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Sechs Unternehmen sollen den »Munapark« entwickeln

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In rund einem Jahr könnte auf diesem Areal im Traunreuter Stadtzentrum im sprichwörtlichen Sinne der »Schnee von gestern« geschmolzen sein. Auf dem 18 000 Quadratmeter großen Grundstück am Traunring und an der Eichendorffstraße soll der »Munapark« mit Geschäfts- und Wohnhäusern entwickelt werden. Sechs Unternehmen wurden jetzt aufgefordert, bis Jahresende ein Konzept für eine Bebauung vorzulegen. (Foto: Rasch)

Traunreut – Für die sechs Projektentwicklungs-Unternehmen, die der Hauptausschuss für die Realisierung des »Munaparks« empfohlen hat, hat sich jetzt auch der Stadtrat in seiner jüngsten Sitzung entschieden.


Per einstimmigem Beschluss wurden die Unternehmen S&P Commercial Development GmbH Erlangen, die Quest AG, Kolbermoor, die HBB Hanseatische Betreuungs- und Beteiligungsgesellschaft Hamburg, die TBB Ten Brinke Projektentwicklungs-GmbH Regensburg, die Bayern-Wohnen Verwaltungs-GmbH Stephanskirchen und die Haumann + Fuchs Ingenieure Traunstein beauftragt, bis Ende dieses Jahres ein schlüssiges Konzept vorzulegen.

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Einverstanden erklärte sich das Gremium auch damit, dass die Planleistungen der sechs Unternehmen mit einem Preisgeld von insgesamt 30.000 Euro ausgelobt werden, das die drei Grundstückseigentümer, der Discounter Aldi, die Firma Stadelmann und die Stadt Traunreut mit jeweils 10.000 Euro zur Verfügung stellen. Der erste Preisträger soll 12.500 Euro erhalten. Der zweite Preis ist mit 10.000 Euro dotiert und der dritte Preis mit 7500 Euro.

Bis Jahresende sollen Ideen eingereicht werden

Wie berichtet, hatten sich elf von 17 angeschriebenen regionalen und überregionalen Unternehmen beworben. Die eingereichten Unterlagen wurden von den Grundeigentümern und einem Beratungsgremium nach vorgegebenen Kriterien bewertet. Die sechs ausgewählten Unternehmen haben jetzt bis Ende dieses Jahres Zeit, eine städtebaulich nachhaltige Immobilienidee einzureichen. Wer den Auftrag bekommt, entscheidet in letzter Instanz der Stadtrat. Anfang 2020 könnte dann mit der Umsetzung des »Munaparks« begonnen werden.

Nach dem ein erstes Investorenkonzept gescheitert war, wurde im vergangenen Jahr ein neues Konzept auf die Beine gestellt. Die drei Eigentümer des über 18.000 Quadratmeter großen Areals am Traunring und an der Eichendorffstraße hatten sich vertraglich darauf geeinigt, in einem Bieterverfahren einen Investor zu suchen, mit dem dann die weitere Bebauung umgesetzt werden soll.

Ziele sind gemischt genutzte Geschäfts- und Wohnhäuser, der Erhalt des Discounters Aldi, vorrangig Einzelhandel, der den Bedarf der Innenstadtbewohner als Nahversorger abdeckt, sowie Handel und Gastronomie im Erdgeschoß. Explizit ausgeschlossen wird ein Vollsortimenter wie Edeka. Untergebracht werden soll aber auch nicht störendes Gewerbe wie Gesundheits- und andere Dienstleistungen, medizinische Einrichtungen, Büros, Handwerk (Bäcker/Metzger) mit gastronomischem Angebot sowie Privatwohnungen und Gästehäuser (Pension, Hotel).

Per einstimmigem Beschluss wurden Bürgermeister Klaus Ritter und der Leiter der Stadtwerke, Frank Wachsmuth, ermächtigt, bis Ende März einen Kooperationsvertrag zwischen den Stadtwerken und der Energienetze Bayern (ENB) abzuschließen. Die Stadtwerke wollen sich ab 2021 zu 50 Prozent am Erdgasnetz in der Stadt Traunreut beteiligen, an dem rund 700 Haushalte angeschlossen sind. Die Kosten dafür liegen bei 1,17 Millionen Euro. 40 Prozent davon sollen durch Eigenmittel aufgebracht und 60 Prozent fremdfinanziert werden. Dafür erhalten die Stadtwerke von der Stadt eine Einlage von 474.000 Euro.

Im Zuge der Neuausschreibung des Konzessionsvertrags, der im September 2021 ausläuft, wird sich die neue Gesellschaft dann bewerben. Eher unwahrscheinlich ist nach Auffassung der Stadtwerke, dass sich andere Interessenten, wie die Stadtwerke Traunstein, Rosenheim oder München bewerben könnten. Im Falle eines Zuschlags würde der bisherige Netzbetreiber dann das Erdgasnetz in die gemeinsame Netzgesellschaft einbringen. Das Erdgasnetz würde dann wiederum an den bisherigen Netzbetreiber (ENB) zurückverpachtet, während die Stadtwerke die kaufmännische Betriebsführung übernehmen würden.

Die Zeitachse sieht zunächst den Abschluss eines Kooperationsvertrags zwischen den Stadtwerken und der ENB vor. Bis Ende September müsste dann der Vertragsablauf der Gaskonzession durch die Stadt im Bundesanzeiger mit mindestens dreimonatiger Interessensbekundungsfrist bekannt gegeben werden. Bis Ende März 2020 könnte die Gründung einer Netz-KG und einer Verwaltungs-GmbH durch die ENB sowie eine Interessensbekundung der Netz-KG an der Gaskonzession der Stadt Traunreut erfolgen.

50 Prozent der Anteile erwerben

Bei einer erfolgreichen Konzessionsvergabe an die Netz-KG könnten zum 1. Januar 2021 dann 50 Prozent der Anteile an der Netz-KG durch die Stadtwerke erworben werden. Anschließend würde ein Vertrag über die kaufmännische Betriebsführung der Netz-KG und der Verwaltungs-GmbH durch die Stadtwerke unter Einhaltung vergaberechtlicher Vorgaben geschlossen. Mit dem Erhalt der Konzession würde dann ein Pachtvertrag zwischen der Netz-KG und der ENB zum 1. Januar 2021 abgeschlossen werden.

Die Empfehlung des Werkausschusses, für die Jahresabschlussprüfung 2019 der Stadtwerke wieder den Bayerischen Kommunalen Prüfungsverband zu beauftragen, wurde ebenfalls ohne Diskussion abgesegnet. Einverstanden erklärte sich das Gremium auch mit den Stellungnahmen, die von der Stadtverwaltung zu Bauleitplanungen der Nachbargemeinden Seeon-Seebruck und Nußdorf abgegeben werden.

Zur Ausweisung von neuen Gewerbeflächen in Seeon sowie zur Erweiterung einer Kiesgrube in Aiging erhebt die Stadt Traunreut keine Einwände. Abgesegnet wurde auch die Vergabe der Außenanlagen für den im Bau befindlichen Kindergarten an der Kolpingstraße. Die Arbeiten sollen laut einstimmigem Beschluss an ein Chieminger Landschaftspflegeunternehmen mit einem Angebot von rund 270.000 Euro vergeben werden. ga