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Projekt »Munapark« in Traunreut nimmt Fahrt auf

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Auf dieser 18 000 Quadratmeter großen Fläche im Stadtzentrum von Traunreut, auf der derzeit noch die Schneemassen gelagert werden, soll der »Munapark« mit Geschäfts- und Wohnhäusern entwickelt werden. Bei einem Bieterverfahren wurden sechs Projektentwickler ausgewählt, die sich jetzt an einem Vergabeverfahren beteiligen können. (Foto: Rasch)

Traunreut – Das Projekt »Munapark« im Traunreuter Stadtzentrum nimmt Fahrt auf: Rund fünf Wochen nach dem Start des Bieterverfahrens wurden sechs Projektentwicklungs-Unternehmen ausgewählt. Sie haben die Chance, am Vergabeverfahren teilzunehmen. Insgesamt hatten 11 der 17 angeschriebenen, regionalen und überregionalen Unternehmen Konzepte für eine Bebauung des über 18.000 Quadratmeter großen Grundstücks eingereicht.


Die Unterlagen wurden von den drei Grundstückseigentümern und von zwei Beratungsunternehmen gesichtet und nach den vorgegebenen Kriterien bewertet. Auf Basis der Bewertung wurden Ende Januar sechs von elf Unternehmen ausgewählt, um an der zweiten Phase des Vergabeverfahrens teilzunehmen. Der Auswahl der sechs Projektentwicklungs-Unternehmen hat in dieser Woche auch der Hauptausschuss zugestimmt.

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Bewertet wurden die wirtschaftliche und technische Leistungsfähigkeit der Unternehmen sowie eine Darstellung der Umsetzung multifunktionaler Projekte und die Darstellung städtebaulicher Grundideen und Qualitäten anhand von drei konkreten Referenzbeispielen. Im Zuge des Bieterverfahrens als zentraler Baustein des gesamten Vergabeprozesses müssen die sechs Teilnehmer jetzt anhand konkreter städtebaulicher, funktionaler und wirtschaftlicher Vorgaben ein architektonisches und immobilienwirtschaftliches Bebauungsplankonzept für das Areal erarbeiten.

Dies beinhaltet unter anderem Grundrisse, Erschließungskonzepte, Fassadenkonzepte, stadträumliche Wirkungen und die Art der Nutzung. Ziel ist es, bis Ende des Jahres eine sowohl wirtschaftliche, als auch städtebaulich nachhaltige Immobilienidee zu erhalten, die dann dem Stadtrat zur Beschlussfassung vorgelegt werden soll.

Preisgelder in Höhe von 30.000 Euro

Außerdem sollen die Planleistungen der Projektentwickler aufgrund der Eigentumskonstellation sowie der Entwicklungsoptionen für die Unternehmen mit einem Preisgeld vergütet werden. Der erste Preisträger soll 12.500 Euro erhalten. Der zweite Preis ist mit 10.000 Euro dotiert und der dritte Preis mit 7500 Euro. Das Preisgeld in Höhe von insgesamt 30.000 Euro stellen die drei Grundstückseigentümer – der Discounter Aldi, die Firma Stadelmann und die Stadt Traunreut – mit jeweils 10.000 Euro zur Verfügung.

Die Bewertung der Konzepte soll anhand mehrerer Hauptgliederungspunkte innerhalb der Bewertungskriterien erfolgen. Bewertet werden unter anderem die städtebauliche Struktur und das Freiraumkonzept, die Architektur sowie die Funktionalität und ihre Raumstrukturen. Hinsichtlich einer immobilienwirtschaftlichen Eignung liegen die Kriterien im Flächenkonzept und im Flächenlayout, in der Immobilienstruktur und in den Funktionen sowie in der Erschließung und Logistik.

Der Bewertungsschlüssel wurde bereits per Stadtratsbeschluss Ende September vergangenen Jahres mit insgesamt je neun Punkten für die städtebaulichen sowie für die immobilienwirtschaftlichen Kriterien festgelegt. Das Auswahlgremium für den Bewertungsschlüssel »Städtebauliche Kriterien« besteht aus den Stadtratsfraktionen, Bürgermeister Klaus Ritter, Stadtbaumeister Thomas Gätzschmann, Stadtplanerin Professor Anne Beer und der Lenkungsgruppe Städtebauförderung. Sie alle haben eine Stimme. Über jeweils drei Stimmen beim Bewertungsschlüssel »Wirtschaftliche Kriterien« verfügen die Eigentümer. Von Seiten der Stadt haben hier Bürgermeister Ritter, Kämmerer Erich Suttner und der Stadtmanager Christian Ehinger je eine Stimme.

Auch die Bewertungskriterien sowie die Aufteilung der Preisgelder wurden vom Hauptausschuss ohne Diskussion abgesegnet. Sollte der Stadtrat die Empfehlungen des Hauptausschusses mittragen – wovon auszugehen ist – kann die zweite Phase des Bieterverfahrens mit der Ausschreibung gestartet werden.

Wenn alles wie geplant läuft, könnte Anfang 2020 mit der Umsetzung des Projekts begonnen werden. Ein konkretes Zeitfenster, wann die Baumaschinen anrollen, konnte der Stadtmanager nicht aufmachen. Über das bisher Erreichte äußerte er sich jedoch gegenüber dem Traunsteiner Tagblatt zufrieden: »Wir haben in der Kürze der Zeit schon sehr viel erreicht.«

Ab Anfang 2020 Bebauung umsetzen

Zum Hintergrund: Nachdem ein erstes Investorenkonzept für die Entwicklung des »Munaparks« gescheitert war, wurde im vergangenen Jahr ein neues Konzept auf die Beine gestellt. Die drei Eigentümer des Areals am Traunring und an der Eichendorffstraße hatten sich vertraglich darauf geeinigt, in einem Bieterverfahren bis Ende 2019 einen Investor zu suchen, mit dem dann ab Anfang 2020 die weitere Bebauung umgesetzt werden soll. Geplant sind gemischt genutzte Geschäfts- und Wohnhäuser, der Erhalt des Discounters Aldi, vorrangig Einzelhandel, der den Bedarf der Innenstadtbewohner als Nahversorger abdeckt, sowie Handel und Gastronomie im Erdgeschoß. Explizit ausgeschlossen wird ein Vollsortimenter wie Edeka.

Untergebracht werden soll aber auch nichtstörendes Gewerbe wie Gesundheits- und andere Dienstleistungen, medizinische Einrichtungen, Büros, aber auch Handwerk (Bäcker/Metzger) mit gastronomischem Angebot sowie Privatwohnungen und Gästehäuser (Pension/Hotel). ga