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Viel geboten war bei der Ausbildungsroas. Schülerinnen am Stand der Berufsfachschule für gastgewerbliche Berufe etwa zeigten das Mixen von Cocktails. (Foto: Effner)

Rund 1500 Schüler stürmten die Ausbildungsroas

Im Hybrid-Format öffnete die Ausbildungsroas 2022 am gestrigen Freitag im Kultur- und Veranstaltungszentrum k1 in Traunreut ihre Tore. Rund 1500 Schüler und zahlreiche Eltern nutzten die Chance, sich auf den Ständen von rund 115 Ausstellern im direkten Gespräch mit Auszubildenden und Firmenvertretern über das vielfältige Berufsspektrum im Landkreis zu informieren. Ergänzende Informationen wie Firmenvideos und -profile, Bewerbungstipps und vieles mehr stehen noch eine Woche nach der Messe digital für weitere Informationen zur Verfügung. Rund um das k1 sorgten gestern zwei große Veranstaltungszelte und Ausstellungen auf dem Freigelände sowie Liegestühle und eine Beachbar für entspannte Besuchsatmosphäre.


Erfreut über die große Resonanz zeigte sich Dr. Birgit Seeholzer, Geschäftsführerin der neuen Chiemgau GmbH und zuständig für die Wirtschaftsförderung. Diese hat die Messe im Auftrag des Landkreises zusammen mit dem Wirtschaftsverband Traunstein, vormals Gewerbeverband Traunstein und Umgebung, veranstaltet. »Vom Informationsangebot und dem rund sechsmonatigen Organisationsaufwand für die digitale und die Vor-Ort-Präsenz haben wir mit der diesjährigen Ausbildungsroas ein ganz neues Niveau erreicht«, ergänzte sie. »Unsere Ausbildungsmesse bietet optimale Möglichkeiten für junge Leute, sich über die vielfältigen Berufsmöglichkeiten und Unternehmen samt Studienangeboten im Landkreis zu informieren«, zeigte sich Landrat Siegfried Walch bei einem Rundgang erfreut. Traunreuts Bürgermeister Hans-Peter Dangschat hob die Bedeutung Traunreuts als moderner Industriestandort und Veranstaltungszentrum hervor.

»Die letzten zwei Jahre war durch Corona in den Schulen vieles sehr eingeschränkt, darunter hat auch das Thema Ausbildung gelitten. Viele Schüler sind froh, sich jetzt wieder persönlich im Gespräch ein Bild machen zu können«, sagte Stephan Preis, Konrektor der Grund- und Mittelschule in Obing. Viele Schulen nutzten seiner Aussage nach die Info-Plattform im Internet, um die Schüler gezielt auf den Besuch der Ausbildungsroas vorzubereiten. Mit dabei waren Firmen und Einrichtungen aus den Bereichen Bildung, Handel, Handwerk und Verwaltung, Hotellerie und Gastronomie, Soziales und Gesundheit, aus der Industrie und von den Blaulichtorganisationen. Sogar aus den Nachbarlandkreisen Mühldorf, Altöt-ting und Berchtesgadener Land waren Aussteller dabei. Das Spektrum reichte von A wie Adelholzener bis Z wie Zach Elektroanlagen.

Mit leuchtendem Farbstoff in einem Glaskolben zogen der angehende Chemieingenieur Patrick Veiltl und seine Mitstreiter die Blicke der vorbeischlendernden Schüler und Schülerinnen auf den Stand der Technischen Hochschule Rosenheim. Mit Fragen zur Herkunft eines 1,70 Meter großen Stammquerschnitts einer 200-jährigen Esche konnte wiederum Stefan Schulz von der Zimmerei Georg Reiter in Seeon an seinem Stand punkten. »Das ist heute bärig, wir hatten schon zwei Anfragen, wo man sich bewerben kann.«

Das Unternehmen Katek aus Grassau hatte ein elektronisches Geschicklichkeitsspiel »Heiße Bahn« mit einem Messfühler vorbereitet. Bei Rosenberger aus Fridolfing wurden die hergestellten Produkte anhand eines animierten Automodells gezeigt, das sich die Schüler mittels einer halbdurchsichtigen Brille ansehen konnten.

Beim Pappenhersteller DS Smith aus Traunreut konnten die jungen Leute bei Bastelarbeiten ihre Fingerfertigkeit ausprobieren. Dass sie sich bestens auf das Mixen von Getränken und vielem mehr verstehen, demonstrierten Schülerinnen der Berufsfachschule für gastgewerbliche Berufe in Traunstein. Sophia Quast vom Resort »Das Achental« in Grassau berichtete ergänzend, dass sich in der Berufsausbildung für Hotelfachleute und Fachleute für Restaurants und Veranstaltungsservice viel Neues ergeben hat. »Wir versuchen hier viele Klischees gegen das Metzgerhandwerk auszuräumen und uns als sehr modernen Zerlegebetrieb zu präsentieren«, sagte Helmut Tschakert von der erst 2016 gegründeten BayernFleisch GmbH in Traunstein. Wie der künftige Ausbilder berichtete, locken Gehälter bis zu 1350 Euro zum Berufseinstieg.

Azubi-Projekte aus dem 3D-Drucker präsentierte Ausbilder Patrick Schalch auf dem Stand des Herdherstellers BSH aus Traunreut. »Bei uns sind die jungen Leute schon früh mit Zeichnen, Programmieren und Bedienen in Projekte eingebunden.« Mit einem signierten Weltrekordschuh warb das Familienunternehmen Meindl aus Kirchanschöring für den seltenen Beruf des Maßschuhmachers beziehungsweise -macherin. Der Extremsportler Felix Baumgartner hatte den speziell angefertigten Schuh getragen, als er 2012 für einen neuen Weltrekordversuch aus 38.969 Meter Höhe im Schutzanzug zum bislang höchsten Fallschirmsprung auf die Erde ansetzte. Eine eigens angefertigte Druckkapsel hatte den Österreicher in die Stratosphäre gebracht.

eff

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