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Mit Selbsttests ohne Angst lernen

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Ein Video zur Handhabung von Selbsttests drehte das Kultusministerium in der Walter-Mohr-Realschule in Traunreut. (Screenshot: Mix)

Traunreut – Auf der Homepage des Bayerischen Staatsministeriums für Unterricht und Kultus ist seit wenigen Tagen ein Videofilm über Corona-Selbsttests zu sehen, der in der Walter-Mohr-Realschule in Traunreut gedreht wurde. Das Ministerium will damit allen Schulen im Freistaat zeigen, wie man mit Selbsttests »ohne Angst lernen und lehren« kann.


Zu dem Videodreh sei die Realschule rein zufällig gekommen, erzählt Schulleiterin Cornelia Linnhoff im Gespräch mit dem Traunsteiner Tagblatt. Das Landratsamt Traunstein habe in den Schulen im Landkreis angefragt, wer eine Erstausstattung mit Selbsttests haben will, und sie habe sofort Interesse für ihre Schule angemeldet. »Wir wollen Sicherheit im Schulhaus haben.« Zusammen mit Lehrerin Cigdem Ildiz – sie ist Erste-Hilfe-Beauftragte der Schule und zuständig für den Sani-Dienst – machte sich die Schulleitung Gedanken, wie das ganze umgesetzt werden könnte, sodass keinerlei Gefährdung durch die Selbsttests besteht, aber auch nicht allzu viel Unterrichtszeit verloren geht.

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Der Zufall wollte es dann, dass der Ministerialbeauftragte für die Realschulen in Oberbayern-Ost, Wilhelm Kürzeder, während eines routinemäßigen Besuchs an der Traunreuter Schule einen Anruf vom Ministerium bekam. Man informierte ihn darin, dass das Ministerium ein Video zu Selbsttests veröffentlichen will und dafür eine Schule sucht, die diese bereits verwendet. Kürzeder teilte mit, dass er sich gerade an so einer Schule befindet – und er stellte den Kontakt her. Ein Filmteam der Abteilung Öffentlichkeitsarbeit am Kultusministerium kam wenig später nach Traunreut und drehte das zweiminütige Informationsvideo.

Wie Cornelia Linnhoff weiß, gibt es an manchen Schulen Widerstand gegen die Selbsttests. Das Ministerium wolle mit dieser Aktion die Angst nehmen, informieren und animieren, diese anzuwenden. Da an der Realschule bis auf eine Woche im März nur die Abschlussklassen im Präsenzunterricht anwesend gewesen seien, sei der Aufwand nicht so groß gewesen, als wenn alle Klassenstufen im Haus gewesen wären. Auch sei die Durchführung der Tests mit den schon älteren Abschlussschülern einfacher als beispielsweise mit den sehr viel jüngeren Grundschülern.

Die Realschule konnte einmal pro Woche alle Zehntklässler einen Test durchführen lassen und hat auch noch welche für die Zeit nach den Ferien übrig. Die Leiterin der Realschule ist auch dafür, dass Lehrkräfte so schnell wie möglich geimpft werden. Wenn alle Klassenstufen im Haus sind, stehe jeder Lehrer am Tag vor rund 100 Schülern. »Da ist die Gefährdung derartig hoch, da braucht man einfach einen Schutz«.

In dem Video erklärt Cigdem Ildiz, wie die Schule die Sache mit den Selbsttests angegangen ist. Zunächst sei der Sani-Dienst geschult worden, wie der Test funktioniert, damit dieser dann in den einzelnen Klassen die Schüler betreuen kann. Teilweise bestehende Berührungsängste seien abgebaut worden. Inzwischen gebe es eine gewisse Routine – und die Tests liefen reibungslos und schnell ab. »Für uns sind die Selbsttests ein wichtiges Mittel, damit Schüler und Lehrkräfte sich sicher fühlen und ohne Angst lernen und lehren können«, betont Linnhoff. mix


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