Großer Andrang beim »Tag der offenen Tür«

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Auch die Besucher durften auf die Bühne und hielten mit Charly Obermayer, dem kommissarischen Technischen Leiter, eine Chorprobe ab. (Foto: Benekam)

Traunreut – Das Kultur- und Veranstaltungszentrum k1 in Traunreut setzte bei seinem Fest zum zehnjährigen Bestehen den Schwerpunkt auf direkten Austausch mit den Gästen, gestaltete einen »Tag der offenen Tür« sowie eine »Offene Bühne«. Die zahlreichen Gäste nahmen dieses Angebot gerne an.


Zehn Jahre zurückgeblättert: Stadtbaumeister Thomas Gätzschmann übergab den Schlüssel des k1 feierlich an das Stadtoberhaupt Franz Parzinger: »Mit diesem Schlüssel öffnen sich nicht nur die Türen dieses Hauses. Er ist auch Symbol für die neue Ära, die mit dem k1, für die Stadt Traunreut und die Region beginnt.« Parzinger reichte den goldenen Schlüssel weiter an Thomas Kazianka: Er solle das Haus mit Leben und vielen Menschen füllen, also Kultur schaffen.

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Große Worte. Und heute? Heute blickt das Kultur- und Veranstaltungszentrum k1 auf eine ereignisreiche Dekade zurück: Hoffnungen wurden wahr, Erwartungen übertroffen, Zweifel geäußert und ausgeräumt, Ziele wurden erreicht und neu gesteckt, Umstrukturierungen und Neuerungen durchgeführt, Ideen und Visionen entwickelt, einige wurden umgesetzt, an anderen wird weiter gefeilt.

Es wurde miteinander gelacht, geweint, gestaunt, gezittert, es wurde gesungen, getanzt, gerockt, gejazzt, gelesen, gespielt, in Seminaren und Schulungen Wissen vermittelt und Horizonte erweitert. Als Gast bei über 210 Veranstaltungen mit mehr als 30.000 Besuchern pro Jahr fühlte man sich willkommen und lebendig – langweilig war es nie.

In dieser Zeit also lernten die Stadt und Besucher aus nah und fern »ihr« k1 zu schätzen und lieben: Es mauserte sich zum Gegenprogramm zu sozialem Rückzug und digitaler Demenz, wurde zum Ort der Begegnung für Jung und Alt, für Kunstschaffende und Kunstliebende, wurde zum Ort des direkten Austauschs, an dem Kommunikation nicht nur mit Worten, sondern auch mit Gesten, Bewegungen, Gefühlsregungen oder Musik gelebt wird.

Bei der Begrüßungsrede zur Jubiläumsfeier gebrauchten alle drei Redner, ganz zurecht, das Wort »stolz«. Stadtbaumeister Thomas Gätzschmann ist stolz, auf den vielschichtigen Erduntergrund ein stabiles Gebäude errichtet zu haben (das diese Vielschichtigkeit in seiner kunstvollen Ausrichtung wiedergibt), amtierender Bürgermeister Klaus Ritter ist stolz auf das positive Wachstum, welches der Ort der Kunst der Stadt bislang bescherte und k1-Leiterin Anke Hellmann baut mit viel Leidenschaft, Kraft und eigenen Ideen mit neuen kunstvollen Mosaiksteinchen weiter, was damals Thomas Kazianka begann.

Ganz im Geiste des Hauses, hatte man zum Jubiläum auf hochkarätige Vorführungen verzichtet und sich eher darauf konzentriert, dem geehrten Publikum des Hauses einen ausgedehnten Blick hinter die Kulissen zu gewähren. Nach den kurzen Begrüßungsreden mit Sektempfang waren die Gäste eingeladen, sich die Fotoausstellung im Foyer zu betrachten: In drei Bereiche gegliedert sind großformatige Fotografien über Historie, Baugeschichte, Architektur, von Veranstaltungen, Gastspielen und Einmietungen zu sehen.

Im Anschluss konnten Interessierte sich selbst ein Bild von den Orten des Kunstgeschehens machen – da hieß es raus aus der Sitzhaltung und hinein ins Theatervergnügen: Zusammen mit dem k1-Team enterten die zahlreichen Gäste Saal und Studiotheater. k1-Hausmeister Thomas Wiesbeck erläuterte die den jeweiligen Veranstaltungen angepassten Bestuhlungen, Charly Obermayer (kommissarischer Technischer Leiter) machte die Besucher zu »Bühnenmenschen«:

Über die große Bühne führte der Weg hinauf in die Künstlergarderoben, dann wieder hinunter ins Backstage und zurück auf die Bühne, wo sich alle »im richtigen Licht« wiederfanden. Dort entwickelten die anwesenden Kinder sogleich ausgeprägte Spielfreude, die Großen fühlten sich im Rampenlicht von den Scheinwerfern geblendet – Lampenfieber hatte aber niemand. Stattdessen wuchs immer mehr das Interesse am Geschehen rund um die Bretter, die die Welt bedeuten, die technischen und räumlichen Möglichkeiten samt ihren Risiken und Chancen.

Von oben regelte Techniker Lukas Schlosser Licht und Ton. Der »Weg nach oben«, zum Ort der 1000 Schalter und Regler hinter Glas, mit Blick nach unten auf Bühne und Saal, war dann auch keinem zu beschwerlich, sodass die neugierige Theatergesellschaft Techniker Lukas einen Besuch auf engstem Raum abstattete: Der Technikraum ist schmal und klein, sein Interieur aber äußerst spannend. Denn von dort aus werden die Strippen gezogen, im technischen Sinn also die Geschicke gelenkt. Da fiel es besonders den Kindern nicht leicht, die Fingerchen bei sich zu behalten.

Während an diesem Ort Zurückhaltung geboten war, duften sich die Kleinen beim k1-Mal- und Bastelspaß voll austoben und wer vom aktiven Teil müde war, der konnte sich im Seminarraum niederlassen und seinen Wissensdurst bei unterschiedlichen Filmvorführungen stillen. Die Gäste nahmen dieses Angebot gerne an, verweilten, atmeten den k1-Geist, nutzten die Gelegenheit mit dem freundlichen und so engagierten k1-Team ins Gespräch zu kommen, Lob und Kritik zu äußern oder auch, um sich Appetit auf kommende kulturelle Leckerbissen zu holen, die man nun aus anderem Licht betrachten wird. Kirsten Benekam


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