weather-image
20°

Sanierung des Traunreuter Freibads wird billiger

4.0
4.0
Sanierung des Traunreuter Freibads wird billiger
Bildtext einblenden
Das Freibad in Traunreut ist bei Familien im Sommer sehr beliebt. Bis Ende 2020 soll es saniert werden. (Foto: Rasch)

Traunreut – Für die fortlaufende Sanierung des Franz-Haberlander-Freibades Traunreut haben die Stadtwerke vom zuständigen Architekturbüro für einige Gewerke die ursprüngliche Kostenberechnung mit den Angebotspreisen vergleichen lassen. Im Ergebnis ist festzustellen, dass die bisherige Auftragssumme für zehn Gewerke um 5,1 Prozent oder 38.300 Euro unter den Kostenberechnungen liegt.


»Wir wollten wissen, ob wir die Messlatte reißen oder darunter liegen«, sagte der Leiter der Stadtwerke, Frank Wachsmuth, in der Werkausschusssitzung am Dienstag. Wachsmuth vermutet, dass das erfreuliche Ergebnis auf die rechtzeitigen Ausschreibungstermine zurückzuführen sei.

Anzeige

Hans Kneffel (CSU) stellte die Mitteilung jedoch in Frage. »Es ist durchaus erfreulich, aber was dann erfahrungsgemäß als Nachtragsangebot kommt, wird die jetzige Kosteneinsparung vermutlich wieder aufwiegen«, sagte Kneffel.

Die ursprüngliche Kostenberechnung für die zehn Gewerke war bei 746.600 Euro gelegen und kann jetzt um rund fünf Prozent auf 708.300 Euro nach unten korrigiert werden. Laut einer Tabelle überwiegen die günstigeren Angebote der Handwerksfirmen. So liegen beispielsweise die Preise beim Wärmeverbundsystem und bei den Schlosserarbeiten rund 50 Prozent unter den zunächst berechneten Kosten. Auch der Estrich, die Malerarbeiten sowie die Metalltüren und Fenster und der Gerüstbau sind wesentlich günstiger als angenommen. Bei den Baumeister-, Erdarbeiten- und Trockenbauarbeiten hingegen müssen die Preise um bis zu 50 Prozent nach oben korrigiert werden. Ein Beschluss war hier nicht notwendig.

Nach Angaben von Wachsmuth liegen die Bauarbeiten im Freibad derzeit voll im Zeitplan. Wetterbedingte zeitliche Verzögerungen habe es bislang nicht gegeben. Zurzeit werde das Baufeld für das Technikgebäude I freigemacht und in Kürze werde das Gebäude erstellt.

Wie berichtet, wird während der Saison das neue Technikgebäude am nordöstlichen Bereich des Bades gebaut. Im Herbst soll dann der dritte und letzte Bauabschnitt beginnen. Dann werden ein neues Springerbecken, ein Kinder-Planschbecken mit kleinem Technikgebäude sowie das neue Schwimmerbecken in Edelstahl und mit acht Bahnen gebaut. Die Stadtwerke als Betreiber der Traunreuter Bäder investieren dafür 4,9 Millionen Euro. Wenn alles optimal läuft, sollen die Arbeiten zum Start in die Freibadsaison 2020 abgeschlossen sein.

Über die Angebotspreise der Handwerksfirmen für die Freibadsanierung wurde das Gremium lediglich informiert. Endgültig beschlossen werden musste aber die Vergabe für eine Erweiterung des Fernwärmenetzes in der Adalbert-Stifter-Straße/Carl-Köttgen-Straße. Der Ausbau ist notwendig, um die im Bau befindliche neue Wohnanlage der »Neuen Heimat« sowie ein Bestandsgebäude an das Fernwärmenetz anzuschließen.

Die geplante Baumaßnahme mit einer Kostenberechnung von knapp 94.000 Euro war dem Werkausschuss bereits im Februar dieses Jahres vorgestellt worden. Nach Angaben der Stadtwerke musste jedoch aufgrund eines Fehlers in der ursprünglichen Kostenberechnung – die Tiefbaupreise wurden nicht an die derzeitige Marktsituation angepasst – der Wert der Kostenberechnung um 18.600 Euro auf 105.775 Euro nach oben korrigiert werden. Die Korrektur erfolgte aber erst nach der öffentlichen Ausschreibung.

Als einziger Bieter hatte die Firma Matthäus Oppacher & Sohn Frischebeton aus Taching ein Angebot mit einem Preis von 124.369 Euro abgegeben. Nach Auffassung der Stadtwerke resultiere der Angebotspreis vermutlich daraus, dass der Bieter eine hohe Auslastung besitze. Die allgemein hohe Auslastung der Firmen lasse sich auch daran erkennen, so die Stadtwerke, dass nur ein Angebot eingegangen beziehungsweise lediglich drei Firmen die Unterlagen angefordert hätten. Dies lasse vermuten, dass die Firmen grundsätzlich für die Durchführung der ausgeschriebenen Baumaßnahme im geplanten Zeitraum wenige Kapazitäten zur Verfügung hätten. Der Vorschlag, die Rohr- und Tiefbauarbeiten an die Firma Oppacher zu vergeben, wurde einstimmig genehmigt. ga

 


Mehr aus Traunreut