Pläne für Doppeljubiläum in Traunwalchen: Entscheidung fällt Ende Februar

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Der Probenstart der Traunwalchner Trachtenjugend im Mai 2021 fand in einem eigens dafür aufgestellten Zelt vor dem Pfarrheim statt. Zwischenzeitlich darf unter Auflagen wieder im Pfarrheim getanzt und geplattelt werden. (Foto: Rasch)

Traunreut – Corona hatte vor zwei Jahren alle laufenden Vorbereitungen für das Traunwalchner Doppeljubiläum »50 Jahre Trachtenverein und 125 Jahre Schützengilde« zunichte gemacht. Im Mai 2021 sollte eine gemeinsame Festwoche veranstaltet werden, die dann aber verschoben werden musste. Ob und in welcher Weise der zusammengelegte Geburtstag heuer gefeiert werden kann, solle Ende Februar entschieden werden, sagte der Vorstand des GTEV »D´Traunviertler« Traunwalchen, Florian Walter, auf Anfrage des Traunsteiner Tagblatts.


»Wir haben versucht, im letzten halben Jahr die Planung so zu gestalten, dass wir Veranstaltungen mit entsprechenden Corona-Konzepten durchführen könnten. Da wir schon einmal das Fest verschieben mussten und dann nochmal ein Jahr Planungsarbeit eingesetzt haben, sind einige Veranstaltungsvarianten sozusagen in der Schublade. Ähnlich wie es bei den Passionsspielen in Oberammergau zu lesen war, werden wir aber im Februar letztendlich eine Entscheidung treffen müssen, ob und in welcher Weise das gemeinsame Jubiläumsfest 'Festwoche Traunwalchen 2022' zusammen mit der Schützengilde durchgeführt werden kann«, so der Trachtenvorstand.

Rückblickend auf das Vereinsjahr 2021 teilte Walter mit, dass trotz der Pandemie alles, was irgendwie möglich gewesen sei, organisiert und durchgeführt worden sei. Um die über 60 Kinder und Jugendlichen bei Laune zu halten und sie nicht zu verlieren, sei eigens ein Probenzelt im Freien aufgestellt worden. Zwischenzeitlich darf wieder im Pfarrheim geprobt werden – allerdings in kleineren Gruppen und unter Auflagen.

Für diese und viele andere »abgespeckte« Aktionen wurde der Verein auch damit belohnt, dass er keine Austritte zu verzeichnen hatte. Im Gegenteil, der Vorstand sagt: »Wir hatten in den letzten zwei Jahren sogar eine deutliche Steigerung der Mitgliederzahl sowohl im Erwachsenen-, als auch im Nachwuchsbereich.«

Wie dem Jahresrückblick weiter zu entnehmen war, haben die Trachtler im Rahmen eines Gottesdienstes in der Pfarrkirche Traunwalchen ein Fahnenband weihen lassen. Die Gedenkbanderole hatte der Schirmherr der Festwoche, der Traunwalchner Bundestagsabgeordnete Dr. Peter Ram-sauer, gespendet.

Um die Kultur und das Brauchtum auch den Kleinsten näher zu bringen, beteiligte sich der Verein auch am Kinderferienprogramm mit einer »Brauchtums-Werkstatt.« Dabei bekamen die Teilnehmer auch zu spüren, dass man beim Trachtlersport viel Kondition braucht. Unter Auflagen konnte im Marstallsaal auf Schloss Pertenstein auch die Verleihung des Goldenen Gauehrenzeichens durchgeführt werden. Bei dieser Veranstaltung wurden 56 Gründungsmitglieder ausgezeichnet. Mit einem besinnlichen Gottesdienst in der Pfarrkirche unter dem Motto »Advent is a Leuchten, a Liacht bei da Nacht…« klang das Jahr 2021 mit alpenländischer Musik aus.

Die alljährliche Klöpfel-Aktion der Kinder- und Jugendgruppe wurde durch Corona zum zweiten Mal unterbrochen. Dafür wurden die Eltern um eine kleine Klöpfel-Ersatzspende gebeten. Außerdem machten sich einige Geschwisterkinder in Traunwalchen und Oberwalchen zum Klöpfel-Singen auf den Weg und überließen die gesammelten Spenden dem Trachten-verein. Mit dem Gesamterlös in Höhe von 350 Euro unterstützte der Trachtenverein erneut die Familie der vierjährigen Filippa aus Altenmarkt. Das Mädchen leidet an einem verkürzten Bein und wurde im August letzten Jahres zum ersten Mal operiert.

Nach vorne zu schauen und das möglich machen, was in Zeiten wie diesen möglich ist, lautet das Credo von Florian Walter und seinen Mitstreitern. Die Trachtenproben in Kleingruppen unter Einhaltung der Corona-Maßnahmen können wieder aufgenommen werden. Außerdem ist ein neues Projekt im Entstehen: Nach Angaben der Schriftführerin Barbara Baumgartner entsteht eine Gewandfibel. Das 20-seitige DIN-A5-Fotoalbum soll Aufschluss darüber geben, welches Kleidungsstück man zu welchen Anlässen als aktives Mitglied trägt. Es wird unterschieden zwischen Tanz-, Fest- und Trauertracht.

Wann wird welche Krawatte oder welches Mascherl getragen? Forstgrüner Anzug oder Lederhose? Strümpfe oder Loifein? So und anders lauten die Fragen. Der Historie nach werden beispielsweise bei der Trauertracht der Frauen keine Blumen getragen und bei den Männern kein Flaum auf dem Hut.

ga


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