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Jetzt ist Hochsaison für die Bienen

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Traunreut: Jetzt ist Hochsaison für die Bienen – Imkerei ein Hobby mit viel Arbeit
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Die Bienenkästen von Markus Huber stehen auf seinem großen Grundstück in Matzing.

Traunreut – Jetzt im Frühling haben Bienen Hochsaison und die meiste Arbeit. Überall sprießt das neue Grün, Obstbäume sowie Blumen blühen und die fleißigen Tierchen sind unterwegs, um Nektar zu sammeln. Auch an den Bienenständen der beiden Hobbyimker Markus Huber und Thomas Danzer summt und brummt es derzeit gewaltig.


Während Markus Huber seine Bienen in Matzing im Außenbereich hält auf einem Grundstück, das umgeben ist von Wald und Wiesen, steht das Bienenhaus von Thomas Danzer mitten in der Stadt Traunreut in einem Siedlungsgebiet. Beide Imker leben mit ihren Bienen und der Natur und das nicht erst seit dem großen Hype um das Volksbegehren vergangenes Jahr.

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Markus Huber begann mit der Imkerei im Jahr 2018 und musste als Neueinsteiger erst einmal viel darüber lernen. Auf seinem großen Grundstück am Mühlbach stellte er damals fest, dass es auffällig ruhig und kein Summen zu hören war. »Wir haben hier keine Insekten gehabt. Mitten in der freien Natur ist mir das komisch vorgekommen und ich dachte mir, dann tun wir eben Bienen her«, erzählt der 52-Jährige.

Für ihn ist die Imkerei seitdem zu einer Lebenseinstellung geworden, nicht mehr nur der Mensch steht für ihn im Mittelpunkt, er achtet mehr auf die Natur, lebt mit ihr. Er liebt es zu sehen, wie sich seine Bienen entwickeln und wie es um ihn herum wieder bunt und vielfältig wurde. Seit er Bienen auf dem Grundstück hat, tragen der wilde Wein und der Kirschlorbeer auf einmal Früchte.

Blumen und Kräuter, die er und seine Frau Birgit anfangs in der Wiese als Unkraut ansahen, lassen sie jetzt gerne stehen, wenn sie sehen, wie sich die Bienen darum scharen. Eigens für sie pflanzten die beiden 1500 Krokusse, zahlreiche Weiden und sonstige Bienenpflanzen. Und auch andere Insekten werden inzwischen durch die verstärkte Vegetation angelockt.

Dort im Außenbereich, wo auch der Wald unmittelbar vor der Haustür liegt, ist es ideal für Bienen. Aber auch in der Stadt herrschen beste Voraussetzungen für Imker, weiß Thomas Danzer. Der 49-Jährige kennt sich mit Bienen bestens aus. Schon als kleiner Bub half er immer seinem Opa, der zahlreiche Bienenvölker besaß, und lernte von ihm alles Wissenswerte von der Pike auf. Als Erwachsener setzte er mit der Imkerei für mehrere Jahre aus, engagierte sich stattdessen ehrenamtlich bei der Freiwilligen Feuerwehr Traunreut als Jugendleiter.

Als vor drei Jahren seine Frau Bettina nach einer schweren Krankheit verstarb, suchte er eine neue Betätigung und Ablenkung und begann wieder zu imkern. In seinem Garten hinter dem Reihenhaus mitten in der Stadt steht das Bienenhaus, an dem es bei sonnigem Wetter unentwegt summt und brummt. »Meine Nachbarn freuen sich über mehr Obst an ihren Bäumen, seit ich die Bienen habe«, erzählt Thomas Danzer. Die Bienen fänden gerade in der Stadt sehr viele Möglichkeiten: Obstbäume in den Gärten, Blumen auf den Rabatten und öffentlichen Anlagen und auch die Alleebäume, Akazien und Linden sind für die Tierchen sehr wichtig. Außerdem erreichen sie auch blühende Rapsfelder in Oderberg oder die unterschiedlichsten Baumarten im nahe gelegenen »Zauberwald«.

Momentan erlebt die Hobbyimkerei einen regelrechten Boom, der wohl auch mit dem Volksbegehren »Rettet die Bienen« zusammenhängt. Danzer und Huber raten Neueinsteigern aber dringend dazu, sich einem Imkerverein anzuschließen. Dort erhält man wertvolle Tipps von Profis und kann Kurse zu den unterschiedlichsten Themen besuchen. Markus Huber weiß aus eigener Erfahrung: »Das Wissen um die Imkerei ist faszinierend aber auch sehr umfangreich, das kann nicht in einer Stunde vermittelt werden.« Es sei nicht ratsam, ohne fachliches Wissen loszulegen, da dann die Gefahr bestehe, dass die Bienenvölker nicht lange überleben: »Es reicht nicht, einfach einen Kasten aufzustellen. Man hat auch eine Verantwortung gegenüber den Tieren.«

Thomas Danzer weiß außerdem, dass man als Anfänger beim Imkern viele Fehler machen kann, die dann nur schwer wieder zu reparieren sind. Manche Neueinsteiger würden daher schnell wieder aufgeben, auch weil sie oft die damit verbundene Arbeit unterschätzen. Regelmäßig und mehrere Stunden in der Woche sind die Hobbyimker mit ihren Bienen beschäftigt, müssen die Völker und die Waben kontrollieren, nach Milben suchen oder so wie jetzt aktuell Honigräume auf die Bruträume aufsetzen, damit die Bienen ausreichend Platz haben für den neuen Honig.

Bei all den Arbeiten muss sich ein Imker nach dem Rhythmus der Bienen richten und sich ganz auf sie einstellen. Für Markus Huber und Thomas Danzer ist dieses Hobby ein schöner Ausgleich neben dem Beruf, bei dem man gut abschalten kann und »das ich auch im hohen Alter noch ausüben kann«, so Huber.

Huber macht sich viele Gedanken um seine Bienen und deren Umfeld. Seine Frau Birgit unterstützt ihn dabei tatkräftig, besucht mit ihrem Gatten die Imkerkurse und schaut heute beim Kauf von Blumen oder Pflanzen für den Garten auf ganz andere Dinge als früher: »Ich will keine Rose, die besonders schön aussieht oder duftet. Viel wichtiger ist mir jetzt, dass sie für die Bienen geeignet ist, beispielsweise die Blüten offenstehen, damit sie reinkommen.«

Da die Bienenkästen der beiden in Matzing direkt am viel befahrenen Radweg nach Pertenstein liegen, bleiben auch oft Passanten am Zaun stehen und interessieren sich für die Arbeit eines Imkers. »Man kommt mit den Leuten ins Gespräch und erfährt viel Anerkennung«, stellt Markus Huber fest. mix


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