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Heute kehren zahlreiche Schüler in Traunreut zurück

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Traunreut: Heute kehren zahlreiche Schüler nach Corona-Pause zurück
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Wenn heute die Viertklässler an die Carl-Orff-Grundschule Traunwalchen zurückkehren, erwartet sie eine Überraschung: Die Lehrer haben während der coronabedingten Schulschließung für neue Attraktionen unter freiem Himmel gesorgt und die Pausenhöfe neu gestaltet. So können die Schüler unter anderem an dieser aufgemalten Riesen-Krake spielerisch das Einmal-Eins üben. (Foto: Rasch)

Traunreut – Heute beginnt in Traunreut nicht nur für die 11. Klassen des Johannes-Heidenhain-Gymnasiums sowie der 9. Klassen der Walter-Mohr-Realschule und der 8. Klassen der Mittelschule Traunreut wieder der Präsenzunterricht. Nach rund zwei Monaten »Homeschooling« geht es auch für die Viertklässler der Grundschulen wieder zurück in die Schulbank.


Aber der Unterricht für diese Vorabschulklassen wird wegen der anhaltenden Corona-Krise erst einmal ganz anders sein. Das Traunsteiner Tagblatt hat sich umgehört, wie sie den Unterricht in der schwierigen Zeit organisieren.

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An der Carl-Orff-Grundschule Traunwalchen wird die vierte Klasse geteilt und in separaten Klassenzimmern von je zwei Lehrern unterrichtet. Die Schüler treten zeitlich versetzt in die Schule ein. Die Pause findet im Innenhof und im oberen Schulhof statt. Bevor die Schüler einzeln in ihre Klassenzimmer gehen, müssen sie sich die Hände am Eingang desinfizieren. Während des Unterrichts müssen sie keine Maske tragen, aber in der Pause und im Schulbus, so Schulleiterin Gabriela Veil. Die Schüler starten auch mit einer begrenzten Stundenzahl.

Eine Woche später, am 18. April, stoßen dann die Erstklässler dazu. »Zu diesem Zeitpunkt werden dann alle Lehrer anwesend sein, um die Kollegen zu unterstützen und auch, um einen individuellen Unterricht zu ermöglichen, da manche Kinder mit Sicherheit aufgrund persönlicher Erlebnisse und Erfahrungen in dieser Zeit besonders aufgefangen werden müssen«, so die Schulleiterin.

Übrigens waren die Lehrer nicht untätig. Sie haben für eine Verschönerung der Schule gesorgt, zum Beispiel mit einer Einmaleins-Krake, einer 20-iger Schnecke, einem Quadratzahlenspiel, oder den ausgesägten Holzfiguren an der Außenwand der Schule, die musizierende Kinder darstellen.

Seit der coronabedingten Schulschließung gibt es in Traunwalchen auch eine Notbetreuung. Diese Kinder werden von einer Lehrerin betreut, die sie bei den Hausaufgaben begleitet und danach mit ihnen bastelt oder spielt. Auch die Mittagsbetreuung wurde für sie durchgehend aufrechterhalten.

Seit dem 13. März werden die Schüler ab der ersten Klasse über Online-Portale unterrichtet. Die Klassen bekommen per E-Mail die Wochenpläne mit Infos und Materialien zugeschickt. Am Eingang der Schule sind Ordnungssysteme, in denen die Schüler Hausaufgaben an festen Abgabetagen hinterlegen können. Nachdem die Aufgaben korrigiert wurden, können sie sie wieder abholen. »Das funktioniert sehr gut, die Eltern sind sehr zufrieden und fühlen sich gut aufgehoben«, erklärt die Schulleiterin, die auch den Eltern ein großes Lob ausspricht: »Die Eltern bringen sehr viel Liebe und Geduld auf, und das Kollegium weiß diese Doppelbelastung auch zu schätzen.« Wichtig sei auch der persönliche Kontakt zu Schülern und Eltern, sei es digital oder telefonisch, betont Veil.

In den Grundschulen Traunreut und Sankt Georgen läuft es ähnlich. Auch hier halten sich die Schulen strikt an die Anforderungen des Ministeriums. »Wir haben auch noch Markierungen angebracht, um den notwendigen Abstand sicherzustellen«, sagt der Schulleiter der Sonnenschule in Sankt Georgen, Arno Rausch. Die vier vierten Klassen werden in acht Gruppen aufgeteilt. Ein zeitversetzter Unterricht ist hier nicht notwendig. Das heißt, dass alle Klassen gleichzeitig unterrichtet werden. Rausch ist sehr zuversichtlich: »Wir sind guter Dinge. Wenn aber nächste Woche auch die Kleinen (1. Klassen) mit dabei sind, wird es etwas interessanter.«

Teilweise zeitversetzt werden die Schüler der drei vierten Klassen der Grundschule Nord in Traunreut unterrichtet. Auch hier gilt im Schulhaus Maskenpflicht mit Ausnahme im Unterricht. Nach Angaben von Schulleiter Gunter Kahnert werden die Schüler in zwei Gruppen aufgeteilt und von zwei Lehrern je drei Stunden unterrichtet. Damit sich die Schüler nicht zu oft begegnen, wurden vier Eingänge festgelegt. »Es ist schon eine große Umstellung, auch was die selbstdisziplinierte Nähe zu den Schülern betrifft. Aber besser wie nix«, erklärt Rausch.

»Wir halten uns auch streng an die einschlägigen Vorgaben des Kultusministeriums«, betont auch die Schulleiterin der Walter-Mohr-Realschule, Cornelia Linnhoff. Die Neuntklässler werden in Gruppen aufgeteilt und im wöchentlichen Rhythmus zeitversetzt an jeweils drei Tagen sechs Stunden unterrichtet. Erfreulich sei auch die Mitteilung, dass die Schüler auch ein Betriebspraktikum ableisten dürfen, sofern sie in der schwierigen Zeit auch einen Platz finden. Für die 10. Klassen läuft der Unterricht in der Schule wieder seit 27. April. »Das geforderte Distanzgebot ist schon eine Herausforderung und man muss schon hinterher sein«, so die Schulleiterin.

Für die fünf Regel- und M-Klassen der achten Jahrgangsstufen in der Werner-von-Siemens-Mittelschule findet der Unterricht ebenfalls im wöchentlichen Wechsel statt. »Wir versuchen, die Empfehlungen des Ministeriums gut über die Runden zu bringen«, versichert Schulleiter Dieter Flessa. Nächste Woche stoßen dann die fünften Klassen dazu.

Die 52 Schüler der 11. Jahrgangsstufe des Heidenhain-Gymnasiums, die ebenfalls heute wieder in die Schulbank zurückkehren, werden in drei Gruppen aufgeteilt. In den Hauptfächern werden alle unterrichtet, in einigen Fächern findet ein wechselnder Unterricht statt.

Ein großes Augenmerk wird darauf gelegt, dass die Schüler möglichst wenig Kontakt zueinander haben. »Wir haben zwei separate Eingänge geschaffen, damit sich die 11. und 12. Jahrgangsstufen nicht treffen können«, erklärt Schuldirektor Matthias Schmid. Ebenso wie in der Realschule kehren ab nächster Woche im Gymnasium die 5. und 6. Klassen zurück. ga


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