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Rund 20 Kubikmeter Müll gesammelt

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Ganz schön viel Müll: Maria, Seppi und Michi, die Kinder der Familie Schroll, mit dem gesammelten Abfall.

Traunreut – Nachdem die Müllsammelaktion im Frühjahr 2020 wegen Corona ausgefallen war, entschied sich die Stadt dieses Jahr für eine andere Form. Die Bürger waren aufgerufen, innerhalb eines zweiwöchigen Zeitraums coronakonform allein oder nur in der Familie im Stadtgebiet Müll zu sammeln. Der Bauhof holte die vollen Mülltüten am jeweiligen Standort ab.


Insgesamt wurden 152 Müllsäcke von der Stadt ausgegeben und bisher gab es 119 Rückmeldungen da-rüber, wo diese abzuholen sind. »Wir haben bislang von Bürgern ein durchweg tolles Feedback erhalten«, betont Olivia Hanel vom Ordnungsamt. Die genaue Müllmenge steht noch nicht fest, weil immer noch Säcke vom Bauhof aufgesammelt werden. Aufgrund der Rückmeldungen könnten aber auf jeden Fall 15 bis 20 Kubikmeter zusammenkommen.

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Umweltreferent Martin Czepan freut sich über die positive Resonanz auf die Aktion: »Ich finde es gut, dass sie auch in schweren Zeiten durchgezogen wurde. Wir haben dabei aber bewusst nicht wie in den Vorjahren die Vereine und Organisationen angesprochen, weil wir kein Risiko eingehen wollten.« Auch die Gutscheine im Wert von zehn Euro, die jeder Sammler erhält, kämen gut an und es hätten sich schon Wirte im Stadtgebiet bedankt, dass man auf diese Art und Weise auch sie unterstützt. Im nächsten Jahr hofft Martin Czepan dann aber wieder darauf, die Müllsammelaktion in bewährter Form durchführen zu können.

Das Beisammensein am Ende bei der gemeinsamen Brotzeit sei doch immer wieder ein schönes Erlebnis, das er nicht missen möchte. Auch Bürgermeister Hans-Peter Dangschat ist erfreut, dass die Traunreuter sich so fleißig an der Aktion beteiligt haben, »obwohl ich ja am Anfang schon skeptisch war«.

Eva und Maria Pregler beispielsweise waren gemeinsam unterwegs. Eva ist Jugendwartin der Freiwilligen Feuerwehr Stein und normalerweise immer mit den Jungfeuerwehrlern bei der Sammelaktion dabei. Weil dies heuer nicht ging, machte sie sich kurzerhand mit ihrer Mutter auf den Weg. Viel Abfall fanden sie am und rund um den Spielplatz am Weisbrunner Waldfeld und an der Staatsstraße 2104 sogar einen Geldbeutel mit Inhalt, den sie der Polizei übergaben. Der Besitzer war somit Nutznießer der Müllsammelaktion.

Bernhard Seitlinger animierte seine CSU-Stadtratskollegen zum Sammeln und war selber mit seinen Enkelinnen Philomena (4 Jahre) und Emilia (6 Jahre) an drei Tagen insgesamt 6,5 Stunden lang unterwegs. Sie sammelten von der Ortsgrenze Knesing bis Hörpolding, vom Feuerwehrhaus St. Georgen bis Zieglstadl und auf dem Radweg von Stein bis Hörpolding. »Ich bin unglaublich stolz auf die beiden, weil sie so eifrig bei der Sache waren«, betont Seitlinger. Und der erzieherische Effekt der Aktion sei auch nicht zu unterschätzen, wenn Kinder den Müll anderer Leute aufheben: »Die schmeißen selber bestimmt nix weg.«

Gerti Schroll aus Oberwalchen ist ebenfalls stolz auf ihre vier Kinder Johanna, Maria, Seppi und Michi, die drei Nachmittage lang gesammelt haben. »Wir haben am Waldrand vom Frühlinger Spitz Richtung Waldkindergarten entlang vorbei an der Sonderberufsschule, am Jobst-Parkplatz bis vor zur Firma Vochezer, dann weiter entlang des Waldrands an der Wiese gesammelt und dabei einen circa 20 bis 30 Meter breiten Streifen abgesucht.« Dieses Gebiet werde offenbar von sehr vielen für nächtliche Saufgelage und Partys genutzt, daher auch die enorme Menge an Altglas und Scherben.

Besonderheiten waren eine lila Kuscheldecke, eine Matratzenauflage, Pullover – kurzum »was man halt so braucht für eine nächtliche Party«.

Gerti Schroll sagt weiter: »Was mich persönlich am meisten geärgert hat, war der Müll einer Renovierung. Wir haben den Spülkasten einer Toilette, eine Klobrille, Reste von Parkettboden und Stuckleisten gefunden. Fünf Meter daneben ein Müllsack voll mit Malervlies und Abdeckplane. Da geht einem schon der Hut hoch.«

Eigentlich wäre sogar noch sehr viel mehr Müll im weiteren Umkreis von Oberwalchen und Richtung Kaufland gelegen, aber Gerti Schroll wollte den Kindern nicht noch mehr zumuten. Schade fand sie es auch, dass von Passanten kein einziges Lob für die fleißigen Kinder kam. Etwas Erfreuliches gab es aber dann doch noch: »Wir haben im Wald eine Porzellanschüssel gefunden. Unsere Tochter Maria hat sie mit nach Hause genommen, sauber gemacht und daraus eine Vogel- und Insektentränke gebastelt.« mix


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