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Hüter der Grenzen und Abmarkungen

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Traunreut
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Sie wachen über die Grenzen des Stadtgebiets Traunreut: Die Feldgeschworenen Willibald Augustin (sitzend von links), Frank Janetzky sowie Alfred Glück, die neu vereidigt wurden, Mathias Pöschl, Konrad Danner, Alois Schroll, Andreas Obermeier, Sebastian Mörtl und Obmann Alois Edtmayer mit Gerold Tusch vom städtischen Bauamt (links stehend) und Bürgermeister Klaus Ritter. (Foto: Rasch)

Traunreut – Sie wachen über die Grenzen und unterstützen das Amt für Digitalisierung, Breitband und Vermessung: Die Feldgeschworenen üben seit über 500 Jahren das älteste kommunale Ehrenamt in Bayern aus. Alle sechs Jahre werden sie gewählt bzw. bestätigt – und das »auf Lebzeiten«, betont der Obmann der Feldgeschworenen der Stadt Traunreut, Alois Edtmayer. Der Traunwalchner bekleidet seit 1993 dieses Ehrenamt und ist wie seine acht Mitstreiter »zur gewissenhaften und unparteiischen Tätigkeit sowie zur Verschwiegenheit und Bewahrung des sogenannten Siebenergeheimnisses durch Eidesform auf Lebenszeit verpflichtet«, wie es in der Eidesformel heißt.


Im Rahmen der Neuwahl der Feldgeschworenen, die alle sechs Jahre stattfindet, wurden von Bürgermeister Klaus Ritter mit Alfred Glück aus Gigling und Frank Janetzky aus Walchenberg zwei neue Feldgeschworne vereidigt. Die amtierenden Feldgeschworenen wurden hinter verschlossenen Türen im Rathaus per Handzeichen wieder einstimmig bestätigt. Neben dem Ortsobmann Edtmayer und seinem Stellvertreter Alois Schroll aus Oderberg sind das Willibald Augustin aus Sankt Georgen, Sebastian Mörtl aus Traunreut, Andreas Obermeier aus Höhenberg, Mathias Pöschl aus Reit und Konrad Danner aus Frühling. Bürgermeister Ritter lobte die Bereitschaft, sich dieser wichtigen Aufgabe zu stellen. Durch die Vielzahl der Vermessungen aufgrund der regen Bautätigkeit in Traunreut sei es wichtig, neue Feldgeschworene gefunden zu haben, sagte Ritter.

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Das »Feldgeschworenenwesen in Bayern« wurde als lebendige und traditionsreiche Kulturform im Dezember 2016 auch in das bundesweite Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes aufgenommen. Aufgabe der Feldgeschworenen ist es, bei der Kennzeichnung von Grundstücksgrenzen und Flurstücken mitzuwirken. Sie sind befugt, Grenzzeichen aufzurichten oder auszuwechseln, höher oder tiefer zu setzen, wenn dies beantragt wird.

Als Hüter der Grenzen und Abmarkungen in Gemeindegebieten arbeiten die Feldgeschworenen eng mit dem jeweiligen Vermessungsbeamten zusammen. Der Obmann prüft, ob es sich um   eine Aufgabe im Zuständigkeitsbereich der Feldgeschworenen handelt, oder ob ein Antrag auf Vermessung beim zuständigen Amt für Digitalisierung, Breitband und Vermessung zu stellen ist. Über die Abmarkung müssen sie dann ein Protokoll erstellen. ga