Prüfungsstau in den bayerischen Fahrschulen

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In den Fahrschulen herrscht nicht zuletzt wegen der Corona-Pandemie Prüfungsstau. Auch die Fahrschule von Andrea Scheler in Traunreut ist davon betroffen. (Foto: Rasch)

Traunreut – Zum Führerschein in nur sechs Wochen: Von dieser Illusion müssen sich Fahranfänger, die einen sogenannten Kompakt- oder Ferienkurs belegen, mit denen sie innerhalb von nur sechs Wochen zu ihrem Führerschein kommen können, derzeit verabschieden, sagt der Traunreuter Fahrschullehrer Roger Gorzel. In den bayerischen Fahrschulen herrsche aufgrund der Corona-Pandemie ein Prüfungsstau. Sowohl für die Fahranfänger als auch für die Fahrlehrer sei zunehmend Geduld gefragt.


Außerdem wurden zum Jahresbeginn die Prüfungszeiten verlängert. Seit der Einführung der Optimierten Praktischen Fahrerlaubnisprüfung dauern Prüfungen statt 45 Minuten 55 Minuten. Dies bedeutet wiederum, dass pro Tag anstatt elf nur neun Prüfungen abgenommen werden können.

Nach Angaben des TÜV Süd, der auch in Traunreut stationiert ist und seit vielen Jahren für die Abnahme der Fahrprüfungen zuständig ist, könnte der von der Corona-Pandemie mit verursachte Prüfungsstau in dem Fahrschulen der Region voraussichtlich noch bis ins nächste Jahr anhalten. »Während der beiden Lockdowns hat sich ziemlich viel angestaut. Im Moment ist jede Prüfung voll«, erklärt dazu Gorzel. So habe seine Fahrschule teilweise auch keine Neuanmeldungen entgegennehmen können, und bei den Neuanmeldungen bei den Motorrädern gehe im Moment »gar nix mehr«. Die Fahrschüler müssten derzeit viel länger auf die praktische Prüfung warten und sich auf eine vier- bis sechswöchige Wartezeit einstellen.

Aufgrund der aktuellen 3G-Coronaregel sind die Fahrschulen auch angehalten, diese im Fahrunterricht einzuhalten. »Die 3G-Regel muss akribisch eingehalten werden«, was den Fahrunterricht für die Schüler erschwere, so Gorzel. Anhand eines Beispiels eines Traunreuter Fahrschülers, der gerade den Führerschein macht, erklärte er die Umstände: »Der Fahrschüler muss zuerst von seinem Vater nach Trostberg gefahren werden um dort einen Schnelltest zu machen, bevor er ihn dann zur Fahrstunde nach Traunreut fährt.«

Einen Prüfungsstau bestätigte auch Andrea Scheler. Die 55-Jährige, die seit rund zehn Jahren in Traunreut eine eigene Fahrschule betreibt, führt diesen auch auf mehrere Faktoren zurück. So würden durch die Einführung der Optimierten Praktischen Fahrerlaubnisprüfungen weniger Prüfungen pro Tag abgenommen. Ihre Fahrschule biete alle 14 Tage einen festen praktischen Prüfungstag an. Sowohl die praktische als auch die theoretische Prüfung wird vom TÜV Süd abgenommen. »Es kommt zwar zu Verzögerungen, aber der TÜV ist äußerst bemüht, dass wir die Prüfungen bekommen und bietet auch zusätzliche Termine an«, sagt Scheler.

Dass während der beiden Lockdowns keine Fahrschüler ausgebildet und somit nicht geprüft werden konnten, bedauert auch Hoffmanns Fahrschule mit Standorten in Traunreut, Trostberg und Wasserburg. »Wir haben immer noch vereinzelt Leute von 2020 und wir könnten von Montag bis Sonntag rund um die Uhr arbeiten«, so die Geschäftsführerin Petra Hoffmann. Auch sie lobt das zusätzliche Angebot des TÜV Süd. »Der TÜV gibt sein Bestes und macht und tut.

»Das zu hören und dass es gut klappt, tut gut«, freut sich der Leiter der Fahrerlaubnis des TÜV Süd, Martin Kamml. Man sei schon immer zuständig für die Abnahme der Fahrerlaubnis. Sowohl für die praktische als auch für die theoretische Prüfung, erklärte Kamml. Der TÜV Süd habe schon 2020 auf die Situation reagiert, indem er zusätzliche Prüftermine angeboten habe.

ga


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