weather-image
12°

Im neuen Franz-Haberlander-Freibad: Neuer Mehrwertsteuersatz wird nicht berücksichtigt

4.0
4.0
Traunreut: Franz-Haberlander-Freibad öffnet am 11. Juli, aber keine Senkung des Eintrittspreises
Bildtext einblenden
Der neue Mehrwertsteuersatz wird beim Eintrittspreis des Traunreuter Freibads nicht berücksichtigt. Die Herausgabe von Cent-Beträgen würde nach Auffassung des Stadtrats an der Kasse zu einem nicht unerheblichen Mehraufwand führen. Wegen der verkürzten Öffnungszeiten wird es auch keine Saisonkarte geben.

Traunreut – Bei den Eintrittspreisen des Franz-Haberlander-Freibads, das am 11. Juli wieder öffnen wird, soll die seitens der Bundesregierung beschlossene Senkung der Mehrwertsteuer von Juli bis Dezember diesen Jahres von 19 auf 16 Prozent beziehungsweise von sieben auf fünf Prozent nicht berücksichtigt werden. Darauf hat sich der Stadtrat am Donnerstag in seiner Sitzung im k1 geeinigt.


Die Verwaltung hatte Bedenken geäußert, dass die Herausgabe von Cent-Beträgen an der Kasse des Freibads zu einem nicht unerheblichen Mehraufwand führen würde. Nach Abzug des bis Ende des Jahres geltenden neuen Mehrwertsteuersatzes würde die Differenz der Einzel- und Zehner-Karten, deren Tarife trotz verkürzter Saison unverändert bleiben, zwischen vier und 56 Cent liegen.

Anzeige

Der Aufwand wäre extrem, deshalb sollten wir davon Abstand halten, argumentierte Bürgermeister Hans-Peter Dangschat. Es entstünde ein neuer Bedarf an Wechselgeld von Ein-Cent-, Zwei-Cent und Fünf-Cent-Münzen.

Allein die Beschaffung der entsprechenden Münzrollen bei der Bank läge bei 50 Cent pro Rolle. Dies mache bei einem Öffnungszeitraum von angenommenen 60 Tagen geschätzt 360 Euro aus, rechnete Dangschat vor. Zudem schlage der zusätzliche Personalaufwand für das tägliche obligatorische Zählen nach Kassenschluss sowie das alle zwei Tage zusätzlich stattfindende Zählen in der Verwaltung wegen des obligatorischen Vier-Augen-Prinzips mit etwa 880 Euro zu Buche.

Um diese Kosten zu vermeiden beziehungsweise zu reduzieren, sei als Alternative der Einsatz eines EC-Lesegeräts geprüft worden. Dieses sei aber mit dem bestehenden Kassensystem nicht kompatibel, hieß es. Bei einem separaten Lesegerät, das nicht über das Kassensystem laufe, müsste die Buchung manuell eingegeben werden. Die monatliche Miete für ein separates Lesegerät sei mit 18 Euro zwar moderat, jedoch würden pro Transaktion zehn Cent anfallen. Bei den täglich zu erwartenden 300 Transaktionen würden im Zeitraum von 60 Tagen 1800 Euro zuzüglich einer Miete von 36 Euro anfallen.

Als weitere Alternative sei untersucht worden, die sogenannten »krummen« Euro-Beträge auf fünf beziehungsweise zehn Euro abzurunden. Dadurch würde zwar weniger Wechselgeld anfallen, was die Abwicklungskosten etwas senken würde. Gleichzeitig würden dadurch aber auch Einnahmeverluste zwischen 700 und 1400 Euro entstehen.

In Anbetracht der Tatsache, dass die Eintrittspreise des Freibads ohnehin moderat und auch trotz der kostenintensiven Sanierung nicht angestiegen seien, hielt es auch der Stadtrat für vertretbar, die Bruttopreise beizubehalten.

Einig war sich der Stadtrat auch, dass die Eintrittspreise trotz einer verkürzten Saison, die neben der Corona-Krise auch den Verzögerungen bei der Sanierung geschuldet ist, unverändert bleiben sollen. Die vom Hauptausschuss empfohlene, befristete Gebührenordnung wurde ebenso einstimmig mitgetragen, wie das Schutz- und Hygienekonzept, das die Stadtwerke nach den entsprechenden Vorgaben der Infektionsschutzmaßnahmen-Verord-nung aufgestellt haben.

Wie berichtet, wird die tägliche Besucherzahl maximal auf 810 Personen begrenzt. Die Zahl der Badegäste, die sich am Eingang in eine Liste eintragen müssen, wird vom Kassenpersonal händisch erfasst. Der Zutritt in das Bad erfolgt in einem Zwei-Schicht-Betrieb: Von 8 bis 10.30 Uhr und von 10.30 bis 20 Uhr. Damit sich beim »Schichtwechsel« nicht zu viele Menschen auf einmal begegnen, hatte Dr. Jürgen Winter (L!Z) bereits in der Hauptausschusssitzung angeregt, einen gewissen Zeitpuffer einzuräumen.

Auf nochmalige Nachfrage von Winter, erklärte Werkleiter Frank Wachsmuth, dass die Stadtwerke diese Anregung auch aufgenommen hätten. Die Frage, ob die Freibadsaison bei schönem Wetter verlängert wird, konnte Dangschat zum jetzigen Zeitpunkt nicht beantworten. Eine Verlängerung der Freibadsaison hänge von der Eröffnung des Hallenbads, beziehungsweise von den Vorbereitungen der Hallenbadsaison ab, sagte Dangschat.

Zunächst beginnt aber – zwar mit etwas Verspätung – die Freibadsaison. Die Badegäste können sich nach der Sanierung über viele Neuerungen freuen: Die Turmspringer haben jetzt ein eigenes Becken und das neue Schwimmerbecken bietet dadurch viel mehr Platz. Ein neues Aufsichtshaus der Bademeister thront über der Beckenlandschaft und ermöglicht einen guten Rundum-Blick. Das Kinderbecken wurde neu gestaltet und hat einige neue Attraktionen bekommen. Auch die neue Breitbahnrutsche wird ihren Beitrag zu ungetrübtem, fröhlichem Badespaß leisten. ga


Mehr aus Traunreut