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Minikreisverkehr oder Ampel? Keine einhellige Meinung

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Die Kreuzung Kantstraße/Eichendorfstraße war Thema der Junisitzung des Traunreuter Arbeitskreises Verkehr.

Traunreut – Der Arbeitskreis Verkehr (AKV) befasste sich in der Junisitzung ausführlich mit der Kreuzung Kantstraße/Eichendorfstraße und besprach drei mögliche Lösungsvarianten. Eine einstimmige Meinung der Arbeitskreismitglieder konnte jedoch nicht gefunden werden.


Möglich wären an dieser Stelle laut Arbeitskreis ein Minikreisverkehr, eine Ampellösung oder ein Minikreisverkehr mit Bedarfsfußgängerampel. Die dritte Variante wurde einhellig abgelehnt. Eine Fußgängerbedarfsampel würde die Vorteile eines Kreisverkehrs aufheben. Da an dieser Kreuzung lebhafter Fußgängerverkehr herrscht, sei mit ständiger Betätigung der Ampel zu rechnen. Der Vorteil eines ungehinderten Verkehrsflusses bei einem Kreisverkehr würde dadurch verloren gehen.

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Über die beiden anderen Varianten gab es keine einstimmige Einigung, deshalb wurden Argumente für und wider gesammelt. Für einen Kreisverkehr sprächen der gleichmäßige Verkehrsfluss, weniger Emissionen, es entfallen die Einordnungsspuren, wodurch ein geringerer Flächenverbrauch notwendig wäre, und letztendlich sei er optisch schöner.

Dagegen spricht nach Meinung des AKV, dass es weniger Schutz für querende Fußgänger gibt. »Die Vorfahrtsregeln an einem Kreisverkehr zwischen Autos und Fußgängern sind den meisten Verkehrsteilnehmern nicht bekannt«, stellte Vorsitzender Reinhard Piehle und erklärte: »Fährt ein Kfz aus dem Kreisverkehr heraus, hat der Fußgänger Vorrang. Fährt hingegen ein Kfz in den Kreisverkehr hinein, hat dessen Fahrer Vorrang.«

Der AKV vermutet, dass eine höhere Durchfahrtsgeschwindigkeit über den Kreisverkehr vom Rathausplatz aus entstehen könnte, da die Durchfahrt hier nahezu geradlinig ist. Außerdem entstehe Gefahr für Radfahrer, weil sie auf dem Kreisverkehr gemeinsam mit den Autos fahren müssen.

Für eine Ampellösung sprechen nach Ansicht einiger AKV-Mitglieder dagegen die hohe Sicherheit für Fußgänger, die Entzerrung des Verkehrs durch Einordnungsspuren und die Möglichkeit, durch elektronische Steuerung die Ampelschaltzeiten dem Verkehrsfluss anzupassen. Argumente dagegen waren der Stop-and-go-Verkehr und die damit verbunden höhere Emissionen, auch bestehe Gefahr für die Radfahrer auf den Einordnungsspuren.

In Bezug auf eine lange Verkehrsinsel zwischen Einmündung Marktstraße und Kreisverkehr stellte der AKV fest: Bäume werden nicht befürwortet. Es ist zu wenig Platz an dieser Stelle. Stattdessen wäre eine Aufpflasterung, wie auf Höhe Rathausplatz, denkbar. Die Busparkbuchten seien momentan erforderlich. Langfristig solle jedoch ein großzügiger Busbahnhof an anderer Stelle entstehen, auf dem die Busse während der Wartezeiten parken können.

Die Mitglieder des AKV begrüßen außerdem den Ausbau des Frühlinger Spitzes. Eine Ausbauvariante gemäß dem Vorschlag des Radwegekonzeptes östlich der Berufssonderschule sollte geprüft werden. Ein gemeinsamer Geh- und Radweg würde die Lücke zwischen dem Kreisverkehr am neuen Bauhof und der Wagingerstraße schließen. Die Straße sollte bestandsorientiert ausgebaut werden. mix