Planungen für Pumptrack ziehen sich in die Länge

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Für den geplanten Pumptrack in Traunreut stehen zwei Grundstücke zur Auswahl, die jetzt geprüft werden sollen. Jugendreferentin Veronika Lauber (Grüne) plädiert für die Fläche des ehemaligen Obag-Geländes (Bild). Sportreferentin Andrea Haslwanter (CSU) tendiert zu einem Grundstück zwischen dem Freibad und dem BSH-Parkplatz. (Foto: Rasch)

Traunreut – Die Planungen für einen Pumptrack dauern der Jugendreferentin Veronika Lauber zu lange. Die Grünen-Stadträtin hat sich eine schnellere Entscheidung erhofft. Auch Sportreferentin und CSU-Stadträtin Andrea Haslwanter vertritt die Ansicht, man sollte keine »ruhige Kugel« schieben. In der Sitzung des Bauausschusses, in der die Anträge der beiden Referentinnen zur Errichtung eines Pumptracks behandelt wurden, drückten sie ihre Ungeduld aus: »In unseren Augen geht das sehr langsam,« sagte Haslwanter, die nicht im Bauausschuss sitzt, der aber als Antragstellerin das Wort erteilt wurde. Welches Grundstück dafür in Frage kommt, soll jetzt untersucht werden.


Beide Referentinnen, unterstützt vom Innenstadtreferenten und 3. Bürgermeister Johannes Danner (Bürgerliste), fordern eine schnelle Umsetzung des Projekts, müssen sich aber in Geduld üben. Zunächst müssen die vorgeschlagenen Standorte untersucht werden. Lauber schlägt die städtische Fläche des ehemaligen Obag-Geländes vor und Haslwanter ein von Stadtbaumeister Thomas Gätzschmann ins Gespräch gebrachtes, bewaldetes Grundstück zwischen dem Freibad und BSH-Parkplatz. Beide Grundstücke die benötigte Größe haben. Im Gespräch ist auch ein Grundstück, das an das Jugendzentrum grenzt.

Ein wichtiger Aspekt, der auch bei den Haushaltsberatungen in der Sitzung des Hauptausschusses heftig diskutiert wurde und noch in trockene Tücher gebracht werden muss, bevor es an die Planung geht, sind die Kosten. Die Verwaltung geht von circa 250 000 Euro aus. Und bevor das Geld nicht in den Haushalt eingestellt ist, »kann nicht begonnen werden«, sagte Bürgermeister Hans Peter Dangschat. Wie es hieß, könnte ein großer Teil der Kosten über Fördergelder finanziert werden.

Bei dem angedachten Projekt handelt es sich um eine festinstallierte Anlage. Also um eine wertige und attraktive Pumptrack-Anlage. Dabei wird mit frostschutzsicherem Material eine Strecke aufgebaut und asphaltiert – allerdings mit Hügeln und Steilkurven. Der große Vorteil an Pumptracks ist, dass dort 15 Sportarten möglich sind. Man kann sie zum Beispiel mit Mountainbikes, Scootern, Longboards, Inlinern oder auch Rollstühlen nutzen. Sogar Kleinkinder düsen mit ihren Laufrädern über spezielle Strecken. Insofern müsste auch mit den geschätzten Kosten von 250 000 Euro gerechnet werden. »Unter der Größenordnung wird es nicht gehen«, so Dangschat.

Dass die Notwendigkeit, für die Jugendlichen etwas Attraktives zu schaffen, gegeben sei, ist in den Augen von Michael Mollner (L!Z) und Adolf Trenker (FW) unumstritten. Beide verwiesen aber auf die prekäre Haushaltssituation. Mollner forderte eine günstigere Lösung und Trenker bevorzugte bei der Standortfrage den Vorschlag des Stadtbaumeisters. Paul Obermeier (FW) forderte, zunächst die konkreten Kosten auf den Tisch zu legen. Er möchte wissen, mit welchen Fördermitteln zu rechnen sei und wie hoch dann die Kosten der Stadt seien. Auf zusätzliche Sponsoren hofft Angelika Zunhammer (CSU), die dem Projekt sehr positiv gegenübersteht.

Nach Angaben von Veronika Lauber sei für das Projekt eine hohe Leader-Förderung zu erwarten, sodass sich die Kosten für die Stadt verringern würden. Gleichzeitig machte sie ihrem Ärger Luft, dass sich die Umsetzung hinauszieht. »Es ärgert mich, dass wieder Prüfungen durchgeführt werden müssen und das Vorhaben durch den Stadtrat muss. Ich hätte mir gewünscht, dass wir heute schon eine Abstimmung haben«, erklärte sie enttäuscht.

Sepp Winkler (Bürgerliste) forderte bis zur nächsten Bauausschusssitzung einen Zwischenbericht. »Ich kann die Ungeduld von Lauber schon nachvollziehen«, sagte Winkler. Deshalb sollte bis zur nächsten Bauausschusssitzung schon feststehen, mit welchem Grundstück man ins Rennen gehen werde. Hier blockte Dangschat aber ab. »Wir werden alle Sachgrundlagen vorbereiten und dann dem Stadtrat vorlegen. Einen Zwischenbericht wird es nicht geben.«

Der Beschlussvor­schlag, den beiden An­trägen zuzustimmen und die Verwaltung zu beauftragen, umgehend die erforderlichen Untersuchungen vornehmen zu lassen, wurde einstimmig abgesegnet. Die Empfehlung des Bauausschusses muss noch vom Stadtrat am Donnerstag um 16 Uhr im k1 genehmigt werden.

ga


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