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Günther Krasnitzky (mit Glas) bei einem Empfang.
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Wolfgang Neidl bei seiner Amtseinführung in München-Solln 2003.

»Pizza-Express-Kaplan« und Mitglied der KIG – Die zwei ehemaligen Traunreuter Kapläne Günther Krasnitzky und Wolfgang Neidl leben nicht mehr

Traunreut – Zwei der ehemaligen Traunreuter Kapläne, über die wir in unserer Serie berichten, leben bereits nicht mehr: Günther Krasnitzky und Wolfgang Neidl.


Günther Krasnitzky war von 1965 bis 1969 in der Kirche zum Heiligsten Erlöser tätig. Geboren wurde er 1939. Am 19. Juni 1965 erhielt er die Priesterweihe. Nach seiner Zeit in Traunreut war Krasnitzky bis August 1970 noch Kaplan in St. Ludwig in Miesbach bei München und von 1970 bis 1971 in München-Engl-schalking. 1971 trat er zur Katholischen Integrierten Gemeinde bei und machte ein Studium an der Kunstakademie. Er arbeitete in der St. Martins-Pfarrei in Hagen/Paderborn als Kunsterzieher und hat auch dort gelebt. Ab August 1986 war Günther Krasnitzky Pfarradministrator in St. Ulrich in Walchensee und kam am 5. August 1987 bei einem Autounfall ums Leben. Er fand seine letzte Ruhestätte auf dem Friedhof hinter der Ulrichskirche.

Die Katholische Integrierte Gemeinde (KIG) war eine 1965 von dem Ehepaar Traudl und Herbert Wallbrecher gegründete, apostolische Vereinigung in der römisch-katholischen Kirche  und nach deutschem Recht ein  eingetragener Verein mit Sitz in  Baierbrunn. Sie galt lange Zeit als Paradebeispiel für christlichen Aufbruch – bis immer mehr Ex-Mitglieder ihr autoritäre Strukturen und Gehirnwäsche vorwarfen. Die Aktivitäten gingen ab 2010 spürbar zurück und nach einer Untersuchung der Vereinigung durch das Erzbistum München und Freising löste der Münchener Erzbischof Kardinal Reinhard Marx  sie im November 2020 in seiner Diözese kirchenrechtlich auf.

Kaplan Wolfgang Neidl kam viel später nach Traunreut und war hier von September 2001 bis August 2003 Kaplan. Geboren wurde er 1968. Vielen Traunreutern, die damals in der Jugendgruppe waren, dürfte er als rühriger und äußerst beliebter Organisator von Ausflügen und Radtouren in Erinnerung sein. 2002 machte er erstmals mit den Jugendlichen eine Tour in der Toskana. »Das war die Geburtsstunde der legendären Radtouren der Katholischen Jugend Traunreut«, schreibt Wolfgang Hägele dazu auf der Homepage des Pfarrverbands. Aus Kaplan Wolfgang Neidl wurde schnell »Don Neidolo« und im Jahr darauf »Abbé Wolfgang«.

Zu Wolfgang Neidl gibt es eine nette Geschichte vom »Pizza-Express-Kaplan«, als Wolfgang Neidl sich bei einer Tour der Jugend nach Siena als Pizzabote hervortat, um den Hunger seiner Gruppe zu stillen. Die Besorgung der begehrten Pizzen stellte sich als äußerst schwierig und abenteuerlich heraus. Eine Gruppe Traunreuter Pfarreiangehöriger fuhr am Kirchweihsonntag 2003 nach München-Solln und wohnte der Amtseinführung von Pfarrer Neidl an seiner neuen Wirkungsstätte bei. 2019 starb der Priester mit nur 51 Jahren.

mix

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