weather-image
18°

Mit 37 Schülern kleinster Abitur-Jahrgang seit Langem

5.0
5.0
Bildtext einblenden
Rebekka Fackler und Sebastian Sändig sind die besten Abiturienten am Johannes- Heidenhain-Gymnasium. Oberstudiendirektor Matthias Schmid überreichte ihnen kleine Geschenke. (Foto: P. Mix)

Traunreut – 37 Abiturienten wurden am Freitag am Johannes-Heidenhain-Gymnasium (JHG) verabschiedet, der kleinste Jahrgang seit langer Zeit. Die Schüler erreichten trotz widriger Bedingungen in diesem ungewöhnlichen Schuljahr sehr gute Leistungen. Rebekka Fackler und Sebastian Sändig sind mit einem Schnitt von 1,3 die Besten.


Bei der Abiturfeier im vergangenen Jahr hatte Schulleiter Matthias Schmid davon gesprochen, dass 2019 aufgrund der »Fridays for Future«-Bewegung ein Jahr der Veränderung und mit einer Zeitenwende verbunden sei. »Ich lag knapp daneben. Es ist das Jahr 2020, das die ganze Welt in so massiver Weise verändert hat, dass schon jetzt klar ist, dass es unvergesslich bleibt.«

Anzeige

Für die Abiturienten sei heuer vieles anders, wie Schmid ausführte: »Die Leichtigkeit des Seins, die einen nach dem bestandenen Abitur normalerweise überfällt, einfach in den Tag hineinzuleben, rauschende Feste mit vielen Menschen feiern, die Welt bereisen, all diese Dinge bleiben euch momentan verwehrt.«

Bei aller Tragik gebe es aber auch Positives an der Krise. Die Menschen hätten wieder gelernt, sich mehr mit sich selbst auseinanderzusetzen, würden wieder erkennen, was im Leben wirklich wichtig ist und Dinge neu entdecken, für die sonst nie Zeit war. »Es liegt jetzt auch an euch, die positiven Dinge zurückkehren zu lassen und die negativen Dinge endgültig hinter uns zu lassen.« Die Lehrer hätten ihnen das nötige Rüstzeug mitgegeben, damit die jungen Menschen mitreden, mitentscheiden und mitgestalten können. »Nutzt eure Talente, geht positiv in die Zukunft, setzt euch für ein gutes Miteinan-der ein.«

Eine besondere Ehrung hatte Matthias Schmid für Rebekka Fackler und Sebastian Sändig, die beiden Besten des Jahrgangs. Er lobte außerdem Rebekka Fackler und Fabian Dopler für ihr langjähriges Engagement als Schülersprecher.

Elternbeiratsvorsitzender Christian Stoib, der dieses Amt seit 2012 innehatte und nun niederlegt, da seine jüngste Tochter unter den Abiturienten ist, charakterisierte den ihm sehr gut bekannten Jahrgang. »Die diesjährigen Absolventen wollen Veränderung, es darf und kann für sie kein weiter so geben.« Die Schüler hätten sich schon vergangenes Jahr bei »Fridays for Future« stark engagiert und die Zeit im Gymnasium habe sie gelehrt, auch künftig »die richten Fragen zum richtigen Zeitpunkt« zu stellen.

»Sie haben alle Möglichkeiten«

Laut Bürgermeister Hans-Peter Dangschat können die Absolventen stolz auf sich sein, da sie mit dem Abitur den höchsten Schulabschluss geschafft haben, »und das in Bayern«, wie er ausdrücklich betonte. Das Ende der Schulzeit sei nun der Beginn eines ganz neuen Wegs: »Sie haben alle Möglichkeiten und das ist etwas Tolles.« Das Stadtoberhaupt gab ihnen mit, sich gut zu überlegen, welcher der richtige Weg für jeden Einzelnen von ihnen ist.

In einer launigen Rede blickten Ricarda Dizdarevic und Stefan Wallner auf ihre gemeinsame Schulzeit und so manche Erlebnisse zurück. Nachdem zahlreiche Mitschüler des Jahrgangs die Schule im Laufe der Jahre verlassen haben, sei aus ihnen eine geschlossene Gruppe mit fast familiärer Atmosphäre geworden. »Wir hatten zusammen eine schöne und gute Zeit, die wir nicht vergessen werden.«

Die Abiturfeier musste dieses Jahr coronabedingt kleiner ausfallen als sonst üblich. Die Schüler saßen in der Aula in gebührendem Abstand und nur jeweils mit ihren Eltern zusammen, auch auf der Bühne waren Abstandsmarkierungen angebracht. Das Gruppenbild konnte nicht gemacht werden und es durfte auch keinen Abiball geben. Dennoch fand die Feier in gebührendem Rahmen statt und wurde musikalisch von den Abi-turienten und dem Ensemble der Q12 umrahmt. mix


Mehr aus Traunreut