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Neuer Anlauf für 30 km/h in ganz Haßmoning

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Traunreut: Neuer Anlauf für 30 km/h in ganz Haßmoning
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Elena Rieser (von rechts) und Sara Erlandsson-Kurz überreichten an Bürgermeister Hans-Peter Dangschat eine Liste mit 50 Unterschriften von Haßmoninger Bürgern. Sie fordern eine 30-km/h-Beschränkung auf der Straße nach Ginzing. (Foto: Eder)

Traunreut – Bürgermeister Hans-Peter Dangschat hat bei einem Ortstermin mit Anwohnern zugesagt, das Thema einer Geschwindigkeitsbeschränkung auf 30 km/h in Haßmoning für die Straße nach Ginzing nochmals auf die Tagesordnung des Verkehrsausschusses zu setzen – falls dieser zustimmt.


Denn der Ausschuss hatte zwar für eine 30er-Beschränkung auf der Straße von Haßmoning nach Hörpolding gestimmt, nicht aber für die in Richtung Ginzing. Bei dem Ortstermin hatten Anwohner dem Bürgermeister eine Liste mit 50 Unterschriften für ihre Anliegen vorgelegt.

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Nach dem negativen Beschluss des Verkehrsausschusses hatten Sara Erlandsson-Kurz und Elena Rieser sofort begonnen, Unterschriften zu sammeln, und fast alle Haßmoninger unterschrieben.

Die Verkehrssituation in Haßmoning ist eine besondere. Zwei Straßen führen von Osten – die eine von Hörpolding, die andere von Irsing her kommend – zu der Ortschaft. Auf diesen beiden gilt eine 30-km/hBeschränkung. Ausgerechnet das Verbindungsstück zwischen den beiden Straßen aber wurde bei 50 km/h belassen.

Dabei ist dieses Verbindungsstück, das weiter in Richtung Ginzing führt, für eine ganze Reihe von Kindern der Weg zur Bushaltestelle. Dies können viele Haßmoninger nicht verstehen: Was macht es für einen Sinn, fragen sie, dass die eine Straße – ausdrücklich auch wegen der Bushaltestelle – beschränkt wird, die andere nicht, obwohl sie die gleichen Voraussetzungen hat.

Bürgermeister Dangschat erläuterte bei dem Ortstermin zunächst, dass die 30km/h-Beschränkung an der von Hörpolding kommenden Straße – obwohl im Ausschuss so beschlossen – nicht rechtskonform sei. Dies hätten die Stellungnahmen der städtischen Rechtsabteilung, der Polizei und des Landratsamts ergeben, in denen unter anderem auch darauf verwiesen worden war, dass Haßmoning kein Unfallschwerpunkt sei.

Deshalb habe er sich der offiziellen Beurteilung der Rechtslage angeschlossen, ebenso auch für die Straße nach Ginzing. Aus seiner Sicht sei die Zustimmung zu den 30 km/h auf der Hörpoldinger Straße ein Fehler gewesen. Da der Ausschuss bei praktisch gleichen Voraussetzungen aber unterschiedlich abgestimmt hat, könne er das Unverständnis der Anwohner gut verstehen.

Von daher erklärte er sich bereit, »obwohl ich es eigentlich nicht dürfte«, das Thema nochmals im Verkehrsausschuss anzusprechen; denn vom Verfahren her ist es nicht in Ordnung, einen abgeschlossenen Punkt gleich wieder auf die Tagesordnung zu setzen. Wenn der Ausschuss hier zustimmt, könne über das Thema durchaus gern nochmals diskutiert werden, so der Bürgermeister. Er bleibe jedoch bei seiner Meinung, dass hier die rechtlichen Voraussetzungen für eine 30-km/h-Beschränkung nicht vorliegen. Dangschat meinte, er sei gern bereit, Grundstücksverhandlungen zu führen, um eventuell wenigstens einen Gehweg für mehr Verkehrssicherheit zu ermöglichen. Es gebe ja durchaus die Möglichkeit, schmälere Gehwege als normal anzulegen, meinte er angesichts der beengten Ortssituation in Haßmoning.

In einem Gespräch mit unserer Zeitung verwiesen Erlandsson-Kurz und Rieser besonders auch auf die vielen Kinder in Haßmoning. Im kommenden Schuljahr werden es 17 sein, dazu kommen in Zukunft noch weitere fünf Kleinkinder. Nicht zuletzt aus diesem Grund hatten sie sich entschlossen, in der Sache aktiv zu werden: »Man muss nicht alles hinnehmen«, meinte Sara Erlandsson-Kurz, »man kann durchaus etwas bewirken.« Die beiden sind überzeugt, gute Argumente für ihr Anliegen zu haben, und sie sehen die Haßmoninger Anlieger hinter sich. Einige der Bewohner bringen ihre Kinder mit den Autos zur Schule, fügte Elena Rieser an, weil ihnen der Schulweg als zu gefährlich erscheint. Die beiden gefährlichen Kreuzungen und die Kurvensituation seien zusätzliche Risiken auf dem Weg.

Wie stark der Verkehr gerade auf der Ginzinger Straße ist, zeigte sich während des Gesprächs mit dem Bürgermeister. Ein Auto nach dem anderen, teils mit Kennzeichen von weit weg, fuhr durch das Dorf. Und gerade während des Berufsverkehrs, wenn auch die Kinder zur Schule müssen, sei der Verkehr besonders stark, hieß es. Dass sich viele Autofahrer nicht an die vorgegebenen Geschwindigkeiten halten, werde auch beobachtet. Dem stimmte Bürgermeister Dangschat zu: »Da bin ich zu 100 Prozent bei Ihnen.« Es gebe schließlich selbst in Spielstraßen-Bereichen Autofahrer, die mit 60 km/h fahren. Von daher glaube er auch nicht, dass eine weitere 30er-Beschränkung in Haßmoning eine wirkliche Verbesserung der Situation bringen würde.

So blieb es letztlich dabei, dass der Bürgermeister versuchen wird, das Anliegen der Haßmoninger nochmals in den Ausschuss zu bringen. Zudem wolle er, wenn es gewünscht sei, auch die Anlieger wegen eines möglichen Gehsteigbaus zu befragen. »Das ist mein Angebot an Sie«, fasste Dangschat zusammen. Falls der Ausschuss bereit ist, nochmals darüber zu sprechen, wird nochmals abgestimmt: »Dann werden wir sehen, was rauskommt.« he


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