weather-image
23°

Neue Erschließungsstraße Hochreit wurde freigegeben

3.0
3.0
Bildtext einblenden
Im Zuge der neuen Erschließungsstraße für das Gewerbegebiet Hochreit in Traunreut mussten an der Staatsstraße 2104 auch die Einmündungen nach Hochreit (links) und zum Geothermiewerk auf der gegenüberliegenden Seite entsprechend umgebaut werden. Aus Richtung Stein an der Traun kommend, wurde an der Einmündung nach Hochreit eine Linksabbiegespur gebaut. (Foto: Rasch)

Traunreut – Dass von der neuen Erschließungsstraße Hochreit nicht nur die Firma Heidenhain und ihre Mitarbeiter, sondern auch unmittelbare Anlieger des Gewerbegebiets profitieren, davon konnten sich die Gäste der offiziellen Verkehrsfreigabe am höchsten Punkt bei der Abzweigung nach Steineck überzeugen.


Die neue Strecke führt weiträumig um das Gewerbegebiet Hochreit herum und schließt von beiden Seiten an Waginger Straße an. Gekostet hat die Stadt der rund 1,8 Kilometer lange Straßenbau über eine Million Euro, wobei sich die Firma Heidenhain als Nutznießer mit einem nicht unerheblichen Betrag beteiligt hat. Über die Höhe der Beteiligung äußerte sich Bürgermeister Klaus Ritter nicht. In den genannten Kosten sind Grundstücks-, Planungs- und Nebenkosten nicht enthalten. Es liege auch noch keine Schlussabrechnung vor. Im städtischen Haushalt 2017 wurden für das Projekt 1,6 Millionen Euro eingestellt.

Anzeige

Die Erweiterung des Gewerbegebiets Hochreit und die damit verbundene Sicherung des Standorts der Firma Heidenhain hatten vor sechs Jahren die Diskussion ausgelöst, die Ortsstraße durch das Industriegebiet Hochreit zu den Ortsteilen Steineck, Gigling und Mais zu verlegen und neu zu bauen. Im Zuge der Planungen wurden eine kleine und eine große Variante erarbeitet. Letztlich entschied man sich für die große Variante.

Durch die neue Route wird der Verkehr jetzt um das Heidenhain-Gelände herumgeführt. Baubeginn war im Mai letzten Jahres, seit Ende November rollt bereits der Verkehr über die neue Straße mit Anbindung an das Heidenhain-Gelände. Ab der neuen Trasse östlich des Gewerbegebiets bis zur Zufahrt Steineck wurde auch ein straßenbegleitender Geh- und Radweg gebaut. Mit dem Bau verbunden war auch der Einbau einer Linksabbiegespur auf der Staatsstraße 2104 bei der Zufahrt nach Hochreit. Mit dem Staatlichen Bauamt wurde für den Unterhalt der Abbiegespur ein Ablösevertrag vereinbart, den die Stadt ans Bauamt zahlen muss. Außerdem mussten bei den Zufahrten nach Hochreit und dem gegenüberliegenden Geothermiewerk Fahrbahnteiler mit Geh- und Radquerungen gebaut werden, für die die Stadt auch die Baulast und den Unterhalt übernehmen muss. Die Abbiegespuren und der Umbau an den Einmündungen hatten sich etwas verzögert und wurden erst jetzt fertiggestellt.

Wenn es um neue Zufahrten oder wie in Traunreut um die Erweiterung einer Zufahrt an überregionalen Straßen gehe, reagiere der Straßenbaulastträger – um es moderat auszudrücken – meist zurückhaltend, sagte Martin Bambach vom Staatlichen Bauamt Traunstein. Bekanntlich seien an Zufahrten außerorts oft viele Unfälle zu verzeichnen. Die Gefahr sei später kaum noch in den Griff zu bekommen.

Bei der Zufahrt nach Hochreit sei dies jedoch anders: Die Staatsstraße werde seit fast 20 Jahren Zug um Zug ausgebaut, um Traunreut verkehrssicherer und leistungsfähig an die Bundesstraße anzubinden. Dieser Prozess sei zwar noch nicht zu Ende, aber der bisherige Ausbau zeige Erfolg. Auch die Erweiterung des Gewerbegebiets Hochreit mit Millionen-Investitionen in Arbeitsplätze spreche dafür. »Wir brauchen Arbeitsplätze vor Ort, die durch die Berufstätigen auf ausgebauten Verkehrswegen sicher und schnell erreichbar sind«, betonte Bambach. Traunreut sei hierbei sicher ein Vorbild und zeige dies durch die heutige Verkehrsfreigabe.

Bürgermeister Klaus Ritter lobte die schnelle Unterstützung des Staatlichen Bauamts und würdigte vor allem die Grundstücksbesitzer, die dafür Grund abgetreten haben oder auch bereit gewesen wären, Grund zu tauschen. Ohne die Zurverfügungstellung der Grundstücke wäre das Projekt in der Kürze der Zeit nicht möglich gewesen. Auch die Anlieger lobte er für ihre Geduld während der Bauarbeiten. Unter den Klängen einer Abordnung der Blaskapelle Traunwalchen schritten die Vertreter der Firmen, Behörden und der Stadtverwaltung zur Tat und durchtrennten symbolisch ein Band. ga