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In vier Minuten das Wesentliche sagen – Gold beim »Internationalen Speaker Slam«

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Stein/Traun: Mona Babinsky gewann Gold beim »Internationalen Speaker Slam« | Wiesbaden/Traunreut
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Die Familie der schnellen Worte kommt aus Stein an der Traun: Unser Bild zeigt (von links) Petra, Horst und Mona Babinsky, die Gewinner des »Internationalen Speaker Slams« in Wiesbaden. (Foto: Dominik Pfau)

Traunreut – So, wie beim »Poetry Slam« – also dem Dichterwettstreit – beiden um die Wette gereimt wird, messen sich beim »Speaker Slam« Redner mit ihren persönlichen Themen im Rednerwettstreit. Dabei hat jeder Sprecher vier Minuten Zeit, sein Publikum zu begeistern. Genau das schaffte jetzt Mona Babinsky aus Stein an der Traun beim »Internationalen Speaker Slam« in Wiesbaden, wo sie den Titel »Beste junge Speakerin« erzielte.


Doch bei dem Rednerwettstreit erzielte nicht nur Mona Babinsky den Gold-Preis. Nach New York, Wien, Frankfurt, Hamburg, Stuttgart, Wiesbaden und München fand der »Internationale Speaker Slam« nun in Wiesbaden statt und stellte mit 72 Teilnehmern einen neuen Weltrekord auf. Neben Mona Babinsky nahmen auch ihre Eltern Horst und Petra an dem Wettbewerb teil.

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Horst Babinsky besucht schon länger Seminare von Hermann Scherer, dem Ini-tiator des »Speaker Slams«. Firmengründer Babinsky will ein Buch schreiben über seine vielfältigen Erlebnisse nach dem Motto »jede Sekunde eine Entscheidung treffen« und suchte in den Seminaren, in denen es auch ums Redenhalten geht, Anregungen dafür.

Eines Tages nahm er auch seine Tochter Mona mit. »Ich war sofort von Hermann Scherer beeindruckt«, erzählt die 17-Jährige dem Traunsteiner Tagblatt. Als ihr Vater nun zum wiederholten Mal beim »Speaker Slam« mitmachten wollte, reisten Frau und Tochter kurzerhand mit und qualifizierten sich ebenfalls für die Teilnahme.

Familie Babinsky hatte sich Themen ausgesucht, die sie jeweils besonders inte-ressieren. Mona sprach zum Thema »Sei einzigartig, sei Du selbst und zeige es«. Wie ihr Vater betont, weiß sie genau, was sie will, trägt nicht die angesagten Markenklamotten, die alle Jugendlichen tragen, und hat sich entgegen dem Trend die Haare kurz schneiden lassen. Mona selbst sagt dazu: »Ich glaub' an mich und habe stärkende Eltern, die auch an mich glauben. Ich stehe gerne auf der Bühne. Das ist ein wahnsinnig gutes Gefühl.«

Für den Wettbewerb hatte sie eigentlich zwei Texte geschrieben, dann aber spontan und frei über das geredet, was ihr gerade einfiel, »das war eine gute Entscheidung«. Da die Jury auch auf die Darbietung achtet und Mona sehr lebendig und mit dem ganzen Körper ihre Reden hält, erhielt sie am Ende den Gold-Preis als »beste junge Speakerin«. Die Gymnasiastin will auf jeden Fall weitermachen bei solchen Veranstaltungen und könnte sich auch vorstellen, eine professionelle Rednerin zu werden. Zunächst einmal ist sie aber dabei, weil es ihr Spaß macht, auch wenn sie vor den Auftritten doch immer wieder aufgeregt ist. »Aber was wäre das Leben ohne Aufregung«, sagt sie.

Auch die Eltern hatten sich sehr persönliche Themen ausgesucht. Petra Babinsky erzählte von einer Weltreise mit ihrem Mann unter dem Titel »Traue Dich – reise um die Welt«. Und der Familienvater selbst stellte seinen Beitrag unter das Motto »Erfolg und Misserfolg sind eine tägliche Entscheidung«. Horst Babinsky ist stolz: »Diese Situation ist einmalig, drei Mitglieder einer Familie gewinnen den Award, das gab es noch nie.«

Die Herausforderung, das Besondere an dem Wettbewerb, beschreibt er so: »Einen Vortrag zu kürzen, trotzdem alles zu sagen, was wichtig ist, und sich dennoch mit seinem Publikum zu verbinden, das ist wohl die Königsklasse im professionellen 'Speaking'. Gute Nerven sind außerdem notwendig, denn nach genau vier Minuten wird das Mikrofon ausgeschaltet.« mix


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