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Rege Diskussion in der Traunreuter Bürgerversammlung

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In der Traunreuter Bürgerversammlung im k1 entwickelte sich eine rege Diskussion zu den aktuellen Stadtthemen. Helmut Kauer (Foto) hatte eine ganze Liste an Fragen und Anregungen mitgebracht.

Traunreut – Die Bücherei, der »Munapark« und die Ampelanlage in Sankt Georgen waren Hauptdiskussionspunkte bei der gut besuchten Traunreuter Bürgerversammlung im k1.


Für allgemeine Belustigung sorgte die Anregung, mit einem Zusatzschild die Autofahrer daran zu erinnern, dass in einer Tempo-30-Zone in einem Wohngebiet die Rechts-vor-Links-Regelung gilt. Diese Regelung wird offenbar vor allem im Bereich der Salzburger Straße nicht eingehalten, in der seit Herbst nur mit 30 km/h gefahren werden darf. Gleiches gilt für das Wohngebiet Traunsteiner Wald. Auch hier wurde eine Tempo-30-Zone eingeführt.

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Gleich zu Beginn informierte Bürgermeister Klaus Ritter über die aktuelle Entwicklung des »Munaparks«. Wie mehrfach berichtet, soll das Areal um den Discounter Aldi mit Handelsflächen und Wohnungen neu entwickelt werden. Im Moment wurden die Pläne aber auf Eis gelegt. Toni Aicher aus Hörzing wollte wissen, ob das Projekt gescheitert sei. In der Bevölkerung kursierten alle möglichen Gerüchte, sagte Ritter. Fakt sei aber, dass der Stadt das Konzept des Investors nicht gefallen habe und der Stadtrat deshalb die Reißleine gezogen habe. »Der Investor hat nicht das gemacht, was sich die Stadt respektive der Stadtrat vorgestellt hat«, erklärte Ritter. Nach den Vorstellungen des Stadtrats sollten auf dem Grundstück neben Geschäften und Läden auch 100 Wohnungen entstehen. Dieser Forderung sei aber der Investor nicht nachgekommen. »Wir haben keine 50 sondern 100 Wohnungen gefordert«, betonte Ritter. Die Stadt sei jetzt auf der Suche nach einem neuen Investor.

Aicher schnitt auch den unmittelbar im Bereich des »Munaparks« geplanten Bücherei-Standort an. »Es ist ein Irrsinn, wenn man da wieder eine Sonderbebauung macht, wenn man noch gar nicht weiß, was mit dem 'Munapark' passiert«, kritisierte er. Der Hauptausschuss des Stadtrats hatte sich vergangene Woche mit knapper Mehrheit dafür ausgesprochen, dass die Bücherei an der Eichendorffstraße neu gebaut werden soll. Das freie, sogenannte Marcello-Grundstück, liegt südlich vom k1 und neben dem Schuhgeschäft Wagner. Nach Angaben des Bürgermeisters wäre eine städtebauliche Trennung möglich. Hier sei das letzte Wort aber noch nicht gesprochen. Die Entscheidung für oder gegen einen Neubau muss der Stadtrat in seiner heutigen Sitzung noch fällen.

Julius Wachsmann bedauert die Entscheidung des Hauptausschusses, zumal sich die Bevölkerung vor einigen Jahren bei einem Bürgerentscheid gegen einen Neubau und für eine Anmietung der Bücherei ausgesprochen hatte. Wachsmann trauert noch immer dem Bücherei-Standort in der leerstehenden Einkaufspassage an der Kantstraße nach. »Wir sollten überlegen, ob es doch noch möglich ist«, forderte Wachsmann. Die Stadt war im vergangenen Jahr aus dem Büchereiprojekt an der Kantstraße ausgestiegen.

Die Bitte von Stella Erler, an der Ampelanlage in St. Georgen auch ein Blinklicht aus Richtung Irsing anzubringen, wurde nicht erhört. »Das ist dermaßen gefährlich. Ich bitte vehement darum, dass das anders geregelt wird«, forderte Erler. An der Ampelanlage wurden zwar eine Reihe von Maßnahmen getroffen, um die gefährliche Kreuzung zu entschärfen. Unter anderem wurde aus Richtung Traunreut für Linksabbieger ein Blinklicht angebracht. Was aber nach Ansicht vieler Bewohner fehlt, ist ein Lichtzeichen, wenn man von Irsing kommend die Bundesstraße überqueren möchte. Dass die Situation nicht zufriedenstellend sei, habe er am eigenen Leib erfahren, sagte Ritter. Man habe diesbezüglich auch mit der Bahn gesprochen, die aber aufgrund der ohnehin schon massiven Beschilderung ein zusätzliches Lichtzeichen vehement ablehne. Deshalb appellierte er an die Verkehrsteilnehmer, zunächst ein Jahr abzuwarten, wie sich die Situation entwickle. »Auch die Bürger müssen sich an andere Situationen gewöhnen.«

»Watsch'n für jeden Bürger«

Massive Kritik übte Franz Schützinger aus Traunwalchen an der Entscheidung des Stadtrats, die Frühlinger-Spitz-Straße nicht auszubauen beziehungsweise dafür keine Planungsgelder im Haushalt einzustellen. »Das ist eine Watsch'n für jeden Bürger«, sagte Schützinger. Er könne nicht nachvollziehen, dass für die schlechteste und lebensgefährliche und noch dazu vielbefahrene Straße kein Geld investiert werde. Hier sei auch die Arbeit eines Fahrradkonzepts des Arbeitskreises »Verkehr« völlig umsonst gewesen. Ritter erklärte dazu, dass sich der Stadtrat dafür ausgesprochen habe, keine Planungskosten im Haushalt einzustellen, bevor nicht die geplante Ostumfahrung in trockenen Tüchern liege. Hier sei man sich bei der Umsetzung, die noch Jahre dauern kann, noch nicht ganz einig. Ziel sei es, so Ritter, die neue Ostspange um Traunreut herumzuführen und dabei die Orte Frühling, Pierling und Oberwalchen zu umfahren. Zum geplanten Ausbau der Gemeindeverbindungsstraße Hörpolding-Pattenham teilte Ritter auf Nachfrage von Reinhard Piehler mit, dass der Straßenausbau in zwei Bauabschnitten umgesetzt werde. Zunächst soll der Abschnitt Hörpolding-Haßmoning gebaut werden.

Nachdem noch heuer die »Schönheitskorrektur« des Rathausplatzes umgesetzt werden soll, wollte Elfi Lösch wissen, wann das geschehen soll, ohne dabei den Veranstaltungen, etwa dem Stadtlauf und dem Stadtfest im Juli, ins Gehege zu kommen. »Wir werden das so takten, dass wir nicht in die Veranstaltungen reinlaufen«, erklärte Ritter. Die Ausschreibungen für die Maßnahmen würden bereits laufen.

Sogenannte Smileys sollen auf Anregung von Rudolf Schroll an der Nettunoallee aufgestellt werden. Rudolf Schroll bemängelte, dass sich die Autofahrer auf der »Spielstraße« nicht an die vorgeschriebene Schrittgeschwindigkeit halten. Eine längere Liste an Fragen und Anregungen hatte Helmut Kauer mit dabei. Unter anderem forderte er, die Jugendvereine besser zu unterstützen. Im Vergleich zur Förderung der Musikschüler seien die Zuschüsse für die Jugendverbände niedrig, rechnete Kauer vor. Außerdem regte er an, mehr für den Bienenschutz zu tun und die Internetseite der Stadt zu überarbeiten, was nach Angaben des Bürgermeisters auch Aufgabe des neuen Stadtmanagers, Christian Ehinger, sein werde. Ehinger tritt am 1. Mai seinen Dienst in der Stadt Traunreut an. ga


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