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Neubau der Grundschule Nord: Preisträger stehen fest

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Dem Traunsteiner Architekturbüro LS-Arch Part GmbB wurde beim Wettbewerb für den Neubau der Grundschule Nord in Traunreut der zweite Preis zugesprochen. Architektin Gerti Leitenbacher (rechts) vom Traunsteiner Architektenbüro LS-Arch Part GmbB erklärte bei der Präsentation der eingereichten Arbeiten das Modell. (Foto: Rasch)

Traunreut – Die ersten drei Preisträger des Architektenwettbewerbs für den Neubau der Grundschule Nord in Traunreut inklusive einer Turnhalle stehen jetzt fest.


Die eingereichten Wettbewerbsarbeiten einschließlich der Modelle wurden im Rathaus präsentiert und von den Vertretern der Büros dem Stadtrat und interessierten Bürgern vorgestellt. Über 70 Büros hatten sich bei diesem europaweiten Wettbewerbsverfahren für das Projekt beworben. 20 Arbeiten wurden letztendlich ausgewählt und 16 davon dann eingereicht. Die Auslobung sei ebenso hochspannend wie hochinteressant gewesen, erklärte Bürgermeister Klaus Ritter.

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Das Auswahlverfahren des Sach- und Fachpreisgerichts, bestehend aus je einem Vertreter der Stadtratsfraktionen, Vertreter der Verwaltung und der Schulleitung, habe einen ganzen Tag gedauert, erklärte Ritter. Der Teilnehmerrunde attestierte er eine sehr gute Zusammenarbeit. Dies bestätigten auch Stefan Öttl, über dessen Architekturbüro HOE-Architects München das Verfahren abgewickelt wurde, sowie der stellvertretende Vorsitzende des Fachpreisgerichts, Professor Thomas Hammer.

»Es war eine angenehme Zusammenarbeit und alle haben das sehr gut gemanagt«, so Öttl. Auch Professor Hammer sprach von einer harmonischen Zusammenarbeit. Das Ergebnis der insgesamt hochwertigen Arbeiten könne sich sehen lassen. Die eingereichten Arbeiten wurden anonymisiert und dann quasi geheim bewertet. »Keiner wusste, welche Arbeit von wem ist«, so Hammer. Am Ende sei der erste Preis dem Büro Lamott Architekten PartGmbH Stuttgart einstimmig zuerkannt worden. Der zweite Preis ging an das Traunsteiner Büro LS-Arch Part GmbB und der dritte Preis an das Büro Plus+Bauplanung GmbH Neckartenzlingen in Baden-Württemberg.

Die Wettbewerbssumme, die von der Stadt Traunreut als auslobende Kommune ausgeschüttet wurde, liegt bei insgesamt 80.000 Euro. Der erste Preisträger erhält 15.000 Euro, der zweite 12.000 Euro und der dritte 7000 Euro. Den beiden gleichrangigen auf dem 4. Rang liegenden Arbeiten wurde jeweils eine Anerkennung von 3000 Euro zuerkannt. Als Aufwandsentschädigung erhalten alle 16 Arbeiten jeweils 2500 Euro. Ob der erste Preisträger auch den Auftrag erhält, muss letztendlich noch vom Stadtrat beschlossen werden. Es kann durchaus sein, dass der zweite oder dritte Preisträger zum Zug kommt.

Nach Auffassung des Preisgerichts stelle das Modell des ersten Preisträgers insgesamt einen sehr interessanten Beitrag hinsichtlich Maßstäblichkeit, innenräumliche Qualitäten und der Verbindung von Innen- und Außenräumen dar. Schule und Sporthalle seien sinnvoll intern verbunden und eine externe Nutzung sei problemlos möglich. Auch überzeuge die klare, kindgerechte Erschließung des Gebäudes mit der Anordnung der Nutzungsbereiche für die Ganztagsschule und Mittagsbetreuung im Erdgeschoß und den Regelklassen im Obergeschoß. Die Zuordnung von Klassen- und Gruppenräumen sei aus pädagogischer Sicht optimal gelöst. Der Planungsumfang beinhaltet auch eine Kindertagesstätte, die aber erst zu einem späteren Zeitpunkt realisiert werden soll. Die Lage der Tagesstätte als Ergänzung des Ensembles wird als schlüssig bezeichnet.

Angetan vom ersten Preisträger ist auch die Schulleitung der Grundschule Nord. Schulleiter Gunter Kahnert und seine Stellvertreterin Christine Kohl saßen als Fachberater mit im Preisgerichtsgremium. »Der erste Preis entspricht genau dem, was wir uns vorstellen«, erklärten sie gegenüber dem Traunsteiner Tagblatt.

In der Beurteilung des zweiten Preisträgers überzeugte das Verhältnis der Baukörper zueinander. Vor allem fügt sich der Baukörper gut in die umgebende Wohnbebauung ein. Die Ansichten seien spannungsvoll gegliedert und die räumliche Ausbildung der Aula und der Flure gut gelungen. Einen nach Ansicht des Preisgerichts wertvollen Beitrag zur gestellten Bauaufgabe stellt die Arbeit des dritten Preisträgers dar. Das Modell zeichne sich durch eine harmonische Eingliederung in das Gelände aus und entspreche den gestellten Anforderungen. Die Wirtschaftlichkeit liege hier im oberen Bereich. Der Stadtrat hat jetzt die Qual der Wahl, sich für eines der Modelle zu entscheiden.

Erste konkrete Diskussionen über eine Sanierung oder einen Neubau der Schule wurden vor neun Jahren geführt. 2016 hatte sich der Stadtrat dann aus wirtschaftlichen Gründen für einen Neubau im nördlichen Bereich des Geländes ausgesprochen, damit im alten Gebäude der Unterricht bis zum Umzug weiterlaufen kann. Nach dem Umzug ins neue Gebäude soll das alte Schulhaus abgerissen und dort die Freianlage gebaut werden. Die Sporthalle soll auf dem jetzigen Standort erstellt werden. Im Dezember letzten Jahres hatte der Stadtrat den Startschuss für einen Architektenwettbewerb gegeben.

Nach Angaben von Bürgermeister Ritter liegen die geschätzten Kosten bei 14,2   Millionen Euro. Rund fünf Millionen Euro erhofft man  sich als Staatszuschuss. »Wir hoffen, dass wir die Kosten halten können. Wir werden uns aber enorm anstrengen müssen, den Kostenrahmen einhalten zu können«, betonte Ritter. Als richtig wertete er die Entscheidung für einen Neubau: »Der Neubau ist eine absolut wichtige und zukunftweisende Entscheidung für die Stadt und vor allem für unsere Kinder.« ga