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Die Schülerinnen und Schüler der Carl-Orff-Schule Traunwalchen sind begeisterte Paulchen Fans. Das Lernroboter-Projekt hat Lehrerin Magdalena Hofmann an die Schule gebracht. (Foto: Rasch)

»Paul« ist im Stundenplan fest integriert – Lernroboter-Projekt an der Carl-Orff-Grundschule Traunwalchen

Traunreut – Im Zeitalter der digitalen Transformation ist der Lernroboter auch ein fester Bestandteil an der Carl-Orff-Grundschule Traunwalchen. Ein bis zweimal pro Woche ist Roboter »Paul« im Stundenplan integriert. So etwa in der Kombiklasse der Jahrgänge 1 und 2.


Lehrerin Magdalena Hofmann verteilt an die im Kreis sitzenden Kinder kleine Zettel und flüstert den »Geheimagenten« etwas zu. Die Buchstaben auf den Zetteln ergeben das Wort der Woche. Jetzt kommt »Paul« zum Einsatz: Er ist ein Lernroboter, den die Schüler selber programmieren und mit dem sie eine ganze Menge lernen: Nämlich in Gruppen zu arbeiten, Kreativität und logisches Denken zu entwickeln, neue Technologien zu verstehen und zu beherrschen und das räumliche Vorstellungsvermögen. Lernziele können zum einen der Roboter und seine Programmiersprache selbst und zum anderen der aktuelle Lernstoff sein.

Eine stetige Verknüpfung der beiden Ziele ist dabei für Magdalena Hofmann am sinnvollsten. Auf den Lernmatten, die teilweise selbst von den Kindern erarbeitet werden, fährt »Paul« mit einem Lernauftrag von einem Bild, Wort, Satz oder Rechnung zum nächsten. Zum Beispiel wird eine Kopfrechenaufgabe gestellt, das Ergebnis muss nach dem Ausrechnen auf der Lernmatte gesucht werden. Danach wird »Paul« so programmiert, dass er auf das richtige Ergebnis fährt. Auch das Erzählen und Aufschreiben einer Geschichte nach »Pauls« Weg auf einer Deutschmatte oder Kunstmatte motiviert die Kinder.

Der Lernroboter kann im fächerübergreifenden Unterricht sehr gut eingesetzt werden und schult gleichzeitig viele Kompetenzen aus der Schul- und Alltagswelt der Kinder.

Der Lernroboter ist zwischenzeitlich ein fester Bestandteil der Schule geworden. Ein bis zwei Mal in der Woche kommt er in verschiedenen Klassen zum Einsatz. Mit dem Ziel, in allen Fächern, ob in Mathematik, Deutsch, Heimat- und Sachunterricht, Englisch, Musik oder Sport, angewandt zu werden und den Lernstoff des Lehrplans auf motivierende Art zu erlernen und zu üben.

»Dabei lernen die Kinder automatisch und im spielerischen Umgang die Funktionsweise digitaler Medien«, sagt Hofmann. Die Pädagogin hat das Lernroboter-Projekt an die Carl-Orff-Schule gebracht und mit einer schulinternen Fortbildung andere Lehrkräfte geschult.

Aus ihrer mehrjährigen Erfahrung an der deutschen Auslandsschule in Brasilien und der Durchführung von Lehrerfortbildungen am Goethe Institut in Rio, weiß sie, dass die Arbeit mit diesem Medium viele Vorteile bietet.

»Nicht nur Konzentration und problemlösendes Denken werden geschult. Durch die Nutzung der Lernroboter und der dazugehörigen App erfahren die Schüler, dass Computer und Roboter von Menschenhand gesteuert werden und sich dahinter auch Gefahren verbergen. So kann gleichzeitig eine Medienmündigkeit im Sinne der Medienpädagogik aufgebaut werden«, so die Lehrerin.

Das Projekt Lernroboter und Programmieren in der Grundschule wird von ihr seit dem Schuljahr 2021/2022 an der Carl-Orff Schule geleitet und kommt bei den Schülern offenbar gut an: »Das Rumfahren und dass das Paulchen manchmal rausfällt, ist ganz lustig«, meint Erstklässler Tobi. Valentin aus der 1. Klasse und Jonas aus der 2. Klasse sind ebenfalls begeisterte »Paul«-Fans: »Das Rumfahren auf den Lernmatten und das Programmieren ist voll interessant und macht Spaß.«

Damit das Projekt an der Traunwalchner Schule auch umgesetzt werden kann, waren hohe Anschaffungskosten notwendig. Dank der Unterstützung vom Förderverein der Schule konnte Roboter »Paul« mit Ladestation und eine Matte angeschafft werden.

ga

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