ein Zeichen einer stabilen Wehr, die zu blinder Vertrauenswürdigkeit untereinander geführt habe. Den lobenden Worten schlossen sich auch der Kommandant der Traunwalchner Feuerwehr, Stefan Helmel, und Kreisbrandinspektor Martin Schupfner an. »Die freiwillig erbrachten Leistungen der Feuerwehr aber auch die der Bürger, die die Helfer mit Essen versorgten, verdienen allerhöchsten Respekt«, sagte Schupfner.

Anzeige

Aktuell leisten 53 aktive Männer und Frauen Dienst in Traunwalchen. Drei Kameraden sind im vergangenen Jahr ausgetreten, Andreas Berger und Verena Hofmann konnten in den aktiven Dienst aufgenommen werden. Nach Angaben von Helmel musste die Wehr zu 28 Einsätzen und Sicherheitswachen ausrücken. Darunter war auch ein tragischer Traktorunfall in Matzing, bei dem ein Landwirt ums Leben gekommen ist. Wie wichtig es sei, dass die Feuerwehr auch über geschickte Handwerker verfüge, habe sich bei einer schwierigen Wohnungsöffnung gezeigt. Eine alleinstehende, ältere Frau sei gestürzt und hatte einen Notruf abgesetzt. Nachdem die Frau dem Notarzt die gut gesicherte Türe nicht öffnen konnte, wurde die Feuerwehr alarmiert, die dabei auch ihr handwerkliches Geschick zeigte. Insgesamt leistete die Wehr im vergangenen Jahr für Übungen, Einsätze, Sicherheitswachen und Schulungen über 3470 Stunden ab.

Neues Feuerwehrhaus im Sommer bezogen

Wie der Kommandant weiter mitteilte, musste aufgrund des Umzugs in das neue Feuerwehrhaus in Oderberg bei den Lehrgängen auf »Sparflamme« gefahren werden. Im vergangenen Sommer konnte die neue Herberge bezogen und im Spätherbst eingeweiht werden. »Das Ausrücken funktioniert super«, bestätigte Helmel dem Traunsteiner Tagblatt. Der neue Standort in Oderberg sei ein großer Vorteil, weil man schnell in der Kernstadt sei. Anfängliche Mängel im Gebäude konnten mittlerweile behoben oder sollen noch behoben werden. Unbefriedigend sei allerdings die Platzsituation in der Fahrzeughalle, die keinen Entwicklungsspielraum zulasse.

Wie mehrfach berichtet, wurde bei der Planung die sogenannte Schwarz-Weiß-Trennung (SW) offensichtlich aus Spargründen nicht berücksichtigt, was letztendlich zu räumlich beengten Verhältnissen geführt hat. Die SW-Trennung setzt voraus, dass sowohl für die Einsatz- als auch für die Privatkleidung jeweils zwei Spinde vorgehalten werden. Bis eine zufriedenstellende Lösung gefunden ist, behilft sich die Feuerwehr jetzt mit einer Übergangslösung, in dem sie die Spinde für die Frauen in die Werkstatt ausgelagert hat. Für die Männer wurde in der Fahrzeughalle eine weitere Spind-Reihe aufgestellt. »Noch können wir uns mit dieser Situation abfinden. Aber in spätestens drei Jahren muss eine zukunftsfähige Lösung – in welcher Form auch immer – gefunden werden«, betonte Helmel.

Wehr braucht neue Kommandanten

Die Traunwalchner Feuerwehr steht auch personell vor einer Herausforderung. In den kommenden beiden Jahren müssen neue Kommandanten gefunden werden. Stefan Helmel tritt ab Februar das Amt des Kreisbrandmeisters an, das in den vergangenen 16 Jahren mit Josef Walter ebenfalls ein Kamerad aus den Reihen der Traunwalchner Wehr bekleidet hat. Bis zu den Neuwahlen werde er deshalb in Absprache mit der Inspektion »zweigleisig« fahren, erklärte Helmel. Auch sein Stellvertreter Günther Dorfhuber werde nicht mehr kandidieren. »Wir brauchen also zwei neue Leute.« Voraussetzung für eine Kommandantur sei eine vierjährige, aktive Dienstzeit. Josef Walter, der aus persönlichen Gründen das Amt des Kreisbrandmeisters zur Verfügung gestellt hat, wird der Traunwalchner Wehr aber weiterhin als erfahrene Fachkraft zur Verfügung stehen.

Wie Jugendwart Horst Jackel informierte, hat auch der Nachwuchs fast 700 Stunden abgeleistet und auch beim Umzug mitgeholfen. Die Mitgliederzahl ist auch wegen der Übertritte in den aktiven Dienst leicht rückläufig. Deshalb soll heuer wieder kräftig die Werbetrommel gerührt werden, um neue Nachwuchskräfte für die Feuerwehr zu gewinnen. Fünf angehende Feuerwehrmänner haben mit Erfolg den Wissenstest der Stufe zwei abgelegt und durften ihre Urkunde in Empfang nehmen.

Aktive und langjährige Mitglieder ausgezeichnet

Für 25-jährige aktive Dienstzeit zeichnete Kreisbrandinspektor Schupfner Florian Reiter und Frank Janetzky aus und für 30 Jahre Markus Meier. Das Feuerwehrehrenabzeichen in Silber für 20 Jahre aktiven Dienst überreichte Bürgermeister Ritter an Kommandant Stefan Helmel. Seitens des Vereins wurden auch langjährige Mitglieder geehrt, darunter Hans Weidinger für 75 Jahre und Herbert Zuber für 60 Jahre.

Umfangreich fiel auch der Rückblick des Vereinsvorsitzenden Manfred Heisler aus. Trotz Umzugsstress fanden Ausflüge statt und in der Talmühle wurde das Weinfest veranstaltet. Die Teilnahme an Jubiläumsfesten benachbarter Feuerwehren sowie an der Fußball-Dorfmeisterschaft war ebenso Pflicht wie die Teilnahme am Dorfschießen der Schützengilde Traunwalchen, die mit in die neue Herberge eingezogen ist. Dass der Feuerwehrverein gut gewirtschaftet hat, zeigte der positive Kassenbericht von Florian Sedler. ga