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Der Hauswasseranschluss (hier im Inneren des Hauses) ist das Bindeglied zwischen der Versorgungsleitung und dem Wassernetz. (Foto: Rasch)

Konsequenz bei Austausch von Wasser-Hausanschlüssen: Traunreuter Werkausschuss unterstützt einheitliche Vorgehensweise der Stadtwerke

Traunreut – Der Werkausschuss des Traunreuter Stadtrats unterstützt das konsequente, einheitliche und satzungskonforme Vorgehen der Stadtwerke bei der Sanierung von Wasser-Haushaltsanschlüssen. Das heißt, dass im Zuge der Sanierungsarbeiten in einer Straße bei allen Kunden die Hausanschlussleitung ausgetauscht wird, auch wenn der Kunde es nicht wünscht. Die Stadtwerke stützen sich dabei auf die gültige Wasserabgabe- sowie Beitrags- und Gebührensatzung. Um der satzungskonformen Vorgehensweise Nachdruck zu verleihen, hat der Werkausschuss in seiner Sitzung dazu einen einstimmigen Beschluss gefasst.


Wie der Leiter der Stadtwerke, Frank Wachsmuth, erklärte, werden die Wasserleitungen, die vor mehr als 50 Jahren verlegt worden sind, sukzessive saniert. Die Leitungen hätten ihre technische Lebensdauer erreicht und seien zum Teil schadhaft. Da auch die Hausanschlussleitungen Teil des Wassernetzes sind, werden auch diese ausgetauscht, sofern sie nicht jüngeren Datums sind. Die Hausanschlussleitung führt von der Straße ins Haus bis zum Zähler. Auch als sogenannte Grundstücksanschlüsse stünden diese Leitungen ebenso wie die Wasserleitungen im öffentlichen Grund im Eigentum der Stadtwerke und würden ausschließlich von den Stadtwerken betrieben, erklärte Wachsmuth.

Weiter teilte er mit, dass die Stadtwerke bisher versucht hätten, die Kunden von der Notwendigkeit der Sanierung zu überzeugen. Doch wenn einige Kunden nicht eingesehen hätten, die Hausanschlüsse zu wechseln und dafür zu zahlen, seien diese Leitungen nicht ausgetauscht worden. Die Stadtwerke hätten dann in diesen Einzelfällen die neue Wasserleitung in der Straße an die alte Hausanschlussleitung angeschlossen.

Technisch sei es jedoch nicht sinnvoll, nur einen Teil des Wassernetzes zu erneuern, denn früher oder später werde auch die Hausanschlussleitung undicht werden, warnte Wachsmuth. Zum einen würden die Stadtwerke dann die Wasserverluste (Stromkosten für die Pumpen) tragen, und zum anderen könne das austretende Wasser großen Schaden anrichten.

Vor diesem Hintergrund sollen die Hausanschlussleitungen künftig bei allen Kunden ausgetauscht werden, auch wenn es der eine oder andere Kunde nicht wünscht. Ausnahmen seien zulässig, wenn die Leitung ein deutlich jüngeres Baujahr aufweise und noch kein Schaden aufgetreten sei.

Zugang notfalls gerichtlich erwirken

Auf Anregung von Stadtrat Martin Czepan (Grüne) versicherte Wachsmuth, dass die Kunden zeitnah angeschrieben und beraten werden. »Wir werden diese Regelung mit Augenmaß anwenden und auch weiterhin versuchen, gemeinsam mit den Kunden eine Lösung zu finden«, versicherte der Stadtwerke-Chef. Sollte sich jedoch ein Kunde vehement gegen Tiefbau- und Verlege-Arbeiten in seinem Grundstück wehren, müssten die Stadtwerke den Zugang zur Hausanschlussleitung notfalls gerichtlich erwirken. Wachsmuth hofft jedoch, dass es nicht dazu kommen wird. Sollte jedoch so ein Fall eintreten, würde, wenn technisch vertretbar, auf der Grundstücksgrenze ein Wasserzählerschacht gesetzt werden. Damit werde die Hausanschlussleitung per Definition in der Satzung zur Kundenlage – sie gehe dann in das Eigentum des Kunden über. Dieser könne dann wiederum selber entscheiden, ob und wann er diese Leitung austausche. Mögliche Wasserverluste würden dann vom Zähler erfasst und könnten damit dem Kunden in Rechnung gestellt werden.

ga

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