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Neues Blockheizkraftwerk – Planung im Traunreuter Werkausschuss vorgestellt

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Traunreut Blockheizkraftwerk
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In der Traunreuter Kläranlage sind zwei Blockheizkraftwerke (BHKW) mit jeweils 60 kW elektrisch beziehungsweise thermisch installiert. Das ältere der beiden BHKW (rechts) hat jetzt mit circa 93 000 Betriebsstunden das Ende seiner Laufzeit erreicht und soll durch ein neues BHKW mit einer Leistung von 80 kW ersetzt werden. (Foto: Rasch)

Traunreut – Das zwölf Jahre alte Blockheizkraftwerk (BHKW) der Kläranlage Traunreut hat mit circa 93.000 Betriebsstunden das Ende seiner Laufzeit erreicht und soll im nächsten Jahr ersetzt werden.


Der mit einer Planung eines neuen BHKW beauftragte Anton Mader vom Ingenieurbüro Dippold & Gerold Beratende Ingenieure GmbH, stellte die für etwas über 500.000 Euro geplante Neuanschaffung dem Werkausschuss vor.

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Kläranlagen gehören zu den größten Stromverbrauchern einer Kommune. Die Traunreuter Stadtwerke versuchen seit Jahren, mit zwei BHKWs mit jeweils 60 kW elektrisch beziehungsweise 96 kW thermisch, den Energiehunger des Betriebes zu zügeln und sind auf einem vielversprechenden Weg zur Energieautarkie.

In beiden Anlagen aus den Jahren 2007 und 2014 wird das im Faulturm entstehende Klärgas für die Strom- und Wärmeerzeugung genutzt. Das ältere soll im nächsten Jahr durch ein neues ersetzt werden. Das Heizkraftwerk habe seine Lebensdauer erreicht, alle Anlagenteile seien verbraucht, erklärte Mader. Eine komplette Überholung der Anlage wäre wirtschaftlich nicht darstellbar. »Es könnte sein, dass es nach einer Überholung noch ein Jahr läuft«, sagte Mader. Die hohen Kosten würden aber nicht dafür stehen.

Das neue BHKW würde mit einer Leistung von 80 kW elektrisch etwas leistungsfähiger als das bisherige sein, da seit 2018 die Gasproduktion wegen der Annahme von Fremdfetten und der Verwertung des Überschussschlamms der Kläranlage Stein steige. Dadurch könne das vermehrt anfallende Klärgas ökologisch und ökonomisch sinnvoll genutzt werden und der bisherige Anteil der Eigenstromerzeugung von circa 83 auf 89 Prozent noch weiter erhöht werden.

Da sich die Stadtwerke Traunreut zum 1. Januar 2021 am Erdgasnetz in der Stadt Traunreut mit 50 Prozent beteiligen, regte Martin Czepan (Grüne) an, das vermehrt anfallende Klärgas in das Erdgasnetz einzuspeisen. Mader erklärte dazu, dass man Klärgas und Erdgas nicht so einfach mischen könne. Es müsste eine große Aufbereitungsanlage gebaut werden, was wirtschaftlich unrentabel wäre.

Die Gesamtkosten liegen laut einer aktuellen Kostenschätzung einschließlich der Nebenkosten bei rund 504.000 Euro. In den Gesamtkosten sind auch für vier Jahre die Wartungskosten enthalten. Wirtschaftlich sei diese Investition sinnvoll, ganz abgesehen von der ökologischen Sicht, erklärte Mader, der seit 20 Jahren die Kläranlage Traunreut beratend betreut. Die Lieferzeit eines neuen BHKW beträgt etwa acht Monate. Im Herbst 2020 soll die neue Anlage in Betrieb gehen. Ein Beschluss wurde aber noch nicht gefasst. ga

 


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