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Keine Mehrheit für rote Rad- und Fußwegmarkierungen

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Traunreut: Keine Mehrheit für rote Rad- und Fußwegmarkierungen
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Zwei Grundstückszufahrten am Traunring: Während rechts der Geh- und Radweg rot markiert ist, gibt es gegenüber keine farbliche Markierung.

Traunreut – Die Anträge der Grünen-Stadtratsfraktion, den Rad- und Fußweg entlang des Traunrings an stark frequentierten Grundstückseinfahrten rot zu markieren und eine Versiegelung von Gartenflächen zu vermeiden, wurden vom Bauausschuss aus unterschiedlichen Gründen abgelehnt. Zurückgestellt wurde ein weiterer Antrag der Grünen, am Bahnhaltepunkt Traunreut zusätzliche Fahrradstellplätze aufzustellen.


Dieser Antrag wurde auf Anregung von Bürgermeister Klaus Ritter in der Bauausschusssitzung deshalb vertagt, weil noch kein konkreter Standort ausgemacht werden konnte. Die Seitens der Grünen angedachte Fläche befindet sich im Privatbesitz und nicht im Besitz der Stadt. Ritter schlug der Vertreterin der Grünen, Helga Zembsch, vor, sich mit der städtischen Bauverwaltung in Verbindung zu setzen, um die Standortfrage »Wo wäre der Platz möglich« abzuklären. Dann soll der Antrag erneut behandelt werden.

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Nach Ansicht der Grünen reichen die derzeitigen acht Radstellplätze am Bahnhaltepunkt nicht aus. Auch gebe es für hochwertige Räder keine sichere Abstellmöglichkeit. Ihren Antrag begründen sie unter anderem auch dahingehend, dass mit einer Verbesserung des Bahn-Angebotes auf der Traun-Alz-Strecke auch mit einer Steigerung des Fahrradaufkommens zu rechnen sein werde. Deshalb sollten die vorhandenen Radstellplätze um 30 überdachte Stellplätze und zehn abschließbare Fahrradboxen mit Lademöglichkeit ergänzt werden. Zudem sei auch zu prüfen, ob auch an den Bahnhaltepunkten in Matzing, Hörpolding und Stein Bedarf bestehe. Der Antrag, den Rad- und Fußweg entlang des Traunrings an stark frequentierten Grundstückszufahrten rot zu markieren, wurde gegen die Stimme von Helga Zembsch abgelehnt. Nach Auffassung der Grünen, sollten die Zufahrten zu den Geschäften Netto, Aldi, Getränke Winkler und zum »Petrapark« rot eingefärbt werden und – falls sicherheitstechnisch unbedenklich – die Pflasterung durch Asphalt (ebenfalls rot eingefärbt) ersetzt werden.

Als Begründung geben sie an, dass der Geh- und Radweg an den Straßeneinmündungen entlang des Traunrings rot eingefärbt sei, so dass für den Autofahrer klar erkennbar sei, dass hier mit Radfahrern zu rechnen ist und Radfahrer und Fußgänger Vorfahrt haben.

An den stark frequentierten Zufahrten zu den Geschäften hingegen gebe es keine farbige Markierung, sondern nur graues Kopfsteinpflaster. »Die Situation ist verwirrend«, beklagte Zembsch. Hier würden die Autofahrer nicht auf die querenden Radfahrer hingewiesen und es komme an diesen Stellen immer wieder zu gefährlichen Situationen. Ein Ersatz des Kopfsteinpflasters durch einen Asphaltbelag würde auch das Risiko für unsichere Radfahrer minimieren und das Fortkommen für Personen mit Rollator, Rollstuhl oder Rollern erleichtern .

Nach Angaben der Verwaltung seien im Zuge des Traunring-Ausbaus drei Typen von Zufahrten vereinbart worden: Im Bereich von Einmündungen öffentlicher Straßen wurden die Geh- und Radwege mit rotem Asphalt ausgeführt und mit Granit-Einzeilern abgegrenzt.

An Privatzufahrten wurden der Bordstein abgesenkt und die Zufahrt als Pflasterfläche ausgeführt und an gewerblichen Zufahrten wurde wegen einer erhöhten Belastung durch den Schwerverkehr eine Pflasterung aus Granitkleinsteinpflaster eingebaut. Sinn und Zweck dieser Festlegung sei es, verkehrssichere und baulich unbedenkliche Ausführungen der Einmündungen und Zufahrten zu schaffen, betont die Verwaltung. Ebenso sei damit eine klare Trennung zwischen öffentlichen Straßen und privaten und gewerblichen Ein- und Ausfahrten verbunden. Das Problem, dass die Radfahrer und Fußgänger nicht gesehen werden, liege leider sehr oft daran, dass die sogenannten Sichtdreiecke durch Hecken oder Zäune auf den Privatgrundstücken verdeckt seien.

Mit Ausnahme von Zembsch, lehnte sich das Gremium der Stellungnahme der Verwaltung an, den Antrag nicht zu befürworten. Gleichzeitig teilte die Verwaltung mit, dass in einer gesonderten Verkehrsschau die neuralgischen Punkte hinsichtlich des Fortkommens für Rollstuhlfahrer oder Personen mit einem Rollator nochmals begutachtet und gegebenenfalls mit ebenmäßigen Granitsteinen umgestaltet werden sollen.

Ebenfalls keine Zustimmung fand der Antrag, per Satzung festzulegen, dass nicht baulich genutzte Freiflächen von Grundstücken als unversiegelte, begrünte Vegetationsflächen anzulegen sind. Die Grünen kritisieren, dass der Trend zu pflegeleichten Steingärten, bei denen meist eine Versieglung des Bodens durch wasserdurchlässige Abdichtungen erfolge, zunehme. Das Niederschlagswasser könne deshalb nicht mehr versickern, sondern fließe zum Teil in die Straßenkanalisation. Durch die starke Aufheizung der Steinböden verschlechtere sich das Mikroklima in der Stadt was den Rückgang der Artenvielfalt beschleunige.

Die Verwaltung erklärte dazu, in einer ersten Stellplatz- und Garagenordnung der Stadt Traunreut vom Januar 1998 sei geregelt, dass Stellplätze in sickerfähiger Oberfläche oder in Pflaster mit offenen Fugen herzustellen seien und die Entwässerung nicht über öffentliche Verkehrsflächen erfolgen dürfe.

In den letzten Jahren sei auch eine Festsetzung in die Bebauungspläne aufgenommen worden, wonach in privaten Gärten Verschotterungen durch Zierkiesschüttzungen grundsätzlich vermieden werden sollten. Auf Nachfrage von Zembsch, ob hier von Seiten der Stadt Kontrollen durchgeführt werden, erklärte Stadtbaumeister Thomas Gätzschmann, dass kleinflächige Bereiche so gut wie nie geprüft werden. ga


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